
Den Sommer feiern
Im Freien
„Attractive people doing attractive things in attractive places“: Der legendäre amerikanische Fotograf Slim Aarons hat sein Credo, schöne Menschen im Bilderbuchambiente in Szene zu setzen, ziemlich konsequent durchgehalten. Obwohl man manchmal nicht genau weiß, ob es um möglichst makellose Inszenierungen geht oder fast schon um ironische Überzeichnung bei all seinen Partyleuten an Pools und auf Hotelterrassen oder bei diesem „Al Fresco Dining on Capri“. Das Foto wurde im Sommer 1980 aufgenommen, mehr Dolce Vita geht eigentlich kaum. Gäste an einem opulent gedeckten Tisch, rundherum üppiges Grün, im Hintergrund das Meer und die berühmten Faraglioni-Felsen der Insel.
Die Latte liegt also ziemlich hoch, sollte man sich bei der eigenen Gartenparty an Bildern wie diesem orientieren, aber wahrscheinlich haben die meisten Menschen bei der Idee eines Essens im Freien mit Freunden und Familie tatsächlich diese Idealbilder im Kopf: Lange Tafel, gelöste Atmosphäre, Weißbrot, Weinflaschen, die Kinder rennen um den Tisch, das kann in der Provence spielen, auf Sizilien oder Ibiza.
Historisch gesehen reicht „Al fresco dining“, wie man das heute gerne nennt, bis in die Antike zurück. In der Renaissance wurden die Bankette der Wohlhabenden, ob in Palästen oder Gartenanlagen, zum Statussymbol und zum Gemeinschaftserlebnis. Später entstanden in England „Pleasure Gardens“ für die Oberschicht, wo standesgemäße Speisen wie Eiscreme serviert wurden. Dabei reicht es im Grunde für ein gelungenes Sommerfest, Tisch und Stühle und ein paar Teller nach draußen zu tragen und in netter Gesellschaft zu essen. Sobald im Freien aufgetischt wird, scheint sich ein Schalter umzulegen, die Mahlzeiten dauern länger, man bleibt danach einfach sitzen, vergisst die Zeit.
Egal, ob es ein unkompliziertes Zusammensein ist oder ein sorgfältig durchdachtes Menü mit passender Dekoration. Ach ja, das Wetter sollte passen und vielleicht ein bisschen italienisch sein. Aber es kommt ja noch der ganze Hochsommermonat August.
Zur Erfrischung
Als schlichtes Gefäß für frisches Wasser oder als Vase für einen Strauß Wiesenblumen, der klassische Krug aus Emaille passt auf jeden Tisch. Das Material, auch als Schmelzglas bezeichnet, erlebt gerade ein Comeback, das hitzebeständige Geschirr ist seit dem 19. Jahrhundert in Küchen gebräuchlich. Wer kein Vintage-Einzelstück besitzt, vielleicht sogar aus dem Familienbestand – das Sortiment der Firma Falcon greift traditionelle Formen auf. Das gilt auch für den „3 Pint Jug“, der Krug fasst 1,7 Liter und ist in kräftigen Sommerfarben oder Pastelltönen zu haben. Der englische Hersteller hat sich seit 125 Jahren auf enamelware spezialisiert, das Sortiment aus Tellern, Schalen oder Bechern ist nicht nur schön anzusehen, im Gegensatz zu Kunststoff oder Glas ist das Material auch langlebig, farbbeständig, leicht zu reinigen – also ideal für Gartenfeste. Und eine Karaffe aus Emaille hält sogar Getränke kühl, einfach vorher ins Eisfach geben.
Gegen Langeweile
Zugegeben, so schön wie in „Call Me by Your Name“ wird eine im Garten gedeckte Tafel selten aussehen. Der Film von Luca Guadagnino, er spielt in den Achtzigern „somewhere in northern Italy“, zeigt Essensszenen in einer bis zum Nutellaglas durchkomponierten Ästhetik. Wiederkehrendes Stilelement: karierte Tischdecken. Die haben neben dem sorglosen Sommer-Flair, das sie selbst auf nicht unbedingt filmreife Vorstadtbalkone bringen, auch einen praktischen Vorteil: Anders als beim blütenweißen Tischtuch fällt nicht jeder Fleck, ob von Tomatensugo oder Rotwein, gleich ins Auge. Vor allem, wenn die Farbpalette eher gedeckt und das Muster nicht klassisch kleinkariert ist. Am besten ein Modell aus leicht geknittertem Stoff wählen, da erledigt sich auch eine langweilige Vorarbeit. Wer will schon am Bügelbrett stehen, bevor es zum Essen nach draußen geht?
Mit Nutzwert
Die Pionierin des Picknicks, Queen Victoria, aß unter dem freien englischen Himmel von teuerstem Porzellan. Aus heutiger Sicht eine unpraktische und kostspielige Angelegenheit, meistens geht ja abseits der stabilen Esszimmer-Tischplatte mehr Geschirr kaputt als sonst, durch schräg einfliegende Fuß- oder Federbälle zum Beispiel oder durch hektisches Aufspringen, um Insekten wegzuwedeln. Bruchsichere Alternativen, die zudem erschwinglich und leichter sind, bestehen oft aus Melamin, das in der Regel mehrere Sommer im Freien übersteht. Im Fall der gemusterten „Tangier Oasis Bowls“ (von Anthropologie) sieht man den Schalen und dazugehörigen Tellern den rein praktischen Nutzen nicht mal an, sie würden sich auch an jedem konventionellen Tisch drinnen gut machen. Wichtig: Melamin wird für heiße Speisen und Getränke über 70 Grad nicht empfohlen, dann kann das Kunstharz gesundheitsschädlich sein.
Für Stabilität
Eine der kleinen Unannehmlichkeiten beim Tafeln im Freien ist der Transport des Geschirrs in die Gartenlaube, an den Balkontisch, zum Grillplatz unten im Hof, wo auch immer die Party stattfindet. Das Hin- und Herlaufen kann lästig werden. Nichts vergessen in der Küche, hält die unter den Arm geklemmte Pfeffermühle, wer hat den Saftkrug so voll gemacht? Spätestens jetzt bewährt sich ein Accessoire, das sonst oft in einem Spalt zwischen Schränken vor sich hinstaubt: das Tablett, und es sollte möglichst groß sein, um wirklich Wege zu ersparen. Das geräumige Rattan-Modell des dänischen Herstellers Hübsch Interior wirkt mit den roten Metallgriffen wie ein dekonstruierter Picknickkorb, das passt zum Sommer. Der hohe Rand bietet die nötige Stabilität, keine rutschenden Teller, weniger zerbrochenes Glas.



