Psychiatrie

Wenn die Stadt krankmacht

Bewohner von Städten leiden deutlich häufiger an Schizophrenie und Depressionen als Menschen auf dem Land.

Zeit für eine Stadtplanung, die auf die Psyche Rücksicht nimmt.

Psychiatrie

Wenn die Stadt krankmacht

Bewohner von Städten leiden deutlich häufiger an Schizophrenie und Depressionen als Menschen auf dem Land.

Zeit für eine Stadtplanung, die auf die Psyche Rücksicht nimmt.

Von Christian Weber (Text), Jonas Jetzig (Infografik) und Olivia von Pilgrim (Illustration)
30. Januar 2026 | Lesezeit: 11 Min.

Als der Sozialanthropologe Patrick Bieler gemeinsam mit Ingo – Mitte 50, Single, an schweren Depressionen leidend – in einem Berliner Kiez Flaschen sammelte, lag die Temperatur nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. Aber die Nacht fühlte sich gut an, „leichtfüßig und angenehm, fast wie im Sommer“, erzählt er. So sah es auch Ingo, obwohl ihm eine solche Sammelnacht meist nur rund zehn Euro einbringt. Aber ihm ging es nicht nur ums Geld. Die Stimmung gefiel ihm, fröhliche Menschen auf der Straße – umherschweifende Touristen, Kleindealer, junge Männer und Frauen mit Wegbier in der Hand, grölend, lachend. Als dann noch Straßenmusiker aufspielten, stürzte sich Ingo in eine wild tanzende Gruppe von vielleicht 15 Menschen.

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