Big Bens Glockenturm steht schrägDer Schiefe Turm von London

Er neigt sich noch lange nicht so weit wie der Turm von Pisa. Doch Londons Wahrzeichen steht nicht mehr senkrecht - und kippt seit acht Jahren etwas schneller zur Seite. Über die Ursache sind sich die Experten nicht einig.

In Großbritannien ist zuletzt einiges aus dem Lot geraten: Die Volkswirtschaft lahmt, die Gesellschaft ist laut Premierminister David Cameron "kaputt", und im Königshaus läuft auch nicht immer alles rund. Jetzt schwächelt sogar das Symbol der einstigen Weltmacht schlechthin: Der Turm von Big Ben, zu Zeiten scheinbar unumstößlicher Machtfülle des britischen Empires 96 Meter hoch in den Himmel über der Themse ragend erbaut, ist in Schieflage geraten.

Ein entsprechendes Gutachten musste die Regierung nun auf Druck des Sunday Telegraph veröffentlichen. Die gusseiserne Spitze des Glockenturms befindet sich bereits etwa einen halben Meter nordwestlich des Mittelpunkts am Boden, ergab das Gutachten. Der Winkel, in dem sich der Turm neige, betrage derzeit 0,26 Grad. Das sei schon mit dem bloßen Auge sichtbar, sagt der Bauexperte John Burland, der mit den Statik-Messungen betraut ist. Die Neigung ist allerdings längst nicht so drastisch wie etwa beim Schiefen Turm von Pisa, der um mindestens vier Grad, nach Burlands Angaben sogar um fünf Grad, aus dem Lot hängt.

Bild: AP 11. Juli 2009, 20:022009-07-11 20:02:00 © sde/dpa/Süddeutsche Zeitung/kaeb