Werkstattbericht
Wie wir die NSDAP-Akten ausgewertet haben
Der NS-Staat hat nicht nur seine verbrecherische Bürokratie genau dokumentiert – auch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) zeichnete penibel auf, welche Menschen sich ihr angeschlossen hatten. Wer die mehr als zehn Millionen Mitglieder waren, wer sich besonders früh der Partei Adolf Hitlers anschloss oder von ihr ausgezeichnet wurde, das konnte man bisher nur über mühsame Einzelfallanfragen im Bundesarchiv recherchieren.
Seit März sind die Mitgliederakten online zugänglich, ins Netz gestellt von den National Archives in Washington. Am Tag der Veröffentlichung brachen die Archiv-Server zusammen, so groß war das Interesse an den Dokumenten. Doch obwohl sich die Daten nach Stichworten durchsuchen lassen, muss man sich in der Regel durch viele Bilder klicken, um etwas über die eigene Familiengeschichte zu erfahren.
Landet man tatsächlich einen Treffer, bleiben trotzdem viele Fragen offen: Denn ohne historischen Kontext lässt sich mit den Mitgliedskarten an sich wenig anfangen. Ja, diese Person – die Oma, der Urgroßonkel oder der Vater – war in der NSDAP. Aber mit allen weiteren Fragen bleiben Angehörige und Interessierte allein zurück.
Antworten zu den wichtigsten Fragen im Überblick: