Ukraine

Wo die Front verläuft – Juni bis September 2025

Wie hat sich der Krieg in der Ukraine von Juni bis September 2025 entwickelt? Der Überblick in Karten.

29. Oktober 2025

30. September

Tag 1315

Die Sommeroffensive der russischen Armee scheint in vielen Bereichen gescheitert zu sein. Schon seit mehreren Wochen nimmt die Anzahl und die Wucht der russische Angriffe ab, an einigen Stellen gelingen der Ukraine sogar Vorstöße. Das schreibt auch der deutsche Sicherheits- und Ukraine-Experte Nico Lange bei X. Die Verluste für die russische Armee bleiben enorm, sind aber weiterhin Teil der Strategie im Kreml. Trotzdem ist der Druck weiter hoch, unter dem die ukrainschen Landesverteidiger stehen.

Ein Grund für die ausbleibenden Erfolge für Russland an der Front sind die ukrainischen Drohnen. Vielerorts ist es Russland deshalb seit Monaten gar nicht möglich, größere, mechanisierte Angriffe zu starten. Im nördlichen Bezirk Charkiw etwa soll es dem ukrainischen Militär zufolge seit Anfang August keinen größeren Angriff mehr gegeben haben. Auch bei Pokrowsk, wo die Ukraine an der Front am stärksten unter Druck steht, finden kaum größere Angriffe statt. Russland versucht dort an vielen Orten mit kleinen Einheiten hinter die ukrainischen Linien zu kommen – ein brutales und sehr verlustreiches Vorgehen.

Bei Dobropillja mehren sich die Berichte, dass der Ukraine größere Erfolge gelingen. Russische Truppen müssen sich östlich der Stadt von einigen Stellungen zurückziehe. Der ukrainische Oberbefehlshaber General Oleksandr Syrskyi behauptet, die Ukraine habe dort einige russische Einheiten eingekreist. In den letzten Wochen habe die Armee ein Gebiet von etwa 175 Quadratkilometern befreit. Auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach zuletzt von 160 Quadratkilometern, die befreit worden seien. Ein in dem Gebiet tätiger Unteroffizier berichtet, trotz der russischen Verluste nehmen die Angriffe der russischen Armee nicht ab. Die Folge seien weitere, schwere Verluste für Russland. Unabhängig lassen sich diese Berichte nicht verifizieren, sie fügen sich aber zu einem Bild zusammen. Das Institute for the Study of War schätzte die Lage vor einigen Tagen so ein: Die aus Kiew genannten Zahlen über die Gebietsgewinne deckten sich bisher nicht mit den Video- und Bildaufnahmen, die man geolokalisieren konnte. Dennoch deuteten auch Berichte russischer Kriegsblogger darauf hin, dass die Ukraine an diesem Frontabschnitt die Initiative übernommen habe. Text: Leopold Zaak; Karte: Michael Mainka

30. September

Tag 1315

Die Sommeroffensive der russischen Armee scheint in vielen Bereichen gescheitert zu sein. Schon seit mehreren Wochen nimmt die Anzahl und die Wucht der russische Angriffe ab, an einigen Stellen gelingen der Ukraine sogar Vorstöße. Das schreibt auch der deutsche Sicherheits- und Ukraine-Experte Nico Lange bei X. Die Verluste für die russische Armee bleiben enorm, sind aber weiterhin Teil der Strategie im Kreml. Trotzdem ist der Druck weiter hoch, unter dem die ukrainschen Landesverteidiger stehen.

Ein Grund für die ausbleibenden Erfolge für Russland an der Front sind die ukrainischen Drohnen. Vielerorts ist es Russland deshalb seit Monaten gar nicht möglich, größere, mechanisierte Angriffe zu starten. Im nördlichen Bezirk Charkiw etwa soll es dem ukrainischen Militär zufolge seit Anfang August keinen größeren Angriff mehr gegeben haben. Auch bei Pokrowsk, wo die Ukraine an der Front am stärksten unter Druck steht, finden kaum größere Angriffe statt. Russland versucht dort an vielen Orten mit kleinen Einheiten hinter die ukrainischen Linien zu kommen – ein brutales und sehr verlustreiches Vorgehen.

Bei Dobropillja mehren sich die Berichte, dass der Ukraine größere Erfolge gelingen. Russische Truppen müssen sich östlich der Stadt von einigen Stellungen zurückziehe. Der ukrainische Oberbefehlshaber General Oleksandr Syrskyi behauptet, die Ukraine habe dort einige russische Einheiten eingekreist. In den letzten Wochen habe die Armee ein Gebiet von etwa 175 Quadratkilometern befreit. Auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach zuletzt von 160 Quadratkilometern, die befreit worden seien. Ein in dem Gebiet tätiger Unteroffizier berichtet, trotz der russischen Verluste nehmen die Angriffe der russischen Armee nicht ab. Die Folge seien weitere, schwere Verluste für Russland. Unabhängig lassen sich diese Berichte nicht verifizieren, sie fügen sich aber zu einem Bild zusammen. Das Institute for the Study of War schätzte die Lage vor einigen Tagen so ein: Die aus Kiew genannten Zahlen über die Gebietsgewinne deckten sich bisher nicht mit den Video- und Bildaufnahmen, die man geolokalisieren konnte. Dennoch deuteten auch Berichte russischer Kriegsblogger darauf hin, dass die Ukraine an diesem Frontabschnitt die Initiative übernommen habe. Text: Leopold Zaak; Karte: Michael Mainka

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.