Cinema Paradiso

Wolf Gaudlitz war schon immer der Meinung, dass man das Kino zu den Leuten bringen muss. Also bringt er es ihnen, nach Algerien oder Oberbayern. Von Träumen, Bränden und seuchensicheren Festen.

Text: Josef Wirnshofer, Fotos: Alessandra Schellnegger
23. Dezember 2021 - 15 Min. Lesezeit

Es hätte sein können, dass das Jahr zu Ende geht und Wolf Gaudlitz komplett erledigt ist. Es sah alles danach aus. Im Sommer ist ihm sein Cinemamobile, sein fahrbares Kino, bis auf die Pritsche abgebrannt. Der Laster, die Leinwand, die Wohnkabine, alles vom Feuer gefressen. Fotos, Kleider, ein neues Drehbuch, alles weg. Er fuhr mit dem Ding jahrelang durch die Wüste, floh damit vor Waffenschmugglern, drehte über all das einen Film. Und dann? Ein kaputtes Kabel, ein Kurzschluss, weiß der Teufel. Nach dem Brand telefonierte Wolf Gaudlitz mit einem Freund. Er sagte: Es ist vorbei.

Aber es kommt ja doch immer anders. Und manchmal kommt es besser.