


Es regnet in Schnüren an diesem Septembermorgen am Rande der Dresdner Heide. Und statt dem Pilzfluencer kommt erst mal eine Sprachnachricht: Verspätung, Laetiporus sulphureus sei schuld. „Ich habe einen Schwefelporling gesichtet.“ Den Punkt in diesem Satz macht seine Stimme nicht. Sie bleibt oben, damit es im Kopf weiterrattert: Schwefelporling, na klar, ein Muss, Verspätung. Chicken of the woods werde der auch genannt, erklärt Tristan Jurisch später. Und jemand wie er, der einst als jüngster Pilzsachverständiger Deutschlands mit damals gerade mal 16 Jahren seine Prüfungen abgelegt hat, kann an so einem Waldhühnchen – leuchtend gelb, jung und dachziegelig übereinandergestapelt – natürlich nicht einfach so vorbeifahren. So sorry.