
Wenn man Begriffe wie Internetpiraterie oder Raubkopieren hört, fühlt man sich ins World Wide Web der Nullerjahre zurückversetzt, die Zeit kurz nach dem Bruch: Medien waren nun nicht mehr an analoge Datenträger wie CDs, DVDs oder Schallplatten gebunden. Jeder mit ein bisschen Ahnung von Computern konnte sich Kopien seiner Lieblingsfilme und -musik anfertigen, und dann war da noch das Internet. Mit dem richtigen Programm und ein, zwei Klicks konnte man nicht nur Medien herunterladen, sondern sie auch über die ganze Welt verteilen. Juristisch gesehen entwickelte sich so aus persönlichen Sicherungskopien oder einem nett gemeinten Mixtape für Freunde eine gigantische, weltweite Urheberrechtsverletzung. Viele Bürger, die dachten, Kavaliersdelikte zu begehen, bekamen teure Abmahnungen von offensiv auftretenden Anwaltskanzleien.