

Auf den ersten Bildern vom Wal war da nur ein dunkler Rücken mit einer Finne zu sehen, die zart wirkte im Vergleich zum Rest, den man unter der Wasseroberfläche nur ahnen konnte. Das war Anfang März, ein Buckelwal hatte sich in die Ostsee verirrt, in normalen Zeiten wäre das eine Meldung in der Regionalzeitung geblieben. Doch im Frühjahr 2026, es herrscht Krieg in Europa und im Nahen Osten, die Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise, da wird der Wal zum Politikum. Erst kommen immer mehr Bilder und schließlich die Livestreams im Internet. Nachrichtenseiten tickerten jede Regung des Tiers mit seiner Fluke oder seinen Flippern an der Seite, in der Kommentarspalte schreibt jemand: „Er hat wieder geatmet.“ Früher riefen Walfänger mit Beute im Blick, „Wal, da bläst er!“