Es gibt kein Entkommen, auch nicht für die Täter

Twana H. S. am Montag im Gerichtssaal in München.
Twana H. S. am Montag im Gerichtssaal in München.
Twana H. S. am Montag im Gerichtssaal in München.

Lebenslänglich für ihn, neun Jahre für sie: So lautet das Urteil gegen die Iraker, die zwei Jesidinnen versklavten. Und die Botschaft, die von diesem Urteil ausgeht, richtet sich an die ganze Welt.

13. Juli 2026 | Lesezeit: 5 Min.

Es ist 9.30 Uhr, als sie ein letztes Mal zur Anklagebank geführt werden. Er in einem glatt gebügelten Hemd, sie in einem ausgewaschenen Hoodie. Er setzt sich ans hintere Ende der Anklagebank, lässt mehrere Stühle Abstand zu ihr. Er, der an so vielen Prozesstagen dazwischenredete, der nicht stillhalten konnte und der immer wieder gebändigt werden musste von seinen Verteidigern. Sie setzt sich ans vordere Ende der Bank, direkt vor den Senat. Sie, die oft regungslos auf den Boden starrte, die ihr langes Haar ins Gesicht hängen ließ wie einen Vorhang, der die Welt aussperrt, und die irgendwann doch redete, ein paar karge Worte zumindest.

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