Ukraine
Wo die Front verläuft – März bis Mai 2026

29. Mai bis 1. Juni
Tage 1556 bis 1559
Zwei Vorfälle mit Drohnen stechen in den vergangenen Tagen aus den Entwicklungen in Russlands Krieg gegen die Ukraine besonders hervor. In der Nacht zum 29. Mai ist eine Drohne in einen Wohnkomplex in der rumänischen Stadt Galați an der Grenze zur Ukraine eingeschlagen und hat mindestens zwei Menschen verletzt. Die Reaktion Moskaus war einerseits, die Herkunft zu bezweifeln und zu behaupten, es müsse eine ukrainische Drohne gewesen sein. Allerdings ist nach rumänischen Angaben inzwischen geklärt, dass es sich um eine russische Geran-2-Drohne handelt. Andererseits warnte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitrij Medwedjew, die europäischen Staaten vor weiteren solchen Vorfällen. Sie müssten damit rechnen, da sie sich direkt an dem Krieg gegen Russland beteiligen würden. Nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) scheint der russische Präsident Wladimir Putin bereit zu sein, das Risiko ziviler Opfer in Nato-Mitgliedstaaten hinzunehmen oder sogar als Test für die Bereitschaft dieser Staaten zu betrachten, auf russische Provokationen zu reagieren. Seit Beginn des umfassenden Angriffskrieges gegen die Ukraine haben russische Drohnen den rumänischen Luftraum bereits 28 Mal verletzt. Auch in den polnischen Luftraum sind bereits etliche dieser Fluggeräte vorgedrungen.
Beim zweiten Vorfall handelt es sich um einen angeblich ukrainischen Drohnenangriff auf das von Russland besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Wie Vertreter der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO berichten, gibt es durch eine Drohne verursachte Schäden an der Turbinenhalle des Kraftwerks. Dmitrij Medwedjew hat gedroht, sollte das AKW zerstört werden, würde Russland zur Vergeltung ukrainische Kernkraftwerke angreifen, oder sogar solche in Nato-Mitgliedsstaaten. Wie das ISW schreibt, hat Russland allerdings ukrainische AKW bereits systematisch bedroht und beschädigt. Zudem stationiert die russische Armee militärisches Gerät und Soldaten unmittelbar neben den Kernreaktoren des AKW Saporischschja und startet von dort aus Drohnen – vermutlich geht sie davon aus, dass sich die Ukraine hier mit Luftangriffen zurückhalten wird.
In den vergangenen Tagen haben ukrainische Drohnen erneut etliche Industrie- und Energieanlagen in Russland angegriffen, beschädigt wurden etwa die Ölpumpstation Lasarewo in der russischen Region Kirow, die Ölraffinerien bei Saratow und Wolgograd, ein Ölterminal in der Hafenstadt Feodossija, eine Ölpumpstation in Jaroslawl, eine Anlage in Armawir östlich von Krasnodar, eine Kunstfaserfabrik sowie ein Chemiewerk in Wolschski im Bezirk Wolgograd, ein Lager für Kraftstoffe in Matwejew Kurgan nordwestlich von Rostow am Don sowie ein FSB-Zentrum bei Temrjuk im Bezirk Krasnodar. In der Stadt Taganrog waren ein Ölterminal und ein Öltanker Ziele, auf dem Militärflughafen der Stadt wurden angeblich zwei Militärflugzeuge vom Typ Tu-142 sowie ein Raketenabwehrsystem getroffen. Hinter der Front richteten sich wieder etliche ukrainische Drohnenangriffe gegen russische Truppenansammlungen, Flugabwehrsysteme, Munitions- und Treibstofflager, Drohnenleitstellen und weitere militärische Ziele.
In Kostjantyniwka rücken die ukrainischen Truppen etwas vor, ebenso südlich der Stadt, außerdem östlich von Wowtschansk und östlich von Slowjansk. Südwestlich von Sumy haben die russischen Truppen angeblich die Dörfer Popiwka und Wysoke eingenommen.