Im Freien
„Attractive people doing attractive things in attractive places“: Der legendäre amerikanische Fotograf Slim Aarons hat sein Credo, schöne Menschen im Bilderbuchambiente in Szene zu setzen, ziemlich konsequent durchgehalten. Obwohl man manchmal nicht genau weiß, ob es um möglichst makellose Inszenierungen geht oder fast schon um ironische Überzeichnung bei all seinen Partyleuten an Pools und auf Hotelterrassen oder bei diesem „Al Fresco Dining on Capri“. Das Foto wurde im Sommer 1980 aufgenommen, mehr Dolce Vita geht eigentlich kaum. Gäste an einem opulent gedeckten Tisch, rundherum üppiges Grün, im Hintergrund das Meer und die berühmten Faraglioni-Felsen der Insel.
Die Latte liegt also ziemlich hoch, sollte man sich bei der eigenen Gartenparty an Bildern wie diesem orientieren, aber wahrscheinlich haben die meisten Menschen bei der Idee eines Essens im Freien mit Freunden und Familie tatsächlich diese Idealbilder im Kopf: Lange Tafel, gelöste Atmosphäre, Weißbrot, Weinflaschen, die Kinder rennen um den Tisch, das kann in der Provence spielen, auf Sizilien oder Ibiza.
Historisch gesehen reicht „Al fresco dining“, wie man das heute gerne nennt, bis in die Antike zurück. In der Renaissance wurden die Bankette der Wohlhabenden, ob in Palästen oder Gartenanlagen, zum Statussymbol und zum Gemeinschaftserlebnis. Später entstanden in England „Pleasure Gardens“ für die Oberschicht, wo standesgemäße Speisen wie Eiscreme serviert wurden. Dabei reicht es im Grunde für ein gelungenes Sommerfest, Tisch und Stühle und ein paar Teller nach draußen zu tragen und in netter Gesellschaft zu essen. Sobald im Freien aufgetischt wird, scheint sich ein Schalter umzulegen, die Mahlzeiten dauern länger, man bleibt danach einfach sitzen, vergisst die Zeit.
Egal, ob es ein unkompliziertes Zusammensein ist oder ein sorgfältig durchdachtes Menü mit passender Dekoration. Ach ja, das Wetter sollte passen und vielleicht ein bisschen italienisch sein. Aber es kommt ja noch der ganze Hochsommermonat August.

