Zuhören, bis es wehtut

Lukas Rietzschel ist jung, ostdeutsch und erfolgreicher Schriftsteller. Also soll er sie ständig erklären: „die Ostdeutschen“. Und wenn es „die“ gar nicht gibt? Unterwegs mit einem Mann, der die Menschen manchmal selbst nicht versteht – aber es zumindest versucht.

Zuhören, bis es wehtut

Lukas Rietzschel ist jung, ostdeutsch und erfolgreicher Schriftsteller. Also soll er sie ständig erklären: „die Ostdeutschen“. Und wenn es „die“ gar nicht gibt? Unterwegs mit einem Mann, der die Menschen manchmal selbst nicht versteht – aber es zumindest versucht.

12. Mai 2026 | Lesezeit: 11 Min.

Der Mann am Nebentisch. Hat sich erst, im Nachhinein kann man es kaum anders sagen, betont unauffällig verhalten. Hat dann so sehr ohne Punkt und Komma in sein Telefon hineingesprochen, dass die Person am anderen Ende entweder taub sein musste oder dass, was im Nachhinein auch so naheliegend erscheint, ganz einfach niemand dran war. Für diese These spricht auch die Tatsache, dass der Mann nach einer Weile so laut auf das Gerät einredet, dass man ihn sicherlich in Kodersdorf, vermutlich auch in Niesky und womöglich noch in Quitzdorf am See selbst ohne Telefon bestens hört, obwohl er gerade in der Berliner Straße in Görlitz vor dem syrisch-arabischen Imbiss „Mal Alscham“ sitzt, wo sich auch Lukas Rietzschel und Martin Stefke vor einigen Minuten niedergelassen haben, um einen Shawarma zu bestellen.

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