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Ablenkungs-Trick:Diebstähle in Zügen und Bahnhöfen nehmen drastisch zu

S-Bahn Frankfurt

Vorsicht beim Betreten des Zuges: Auch die "vorgetäuschte Einsteighilfe" gehört zum Repertoire von Dieben.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Die Bundespolizei verzeichnet steigende Anzahl von Diebstählen in Zügen und Bahnhöfen: 2014 waren es 35 800 Fälle, 2015 schon 44 800.
  • Die Diebe lenken ihre Opfer ab, etwa mit dem Hilfetrick oder der "vorgetäuschten Einstiegshilfe".
  • Die Polizei rät, niemals Wertgegenstände in Jacken zu lassen, die Reisende im Zug aufhängen.

Es geht um ein paar Sekunden Unachtsamkeit: Der eine klopft im Bahnhof am Fenster des Zuges, um das Opfer abzulenken. Der andere nutzt diesen Moment, um blitzschnell eine Handtasche auf dem Sitz oder ein Handy auf dem Tisch zu stehlen. Keine Minute später ist der Dieb unbemerkt aus dem ICE wieder ausgestiegen.

In Deutschlands Zügen und Bahnhöfen haben Taschen- und Gepäckdiebstähle deutlich zugenommen. 2014 zählte die dort zuständige Bundespolizei 35 800 solche Straftaten. Schon das war im Vergleich zu 2013 ein Plus von fast 20 Prozent. 2015 setzte sich dieser Negativtrend fort: Im vergangenen Jahr verzeichneten die Ordnungshüter nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bereits 44 800 dieser Fälle auf Bahnanlagen, ein weiterer Anstieg um 25 Prozent. Die Zahl steht im neuen Jahresbericht der Bundespolizei, der demnächst veröffentlicht wird. 2016 dürften es noch mehr Fälle werden.

Nach Angaben der Bundespolizei handelt es sich oft um professionelle Täter, die auch international auf Beutezug gehen. Die Diebe agieren dabei arbeitsteilig in Gruppen von drei bis sechs Personen. Ein Täter beobachtet die Umgebung. Einer lenkt das Opfer ab, das vielleicht durch eine offene Handtasche oder einen Geldbeutel in der Hosentasche vielversprechend aussieht. Ein Dritter langt zu.

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Stets geht es dabei vorher darum, Verwirrung zu stiften und abzulenken, wie etwa beim Hilfetrick: Während der eine Täter das Opfer um Hilfe beim Lesen des Fahrplans bittet, lässt sein Komplize Koffer oder Taschen des Opfers mitgehen. Nach dem gleichen Muster funktioniert die auch in Einkaufszentren beliebte Rolltreppenmasche: Ein Täter stellt sich auf der Rolltreppe hinter sein Opfer, ein Mittäter stellt sich davor. Am Ende der Rolltreppe erzeugt der vordere Täter einen Stau. Das Opfer läuft auf. Der Mittäter dahinter nutzt dies, um zuzugreifen. Das kann ebenfalls klappen, wenn einer der Trickdiebe den Nothalt der Rolltreppe auslöst.

Zum Standard-Repertoire der Diebesbanden gehört außerdem die "vorgetäuschte Einsteighilfe": Dabei bietet ein Täter an, die Reisetasche in den Zug zu tragen. Während dieser vorauseilt oder nach dem Einstieg einen Stau provoziert, stiehlt der Partner aus der Umhänge- oder Handtasche Wertgegenstände. Gerne sollen die Trickdiebe am Wochenende unterwegs sein, wenn Menschen bepackt von längeren Reisen zurückkommen, von einer Party heimfahren, müde und vielleicht nicht so aufmerksam sind.

Tatort Bahnhof - die Deutsche Bahn und die Bundespolizei warnen deshalb bereits seit 2014 auf Plakaten vor Handgepäck- und Taschendiebstahl. In stark frequentierten Großbahnhöfen jagen mittlerweile Fahnder in Zivil die Diebesbanden. Der beste Schutz ist aber der Selbstschutz: Die Bundespolizei empfiehlt, nicht offen mit Bargeld zu hantieren und Geld, Kreditkarten, Papiere sowie andere Wertsachen stets eng am Körper am besten in verschlossenen Innentaschen zu tragen. Rucksäcke sollten Reisende im Gedränge vor dem Körper mit sich führen.

Auch im Zug sollten sich Fahrgäste nicht so sicher wie im eigenen Wohnzimmer fühlen. Die Polizei rät: "Lassen Sie niemals Wertgegenstände in Jacken, die Sie an Garderoben oder über Stuhllehnen hängen."

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