
Freischwimmer
Die schönen Wilden
Wem es nicht nach Badeanstalt mit Umkleiden und Aperol Spritz ist, sondern nach einem wilden Bach, möglichst mit natürlichen, über Jahrtausende vom Wasser aus dem Fels gespülten Pools und Becken, der wird in den Alpen fündig. Da gibt es zwei besonders schöne Flüsse, die sich auch als Etappe auf der Fahrt in den Urlaub am Mittelmeer einbauen lassen. Im Tessin kann man in die smaragdfunkelnden Wasserbecken der Verzasca hüpfen, das geht für ganz Mutige sogar von einer postkartenschönen Steinbrücke namens Ponte dei Salti. Da das Wasser auch im Hochsommer nur zehn bis zwölf Grad hat, sollte man das Bad aber nicht überstürzt angehen. Ebenso spektakulär und vielleicht eine Spur wärmer ist die Soča, der schönste Fluss Sloweniens, der weiter südlich in Italien Isonzo heißt. Mal ist sie seicht und karibisch türkisfarben, an anderer Stelle bildet sie tiefgrüne Becken, die sogenannten Soča-Tröge (Velika Korita) südwestlich des gleichnamigen Ortes. Hier kann man von Felsen springen oder den Marmorata-Forellen zusehen, die durch das klare Wasser schießen. Allein ist man hier allerdings nur frühmorgens.
Die Freiheit
Sich treiben lassen. Das sagt man, wenn man nichts geplant hat, mal hierhin, mal dorthin schauen, aber nirgends länger bleiben möchte. Es ist das Gegenteil von Getriebenheit, von Stress. Und nicht zufällig sind es Flüsse, in und mit denen man sich am schönsten treiben lassen kann, 50 Meter, 300 Meter, drei Kilometer. Im Gegensatz zum See muss man nicht einmal schwimmen, sondern sich nur über Wasser halten. Die Kraft der Strömung nimmt einen mit, arbeitet für den Schwimmer. Besonders wenn es heiß ist und man auf dem Rücken liegend, wie auf einem kühlen Sofa, die Isar, den Rhein oder die Aare hinuntertreibt, ist das Baden im Fluss eine besondere Wohltat. Man schwimmt an Menschen, Häusern, Enten vorbei, die Umgebung ändert sich, bis man sich irgendwo ans Ufer spülen und seine Haut auf dem Rückweg zum Badeplatz in Sonne und Wind trocknen lässt. Im Unterschied zu den gleichwohl schönen, aber doch eher statischen Seen ist der Fluss dabei auch ein Stück Naturgewalt, das mehr Risiko und Nervenkitzel mit sich bringt. Was, wenn die Strömung zu stark wird, wenn ich es nicht rausschaffe? Der Respekt vor der Natur gehört dazu, bevor man in einen Fluss steigt.
Es ist aber auch schön, nur am Ufer zu sitzen, dem Wasser zuzuschauen und sich an Hermann Hesses „Siddhartha“ zu erinnern, zu dem der Fährmann Vasudeva sagt: „Es ist doch dieses, was du meinst: dass der Fluss überall zugleich ist, am Ursprung und an der Mündung, am Wasserfall, an der Fähre, an der Stromschnelle, im Meer, im Gebirge, überall, zugleich, und dass es für ihn nur Gegenwart gibt, nicht den Schatten Vergangenheit, nicht den Schatten Zukunft?“
Die Tradition
Baden am Stadtufer kommt immer mehr in Mode. Die Isar, die durch München fließt, ist schön und sauber, und man kann sich je nach Wasserstand treiben lassen, um sich hinterher im Biergarten auch von innen zu kühlen. Dass sich unlängst in Düsseldorf, wo es schon 1911 Strandbäder gab, viele Menschen in einem Akt zivilen Ungehorsams in die wegen Verschmutzung und Schiffsverkehr mit Badeverbot belegten Fluten von Vater Rhein warfen, sagt einiges über die Anziehungskraft der fließenden Gewässer. Sogar in New Yorks East River wird gerade ein riesiger Pool gebaut, der sich aus gefiltertem und gereinigtem Flusswasser speisen soll. Auch die dank Olympia im vergangenen Jahr wieder einigermaßen saubere Seine wartet erstmals seit 100 Jahren wieder mit drei offiziellen Badestellen auf. Und selbst in die Themse sprangen die Menschen, wie historische Fotografien zeigen, früher mit Begeisterung. Die schönsten und besten Flussbademöglichkeiten gibt es aber in der Schweiz. Hier haben besonders die Flussbäder in den Städten eine lange Tradition. So etwa die „Badi“ Unterer Letten an der Limmat in Zürich, die bereits 1909 als sogenanntes Kastenbad erbaut wurde und bis heute als Freibad mit freiem Eintritt besteht. Ähnliches gibt es an der Aare in Bern oder mit der Badeanstalt „Rhybadi“ am Rhein in Schaffhausen. Das Prinzip ist immer gleich: Ein Stück des Flusses wird mit einer Holz-Metall-Konstruktion eingefasst, eben einem Kasten, in dem man sich treiben lassen kann, um am anderen Ende über eine Treppe auszusteigen. Und um sich dann auf den Brettern oder der Wiese zu sonnen.
Die Sicherheit
Klare Regeln sind wichtig beim Flussbaden, es müsse „gut überlegt sein“, schreibt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, auf deren Webseite man sich über mögliche Gefahren informieren kann (dlrg.de). Grundsätzlich gilt: Nur sehr gute Schwimmer sollten sich in Flüsse wagen, auf keinen Fall Kinder mit Schwimmflügeln. Man sollte sich vorher überlegen, wie weit man treiben will und wo man gut wieder aussteigen kann. Badeschuhe geben Sicherheit und schützen vor Glasscherben und anderen scharfen Gegenständen. Wer sich mit einer Schwimmboje sicherer fühlt, nutzt in fließendem Gewässer idealerweise ein Modell mit Sollbruchstelle an der Leine. Ist der Fluss relativ seicht, lässt man sich am besten mit den Beinen voran und angehobenem Kopf treiben, um Ausschau nach Hindernissen zu halten. Zu Kraftwerken, Schiffen und Brückenpfeilern unbedingt großen Abstand halten, um nicht in starke Unterströmungen zu geraten. Zum Aussteigen sollte man sich im 45-Grad-Winkel zum Ufer treiben lassen, wo die Strömung langsamer ist. Am besten nie alleine in den Fluss steigen, damit man sich im Notfall helfen kann. Und zu zweit macht es ohnehin mehr Spaß.
Das Accessoire
Flussbaden ist eine ganz andere Erfahrung als der durchgeplante Besuch im Freibad oder am See, mit ordentlich gepackter Strandtasche, großen Tüchern, Schwimmtieren in allen Farben. Ans Flussufer hingegen kommt man am besten mit leichtem Gepäck. Schließlich sind besonders schöne Badestellen oft erst nach einer gewissen Wegstrecke zu erreichen, das kann sich bis zu einer Wanderung auswachsen. Körbe voller Zubehör sind da lästig und überflüssig, nicht mal das Lieblingsbuch muss unbedingt mit. Ist sowieso schöner, beim Trocknen in der Sonne auf den Steinen zu liegen und dem Rauschen des vorbeifließenden Wassers zuzuhören. Ein Handtuch gehört zur Grundausstattung, und auch da kann Reduzieren auf das Nötigste nicht schaden: Das Modell „Cascade Fade“ in Flussgrün von Rumpl, aus schnell trocknendem recyceltem Kunststoff, ist ein Leichtgewicht, es wiegt kaum mehr als 200 Gramm.



