Wiener Blut

Österreichs Hauptstadt war immer schon ein Agenten-Hotspot. Dass ein österreichischer Beamter für Russland und Jan Marsalek spioniert haben soll, hat dann aber doch eine neue Qualität. Eindrücke aus einem verstörenden Prozess.

Wiener Blut

Österreichs Hauptstadt war immer schon ein Agenten-Hotspot. Dass ein österreichischer Beamter für Russland und Jan Marsalek spioniert haben soll, hat dann aber doch eine neue Qualität. Eindrücke aus einem verstörenden Prozess.

11. Mai 2026 | Lesezeit: 12 Min.

Der wichtigste Zeuge ist nicht gekommen. Aber Dmitrij Senin fehlt nicht, weil er krank oder verhindert ist. Er müsse, sagt sein Anwalt, um sein Leben fürchten, sollte er in diesem Wiener Gerichtssaal erscheinen oder sonst irgendwo in Österreich. Der Zeuge war Offizier beim russischen Geheimdienst FSB, bevor er in Moskau in Ungnade fiel und in Montenegro untertauchte. Dort würde er vielleicht heute noch unbehelligt leben, wenn da nicht dieser österreichische Polizist gewesen wäre. Der arbeitete beim österreichischen Nachrichtendienst und soll, so sieht es die Staatsanwaltschaft, 2017 in Polizeidatenbanken nach Senins Aufenthaltsort recherchiert haben.

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