Balkon

Nichts wie raus!

Vögel füttern, Lavendel pflanzen, und sogar eigenen Strom kann man jetzt per Mini-Kraftwerk auf dem Balkon erzeugen: Fünf Ideen für das kleine Glück unter freiem Himmel

Balkon

Nichts wie raus!

Vögel füttern, Lavendel pflanzen, und sogar eigenen Strom kann man jetzt per Mini-Kraftwerk auf dem Balkon erzeugen: Fünf Ideen für das kleine Glück unter freiem Himmel

28. April 2023 - 3 Min. Lesezeit

Schön aufrüsten

Gute Nachricht: Man braucht keinen Garten, um essenzielle Gartenmomente zu erleben. Zwar werden die wenigsten auf ihrem Balkon einen ausgewachsenen Gartenschlauch benötigen, aber deswegen muss man nicht auf jenes hochbefriedigende Klicken und Einrasten des Schlauchanschlusses verzichten, das seit Jahrzehnten namentlich mit der Firma Gardena verbunden wird.

Auf diesem Klick-Schnapp-Prinzip beruht auch eine neue Serie der Marke mit Gartenaccessoires wie Vogeltränke oder Ölfackel, die sich mittels Klickverschluss auf einem Holzstab in den Garten integrieren lassen. Für Balkonbesitzer bietet Gardena neuerdings auch eine Haltevorrichtung für Geländer und Reling an, die dann mit wechselnden Elementen bestückt werden kann. Eine Futterstation für Vögel oder ein romantischer Teelichthalter, aber auch eine Solarleuchte oder ein Insektenhotel sind im Angebot. Achtung, Sammelfieber!

Blumen schummeln

Balkon ist schön, macht aber viel Arbeit. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass sich die allermeisten Menschen zwar dringend einen wünschen, der Realitätsabgleich in den Städten aber zeigt, dass die wenigsten Balkone wirklich schön und saisonal gestaltet sind. Das ist keine Schande – das Mikroklima am Balkon ist kompliziert, und es macht auch nicht viel Spaß, Erdsäcke durch die Wohnung zu schleppen. Natürlich hält die moderne Lieferwelt eine Abkürzung zum schönen Balkon bereit: Das Berliner Start Up „The Plant Box“ schickt einen fix und fertig von Gründäumlingen bepflanzten Balkonkasten ins Haus, der mindestens die nächsten sechs Wochen für Pracht auf dem Balkon sorgen soll. Für ganz schwierige Fälle bietet die Firma neuerdings auch die Rundum-Lösung namens „360° Balkon Set – The French Bistro“ an. Dieses Komplettpaket aus fünf großen Pflanztöpfen und zwei Pflanzkisten wird per Spedition geliefert und soll auch den hoffnungslosesten Balkon auf Knopfdruck in eine romantische Gartenlaube mit Lavendel, Petunien oder Minirose verwandeln. Kostet dann zwar 770 Euro, aber dafür spart man sich vielleicht den Urlaub in der Provence.

Liegen lernen

Die niederländische Firma Weltevree wurde durch ihren mit Holz beheizten „Dutchtub“-Whirlpool für die Terrasse bekannt. Inzwischen hat das Unternehmen noch eine ganze Reihe von ähnlich originellen Produkten für Garten und Balkon im Angebot. Ganz neu: der Woodlounger. Ein formschöner Liegestuhl aus Lärchenholz, entwickelt vom bayerischen Zimmermann Georg Wasensteiner, einem Spezialisten für funktionale Vollholz-Sitzmöbel. Mit ihrer ungewöhnlichen Form soll die höhenverstellbare Liege den Komfort einer Hängematte nachempfinden und mit den Annehmlichkeiten eines klassischen Deckchairs kombinieren. Außerdem sieht das Holzgestell auch einfach gut aus, wenn man selbst (oder der Nachbar) im Vorbeigehen draufschaut – das ist bei Balkonmöbeln ja auch nicht ganz unwichtig.

Licht machen

Solarfunzel, Akkuleuchte, LED-Lichterkette – die Möglichkeiten, ein bisschen Licht nach draußen zu bringen, sind heute ziemlich vielfältig geworden. Eine echte Flamme ist dabei atmosphärisch aber immer noch die sinnlichste Variante. Eine neue Interpretation der klassischen Petroleum-Leuchte bietet der poppige Outdoor-Spezialist Fatboy mit der „Flamtastique XS“ – das niedliche Ding ist schon ohne Flamme ein Hingucker, mit Lampenöl befüllt wird es ein romantischer Tischaufsatz beim Essen al fresco, lässt sich aber auch in der Wohnung verwenden. Wem die XS-Version zu klein ist – Fatboy hat auch eine XL-Version, die mit 115cm Höhe und Bioethanol-Tank schon als veritable Gartenskulptur durchgeht.

Sonne reinlassen

Photovoltaik im Haushalt nutzen – das war lange Zeit kein Thema für Mieter oder Wohnungsbesitzer, mangels eigener Dachfläche. Das ändert sich, seit sogenannte Balkonkraftwerke auch im Handel immer mehr Aufmerksamkeit bekommen und günstiger werden. Unter dem Begriff versteht man kompakte, einfach zu installierende Solaranlagen, mit denen sich an einem geeigneten Balkon Strom zum eigenen Verbrauch erzeugen lässt. Laut Verbraucherzentralen kann so ein Solarset einem Haushalt pro Jahr etwa 200 bis 300 Euro an Stromkosten ersparen, bei Anschaffungskosten zwischen 600 und 1000 Euro rechnet sich die Anlage also recht schnell. Technisch gab es für die Einspeisung der Energie in den eigenen Stromkreis bisher einige Hürden und Vorschriften. In den vergangenen Wochen machte aber auch der Branchenverband VDE den Weg für eine einfachere Installation und Inbetriebnahme der Balkonkraftwerke frei, und in vielen Kommunen und Städten gibt es bereits Zuschüsse für die Anschaffung sogenannter „Stecker-Solargeräte“. Aber auch ohne Subvention dürfte es ziemlich befriedigend sein, vom eigenen Balkon nicht nur ein paar Tomaten zu ernten, sondern auch die Akkuladung für Laptop und E-Bike.

Team
Text Max Scharnigg
Digitales Storytelling Christian Tönsmann
Illustration Julien Kremer