Die schönen Wilden
Wem es nicht nach Badeanstalt mit Umkleiden und Aperol Spritz ist, sondern nach einem wilden Bach, möglichst mit natürlichen, über Jahrtausende vom Wasser aus dem Fels gespülten Pools und Becken, der wird in den Alpen fündig. Da gibt es zwei besonders schöne Flüsse, die sich auch als Etappe auf der Fahrt in den Urlaub am Mittelmeer einbauen lassen. Im Tessin kann man in die smaragdfunkelnden Wasserbecken der Verzasca hüpfen, das geht für ganz Mutige sogar von einer postkartenschönen Steinbrücke namens Ponte dei Salti. Da das Wasser auch im Hochsommer nur zehn bis zwölf Grad hat, sollte man das Bad aber nicht überstürzt angehen. Ebenso spektakulär und vielleicht eine Spur wärmer ist die Soča, der schönste Fluss Sloweniens, der weiter südlich in Italien Isonzo heißt. Mal ist sie seicht und karibisch türkisfarben, an anderer Stelle bildet sie tiefgrüne Becken, die sogenannten Soča-Tröge (Velika Korita) südwestlich des gleichnamigen Ortes. Hier kann man von Felsen springen oder den Marmorata-Forellen zusehen, die durch das klare Wasser schießen. Allein ist man hier allerdings nur frühmorgens.

Die Freiheit
Sich treiben lassen. Das sagt man, wenn man nichts geplant hat, mal hierhin, mal dorthin schauen, aber nirgends länger bleiben möchte. Es ist das Gegenteil von Getriebenheit, von Stress. Und nicht zufällig sind es Flüsse, in und mit denen man sich am schönsten treiben lassen kann, 50 Meter, 300 Meter, drei Kilometer. Im Gegensatz zum See muss man nicht einmal schwimmen, sondern sich nur über Wasser halten. Die Kraft der Strömung nimmt einen mit, arbeitet für den Schwimmer. Besonders wenn es heiß ist und man auf dem Rücken liegend, wie auf einem kühlen Sofa, die Isar, den Rhein oder die Aare hinuntertreibt, ist das Baden im Fluss eine besondere Wohltat. Man schwimmt an Menschen, Häusern, Enten vorbei, die Umgebung ändert sich, bis man sich irgendwo ans Ufer spülen und seine Haut auf dem Rückweg zum Badeplatz in Sonne und Wind trocknen lässt. Im Unterschied zu den gleichwohl schönen, aber doch eher statischen Seen ist der Fluss dabei auch ein Stück Naturgewalt, das mehr Risiko und Nervenkitzel mit sich bringt. Was, wenn die Strömung zu stark wird, wenn ich es nicht rausschaffe? Der Respekt vor der Natur gehört dazu, bevor man in einen Fluss steigt.
Es ist aber auch schön, nur am Ufer zu sitzen, dem Wasser zuzuschauen und sich an Hermann Hesses „Siddhartha“ zu erinnern, zu dem der Fährmann Vasudeva sagt: „Es ist doch dieses, was du meinst: dass der Fluss überall zugleich ist, am Ursprung und an der Mündung, am Wasserfall, an der Fähre, an der Stromschnelle, im Meer, im Gebirge, überall, zugleich, und dass es für ihn nur Gegenwart gibt, nicht den Schatten Vergangenheit, nicht den Schatten Zukunft?“