Zur Erfrischung
Als schlichtes Gefäß für frisches Wasser oder als Vase für einen Strauß Wiesenblumen, der klassische Krug aus Emaille passt auf jeden Tisch. Das Material, auch als Schmelzglas bezeichnet, erlebt gerade ein Comeback, das hitzebeständige Geschirr ist seit dem 19. Jahrhundert in Küchen gebräuchlich. Wer kein Vintage-Einzelstück besitzt, vielleicht sogar aus dem Familienbestand – das Sortiment der Firma Falcon greift traditionelle Formen auf. Das gilt auch für den „3 Pint Jug“, der Krug fasst 1,7 Liter und ist in kräftigen Sommerfarben oder Pastelltönen zu haben. Der englische Hersteller hat sich seit 125 Jahren auf enamelware spezialisiert, das Sortiment aus Tellern, Schalen oder Bechern ist nicht nur schön anzusehen, im Gegensatz zu Kunststoff oder Glas ist das Material auch langlebig, farbbeständig, leicht zu reinigen – also ideal für Gartenfeste. Und eine Karaffe aus Emaille hält sogar Getränke kühl, einfach vorher ins Eisfach geben.

Gegen Langeweile
Zugegeben, so schön wie in „Call Me by Your Name“ wird eine im Garten gedeckte Tafel selten aussehen. Der Film von Luca Guadagnino, er spielt in den Achtzigern „somewhere in northern Italy“, zeigt Essensszenen in einer bis zum Nutellaglas durchkomponierten Ästhetik. Wiederkehrendes Stilelement: karierte Tischdecken. Die haben neben dem sorglosen Sommer-Flair, das sie selbst auf nicht unbedingt filmreife Vorstadtbalkone bringen, auch einen praktischen Vorteil: Anders als beim blütenweißen Tischtuch fällt nicht jeder Fleck, ob von Tomatensugo oder Rotwein, gleich ins Auge. Vor allem, wenn die Farbpalette eher gedeckt und das Muster nicht klassisch kleinkariert ist. Am besten ein Modell aus leicht geknittertem Stoff wählen, da erledigt sich auch eine langweilige Vorarbeit. Wer will schon am Bügelbrett stehen, bevor es zum Essen nach draußen geht?

Mit Nutzwert
Die Pionierin des Picknicks, Queen Victoria, aß unter dem freien englischen Himmel von teuerstem Porzellan. Aus heutiger Sicht eine unpraktische und kostspielige Angelegenheit, meistens geht ja abseits der stabilen Esszimmer-Tischplatte mehr Geschirr kaputt als sonst, durch schräg einfliegende Fuß- oder Federbälle zum Beispiel oder durch hektisches Aufspringen, um Insekten wegzuwedeln. Bruchsichere Alternativen, die zudem erschwinglich und leichter sind, bestehen oft aus Melamin, das in der Regel mehrere Sommer im Freien übersteht. Im Fall der gemusterten „Tangier Oasis Bowls“ (von Anthropologie) sieht man den Schalen und dazugehörigen Tellern den rein praktischen Nutzen nicht mal an, sie würden sich auch an jedem konventionellen Tisch drinnen gut machen. Wichtig: Melamin wird für heiße Speisen und Getränke über 70 Grad nicht empfohlen, dann kann das Kunstharz gesundheitsschädlich sein.

Für Stabilität
Eine der kleinen Unannehmlichkeiten beim Tafeln im Freien ist der Transport des Geschirrs in die Gartenlaube, an den Balkontisch, zum Grillplatz unten im Hof, wo auch immer die Party stattfindet. Das Hin- und Herlaufen kann lästig werden. Nichts vergessen in der Küche, hält die unter den Arm geklemmte Pfeffermühle, wer hat den Saftkrug so voll gemacht? Spätestens jetzt bewährt sich ein Accessoire, das sonst oft in einem Spalt zwischen Schränken vor sich hinstaubt: das Tablett, und es sollte möglichst groß sein, um wirklich Wege zu ersparen. Das geräumige Rattan-Modell des dänischen Herstellers Hübsch Interior wirkt mit den roten Metallgriffen wie ein dekonstruierter Picknickkorb, das passt zum Sommer. Der hohe Rand bietet die nötige Stabilität, keine rutschenden Teller, weniger zerbrochenes Glas.