
Foto: Ronny Hartmann/AFP
Foto: Ronny Hartmann/AFP
24. Juni 2026 | Lesezeit: 12 Min.
Susanne S. hat ihm wirklich lang zugehört. Stundenlang, tagelang, genau genommen sieben Monate lang. Sie hat sich seine Verschwörungserzählungen angehört, die Drohungen, die Geschichten über seine Katze, das selbst geschriebene Gedicht und seine Klagen, er sei in der Untersuchungshaft vergiftet worden, die Toilette in seiner Zelle sei verstopft gewesen, die Matratze so hart wie ein Tisch. Sie hat ihn schreien hören, toben sehen und weinen.