Die Tradition
Baden am Stadtufer kommt immer mehr in Mode. Die Isar, die durch München fließt, ist schön und sauber, und man kann sich je nach Wasserstand treiben lassen, um sich hinterher im Biergarten auch von innen zu kühlen. Dass sich unlängst in Düsseldorf, wo es schon 1911 Strandbäder gab, viele Menschen in einem Akt zivilen Ungehorsams in die wegen Verschmutzung und Schiffsverkehr mit Badeverbot belegten Fluten von Vater Rhein warfen, sagt einiges über die Anziehungskraft der fließenden Gewässer. Sogar in New Yorks East River wird gerade ein riesiger Pool gebaut, der sich aus gefiltertem und gereinigtem Flusswasser speisen soll. Auch die dank Olympia im vergangenen Jahr wieder einigermaßen saubere Seine wartet erstmals seit 100 Jahren wieder mit drei offiziellen Badestellen auf. Und selbst in die Themse sprangen die Menschen, wie historische Fotografien zeigen, früher mit Begeisterung. Die schönsten und besten Flussbademöglichkeiten gibt es aber in der Schweiz. Hier haben besonders die Flussbäder in den Städten eine lange Tradition. So etwa die „Badi“ Unterer Letten an der Limmat in Zürich, die bereits 1909 als sogenanntes Kastenbad erbaut wurde und bis heute als Freibad mit freiem Eintritt besteht. Ähnliches gibt es an der Aare in Bern oder mit der Badeanstalt „Rhybadi“ am Rhein in Schaffhausen. Das Prinzip ist immer gleich: Ein Stück des Flusses wird mit einer Holz-Metall-Konstruktion eingefasst, eben einem Kasten, in dem man sich treiben lassen kann, um am anderen Ende über eine Treppe auszusteigen. Und um sich dann auf den Brettern oder der Wiese zu sonnen.

Die Sicherheit
Klare Regeln sind wichtig beim Flussbaden, es müsse „gut überlegt sein“, schreibt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, auf deren Webseite man sich über mögliche Gefahren informieren kann (dlrg.de). Grundsätzlich gilt: Nur sehr gute Schwimmer sollten sich in Flüsse wagen, auf keinen Fall Kinder mit Schwimmflügeln. Man sollte sich vorher überlegen, wie weit man treiben will und wo man gut wieder aussteigen kann. Badeschuhe geben Sicherheit und schützen vor Glasscherben und anderen scharfen Gegenständen. Wer sich mit einer Schwimmboje sicherer fühlt, nutzt in fließendem Gewässer idealerweise ein Modell mit Sollbruchstelle an der Leine. Ist der Fluss relativ seicht, lässt man sich am besten mit den Beinen voran und angehobenem Kopf treiben, um Ausschau nach Hindernissen zu halten. Zu Kraftwerken, Schiffen und Brückenpfeilern unbedingt großen Abstand halten, um nicht in starke Unterströmungen zu geraten. Zum Aussteigen sollte man sich im 45-Grad-Winkel zum Ufer treiben lassen, wo die Strömung langsamer ist. Am besten nie alleine in den Fluss steigen, damit man sich im Notfall helfen kann. Und zu zweit macht es ohnehin mehr Spaß.

Das Accessoire
Flussbaden ist eine ganz andere Erfahrung als der durchgeplante Besuch im Freibad oder am See, mit ordentlich gepackter Strandtasche, großen Tüchern, Schwimmtieren in allen Farben. Ans Flussufer hingegen kommt man am besten mit leichtem Gepäck. Schließlich sind besonders schöne Badestellen oft erst nach einer gewissen Wegstrecke zu erreichen, das kann sich bis zu einer Wanderung auswachsen. Körbe voller Zubehör sind da lästig und überflüssig, nicht mal das Lieblingsbuch muss unbedingt mit. Ist sowieso schöner, beim Trocknen in der Sonne auf den Steinen zu liegen und dem Rauschen des vorbeifließenden Wassers zuzuhören. Ein Handtuch gehört zur Grundausstattung, und auch da kann Reduzieren auf das Nötigste nicht schaden: Das Modell „Cascade Fade“ in Flussgrün von Rumpl, aus schnell trocknendem recyceltem Kunststoff, ist ein Leichtgewicht, es wiegt kaum mehr als 200 Gramm.