Wetter in Deutschland

So ungewöhnlich sind die Temperaturen

Ist es heute wärmer oder kälter als sonst um diese Zeit? Und welche Rolle spielt der Klimawandel? Finden Sie heraus, wie ungewöhnlich die Temperaturen aktuell in Ihrer Region sind.

Markus Hametner, Oliver Schnuck und Sarah Unterhitzenberger
14. Juli 2026 | Lesezeit: 4 Min.
Dieser Artikel wird täglich am Vormittag automatisiert aktualisiert. Letzter Stand: 14. Juli, 10:25 Uhr

Eine Hitzewelle historischen Ausmaßes liegt hinter uns. Und schon steigen die Temperaturen seit Tagen verbreitet wieder auf mehr als 30 Grad: Wo ist es heute selbst für Mitte Juli ungewöhnlich heiß? Und wie außergewöhnlich waren die Temperaturen in den vergangenen Wochen? Hier können Sie Daten über verschiedene Zeiträume und Regionen hinweg vergleichen.

Die Süddeutsche Zeitung hat zahlreiche Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ausgewählt, die das Wetter in den Landkreisen möglichst gut abbilden.

Die orangenen Punkte auf der Karte zeigen: An vielen Stationen wird es heute ungewöhnlich warm.

Mit den Buttons können Sie zwischen den prognostizierten Tageshöchsttemperaturen und ihrer Einordnung umschalten.

Die Temperaturen bewegen sich jedoch größtenteils im für die jeweilige Station zu dieser Zeit des Jahres normalen Bereich der Jahre 1991 bis 2020. Auch der DWD zieht die vergangenen drei Jahrzehnte heran, um das aktuelle Wettergeschehen langfristig einzuordnen.

Und wie sah es in den zurückliegenden Wochen aus? Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Tageshöchsttemperaturen an den vergangenen 30 Tagen: Jeder der hier übereinander angeordneten Punkte steht für die gemessene Temperatur an einer der Wetterstationen an eben diesem Tag. Die Farbe ordnet die gemessene Temperatur ein, etwa ob es an der Station ungewöhnlich warm war oder gar ein neuer Rekord für den jeweiligen Tag verzeichnet wurde.

Die vielen orangen und roten Punkte machen deutlich, wie sehr die Temperaturen in den vergangen vier Wochen von dem abwichen, was bisher zu dieser Jahreszeit als normal galt.

Und wo in Deutschland waren die Temperaturen zuletzt besonders ungewöhnlich? Die folgende Karte zieht für alle Messstationen eine Bilanz der vergangenen sieben Tage. Je kräftiger ein Punkt eingefärbt ist, desto mehr Tage fielen an dieser Station ungewöhnlich warm oder kalt aus.

Mit den Buttons können Sie zwischen den zu warmen und zu kalten Tagen umschalten.

Bis zu sieben der vergangenen sieben Tage waren ungewöhnlich warm, an weniger als zehn Prozent der Stationen wurde dagegen kein zu warmer Tag verzeichnet. Einer der vergangenen sieben Tage ist an einigen Stationen vergleichsweise kalt ausgefallen.

Als Hitzetage werden Tage bezeichnet, an denen das Thermometer auf 30 Grad oder mehr steigt. Sie treten für gewöhnlich, wie der Name schon sagt, in den Sommermonaten auf – und eher selten zu Jahresbeginn.

An vielen Stationen kletterte das Thermometer an drei oder mehr der vergangenen sieben Tage auf 30 Grad oder höher. Treten drei Hitzetage in Folge auf, sprechen Meteorologen von einer Hitzewelle.

Folgen des Klimawandels

Von den vergangenen 30 Tagen sind deutlich mehr ungewöhnlich warm als ungewöhnlich kalt ausgefallen. Ein Blick zurück auf frühere Jahre zeigt:

In den Neunzigerjahren überwogen zu dieser Zeit des Jahres meist die zu kalten Tage – im Vergleich zu den Jahren 1991 bis 2020 wohlgemerkt, einer Periode, in der die Erderwärmung bereits deutlich zu spüren war. Die Verteilung zu warmer und zu kalter Tage verschiebt sich seitdem sukzessive hin zu mehr ungewöhnlich warmen Tagen:

Im Zeitraum der vergangenen 30 Tage treten seit einigen Jahren dagegen immer häufiger ungewöhnliche warme Tage auf, ungewöhnlich kalte Tage werden dagegen seltener.

Noch deutlicher wird der Zusammenhang, wenn man jeweils ein ganzes Jahr betrachtet: Der Anteil der zu warmen Tage nimmt dann beinahe geradlinig zu, die zu kalten Tage werden kontinuierlich weniger.

Infografik

Im Zeitraum der vergangenen 30 Tage treten seit einigen Jahren dagegen immer häufiger ungewöhnliche warme Tage auf, ungewöhnlich kalte Tage werden dagegen seltener.

Infografik

Noch deutlicher wird der Zusammenhang, wenn man jeweils ein ganzes Jahr betrachtet: Der Anteil der zu warmen Tage nimmt dann beinahe geradlinig zu, die zu kalten Tage werden kontinuierlich weniger.

Auch in Zukunft wird es immer wieder einzelne, für den jeweiligen Zeitpunkt des Jahres vergleichsweise kalte Tage und Phasen geben. Doch sie werden seltener, während ungewöhnlich warme Tage durch den Klimawandel wahrscheinlicher geworden sind und häufiger auftreten. Hitzewellen treten früher im Jahr auf und dauern länger. Die Klimakrise wirkt sich immer deutlicher und auch spürbarer auf das Wetter in Deutschland aus.

Text und Daten: Markus Hametner, Oliver Schnuck; Digitales Storytelling: Oliver Schnuck; Infografik: Sarah Unterhitzenberger; Redaktion: Sabrina Ebitsch, Hanno Charisius

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