Bei Nacht
Wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, öffnet sich ein ganz eigener Raum. Für manche bedeutet er Freiheit, für andere Einschränkung. Einige finden endlich Zeit, sich ihren Gedanken zu widmen, für andere beginnt erst dann der Arbeitsalltag.
In unserem Schwerpunkt blicken wir auf Orte und Lebensrealitäten, die sichtbar werden, wenn es dunkel wird.
Dazu gehört manchmal auch, dass der Körper längst müde ist, der Kopf aber noch wach bleibt. Man scrollt weiter, man liest weiter, weil man noch ein wenig Zeit für sich haben will – wohl wissend, dass der Wecker bald klingelt. Dieses Phänomen hat einen Namen: Revenge Bedtime Procrastination. Unsere Autorin kennt es nur zu gut.
Kommen Sie nachts zur Ruhe, werden Sie erst richtig wach oder spielt diese Tageszeit in Ihrem Leben eine ganz andere Rolle?
Um herauszufinden, was Menschen nachts beschäftigt, sind wir quer durch Deutschland gereist. Zu wohnungslosen Menschen in Berlin, für die Nächte oft mehr Bedrohung als Rückzug sind. Zu einem Hamburger Nachtportier, dessen Arbeit im Luxushotel dann beginnt, wenn andere schlafen gehen. Und auf einen Kutter in der Nordsee zu den letzten deutschen Krabbenfischern, die um ihre Zukunft bangen.
Aber für besondere Geschichten muss man nicht immer weit reisen. In München haben wir mit jungen Menschen über ihre Nächte gesprochen:
Außerdem haben Frauen uns gezeigt, was sie bei sich tragen, um sich nachts sicherer zu fühlen. Und wir haben Räume in München besucht, die queeren Menschen früher Zuflucht boten und heute neu verhandelt werden müssen.
Jetzt wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen! Dafür lohnt es sich, länger wach zu bleiben.