Russische Drohnen- und Raketenangriffe haben verschiedene Städte in der Ukraine getroffen, in Cherson sowie in Tschuhujiw im Raum Charkiw wurden fünf Polizisten bei gezielten Drohnenangriffen auf ihre Fahrzeuge verletzt. Text: Markus C. Schulte von Drach; Karte: Michael Mainka

29. Mai bis 1. Juni
Tage 1556 bis 1559
Zwei Vorfälle mit Drohnen stechen in den vergangenen Tagen aus den Entwicklungen in Russlands Krieg gegen die Ukraine besonders hervor. In der Nacht zum 29. Mai ist eine Drohne in einen Wohnkomplex in der rumänischen Stadt Galați an der Grenze zur Ukraine eingeschlagen und hat mindestens zwei Menschen verletzt. Die Reaktion Moskaus war einerseits, die Herkunft zu bezweifeln und zu behaupten, es müsse eine ukrainische Drohne gewesen sein. Allerdings ist nach rumänischen Angaben inzwischen geklärt, dass es sich um eine russische Geran-2-Drohne handelt. Andererseits warnte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitrij Medwedjew, die europäischen Staaten vor weiteren solchen Vorfällen. Sie müssten damit rechnen, da sie sich direkt an dem Krieg gegen Russland beteiligen würden. Nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) scheint der russische Präsident Wladimir Putin bereit zu sein, das Risiko ziviler Opfer in Nato-Mitgliedstaaten hinzunehmen oder sogar als Test für die Bereitschaft dieser Staaten zu betrachten, auf russische Provokationen zu reagieren. Seit Beginn des umfassenden Angriffskrieges gegen die Ukraine haben russische Drohnen den rumänischen Luftraum bereits 28 Mal verletzt. Auch in den polnischen Luftraum sind bereits etliche dieser Fluggeräte vorgedrungen.
Beim zweiten Vorfall handelt es sich um einen angeblich ukrainischen Drohnenangriff auf das von Russland besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Wie Vertreter der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO berichten, gibt es durch eine Drohne verursachte Schäden an der Turbinenhalle des Kraftwerks. Dmitrij Medwedjew hat gedroht, sollte das AKW zerstört werden, würde Russland zur Vergeltung ukrainische Kernkraftwerke angreifen, oder sogar solche in Nato-Mitgliedsstaaten. Wie das ISW schreibt, hat Russland allerdings ukrainische AKW bereits systematisch bedroht und beschädigt. Zudem stationiert die russische Armee militärisches Gerät und Soldaten unmittelbar neben den Kernreaktoren des AKW Saporischschja und startet von dort aus Drohnen – vermutlich geht sie davon aus, dass sich die Ukraine hier mit Luftangriffen zurückhalten wird.
In den vergangenen Tagen haben ukrainische Drohnen erneut etliche Industrie- und Energieanlagen in Russland angegriffen, beschädigt wurden etwa die Ölpumpstation Lasarewo in der russischen Region Kirow, die Ölraffinerien bei Saratow und Wolgograd, ein Ölterminal in der Hafenstadt Feodossija, eine Ölpumpstation in Jaroslawl, eine Anlage in Armawir östlich von Krasnodar, eine Kunstfaserfabrik sowie ein Chemiewerk in Wolschski im Bezirk Wolgograd, ein Lager für Kraftstoffe in Matwejew Kurgan nordwestlich von Rostow am Don sowie ein FSB-Zentrum bei Temrjuk im Bezirk Krasnodar. In der Stadt Taganrog waren ein Ölterminal und ein Öltanker Ziele, auf dem Militärflughafen der Stadt wurden angeblich zwei Militärflugzeuge vom Typ Tu-142 sowie ein Raketenabwehrsystem getroffen. Hinter der Front richteten sich wieder etliche ukrainische Drohnenangriffe gegen russische Truppenansammlungen, Flugabwehrsysteme, Munitions- und Treibstofflager, Drohnenleitstellen und weitere militärische Ziele.
In Kostjantyniwka rücken die ukrainischen Truppen etwas vor, ebenso südlich der Stadt, außerdem östlich von Wowtschansk und östlich von Slowjansk. Südwestlich von Sumy haben die russischen Truppen angeblich die Dörfer Popiwka und Wysoke eingenommen.
Russische Drohnen- und Raketenangriffe haben verschiedene Städte in der Ukraine getroffen, in Cherson sowie in Tschuhujiw im Raum Charkiw wurden fünf Polizisten bei gezielten Drohnenangriffen auf ihre Fahrzeuge verletzt. Text: Markus C. Schulte von Drach; Karte: Michael Mainka