Sommer der Sozialreformen

Für wen sich Arbeit noch lohnt

In der Grundsicherung, so behaupten manche, bekommt man fast so viel Geld wie für einen bezahlten Job. Kann das wirklich sein? Und was plant die Bundesregierung, um Erwerbstätige zu entlasten?

16. August 2026 | Lesezeit: 6 Min.
Ob sich Arbeit „lohnt“, das ist eine Frage der Perspektive. Es kommt zum Beispiel darauf an, mit wem man sich vergleicht: Viele jüngere Menschen etwa meinen, für sie lohne sich Arbeit nicht mehr so wie für die Generation ihrer Eltern. Mieten und Immobilienpreise sind vielerorts deutlich höher als früher, für die Jungen ist es deshalb schwerer, sich etwas aufzubauen. Einer Umfrage zufolge glauben 41 Prozent der 18- bis 25-Jährigen nicht mehr daran, dass sie es durch Arbeit einmal besser haben könnten als ihre Eltern.

Anders sieht es aus, wenn man Vergleiche anstellt zwischen Menschen, die erwerbstätig arbeiten oder nicht. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung etwa hat berechnet, ob Niedrigverdiener auch wirklich mehr im Portemonnaie haben als Empfänger von Bürgergeld, das seit Juli nun Grundsicherung heißt. Denn das war ja immer die Kritik, insbesondere von der in Teilen rechtsextremen AfD, aber auch von der Union, nachdem die Ampelkoalition 2023 das Bürgergeld eingeführt hatte: Die Regeln seien zu lasch, am Ende machten es sich womöglich Menschen zu Hause bequem, statt zu arbeiten. „Zeit, dass sich Arbeit wieder lohnt“, plakatierte die AfD im Bundestagswahlkampf 2025.

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