Landtagswahl

So hat Baden-Württemberg gewählt

Von Sören Müller-Hansen, Oliver Schnuck, Markus Hametner, Stefan Kloiber, Berit Kruse, Marie-Louise Timcke und Sarah Unterhitzenberger
8. März 2026 | Lesezeit: 3 Min.

In Baden-Württemberg wurde ein neuer Landtag gewählt. Hier finden Sie die Ergebnisse in Grafiken und auf Wahlkreiskarten. Inzwischen sind alle Wahlkreise ausgezählt. 

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick

  • Die Grünen haben die Wahl gewonnen, allerdings nur mit einem halben Prozentpunkt Vorsprung vor der CDU.
  • Drittstärkste Kraft wird die AfD, sie kann ihr Ergebnis von 2021 beinahe verdoppeln.
  • Die SPD liegt mit 5,5 Prozent der Zweistimmen nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.
  • FDP und Die Linke verpassen den Einzug in den Landtag.
  • Die Wahlbeteiligung liegt bei etwa 70 Prozent.

Bei dieser Landtagswahl hatten Wahlberechtigte in Baden-Württemberg erstmals zwei Stimmen. Die Zweitstimme entscheidet diesmal über die Gesamtverteilung der Sitze im Landtag. Bei den Ergebnissen der Wahl von 2021 wird nicht zwischen Erst- und Zweitstimme differenziert. Die Grünen haben die meisten Zweitstimmen erreicht und die Wahl damit knapp gewonnen. 

Zum neuen Wahlrecht gehörte auch das herabgesetzte Wahlalter: Bei diesen Landtagswahlen durften auch 16-Jährige ihre Stimmen abgeben.

In Baden-Württemberg werden vorraussichtlich weiter Grüne und CDU die Regierung bilden. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat die CDU bereits zu einer neuen Zusammenarbeit aufgerufen. Auf den Erfolgen der gemeinsamen Regierungsjahre solle man aufbauen, sagte er. Es gehe nicht um „rein grün oder rein schwarz“, sondern um Baden-Württemberg. 

Eine Koalition von CDU und AfD wäre zwar rein rechnerisch möglich, wird aber von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel ausgeschlossen. „Für mich ist kein Amt der Welt so wichtig, dass ich mich mit Stimmen der AfD dort hineinwählen lasse“, sagte er im SWR. Weil die SPD historisch schlecht abschnitt und die FDP den Einzug in den Landtag verpasst, ist die von Manuel Hagel im Wahlkampf favorisierte Deutschland-Koalition nicht möglich.

Jahrzehntelang dominierten CDU und SPD den baden-württembergischen Landtag – bis das Atomunglück von Fukushima den Grünen kräftigen Aufwind verlieh. Seit 15 Jahren stellen die Grünen den Ministerpräsidenten, seit zehn Jahren koalieren sie mit der CDU

Trotzdem verschieben sich die Machtverhältnisse im Landtag: Die AfD wird wie zuletzt vor zehn Jahren wieder drittstärkste Kraft. Grüne und CDU liegen nah beieinander. Die FDP verpasst den Einzug in den baden-württembergischen Landtag erstmals.

Ergebnisse aus den Wahlkreisen

Die Grünen gewinnen die Städte, die CDU ist stark auf dem Land. Das galt auch bei dieser Landtagswahl. Die folgenden Karten zeigen, welche Parteien in den 70 Wahlkreisen vorn liegen und wo die Wahlbeteiligung besonders hoch war.

Über die oben stehenden Sprungmarken gelangen Sie direkt zu den Ergebnissen, die Sie interessieren.

Diese Karte zeigt je Wahlkreis, welche Partei die meisten Zweistimmen gewinnen konnte. CDU und Grüne gewinnen die meisten Wahlkreise, die AfD hat in Pforzheim die meisten Zweitstimmen.

Zweitstärkste Kraft wird die AfD auch in vielen ländlichen Wahlkreisen Baden-Württembergs.

Diese Karte zeigt je Wahlkreis, welche Partei die meisten Zweistimmen gewinnen konnte. CDU und Grüne gewinnen die meisten Wahlkreise, die AfD hat in Pforzheim die meisten Zweitstimmen.

Zweitstärkste Kraft wird die AfD auch in vielen ländlichen Wahlkreisen Baden-Württembergs.

Die Grünen haben ihre Hochburgen vor allem in den baden-württembergischen Städten. Ihr bestes Ergebnis erreichen sie im Wahlkreis Stuttgart: Im Wahlkreis von Spitzenkandidaten Cem Özdemir bekommen sie die Hälfte der Zweitstimmen.

Die Grünen haben ihre Hochburgen vor allem in den baden-württembergischen Städten. Ihr bestes Ergebnis erreichen sie im Wahlkreis Stuttgart: Im Wahlkreis von Spitzenkandidaten Cem Özdemir bekommen sie die Hälfte der Zweitstimmen.

Die CDU ist auf dem Land besonders erfolgreich. Auch ihr bestes Ergebnis erzielten sie im Wahlkreis ihres Spitzenkandidaten: Manuel Hagel ist in Ehingen angetreten.

Die CDU ist auf dem Land besonders erfolgreich. Auch ihr bestes Ergebnis erzielten sie im Wahlkreis ihres Spitzenkandidaten: Manuel Hagel ist in Ehingen angetreten.

Wo die Grünen schwach sind, ist die AfD stark - und andersherum. In den Städten landet die Partei teils unter 10 Prozent. In Tuttlingen-Donaueschingen wählt mehr als jeder Vierte die AfD.

Wo die Grünen schwach sind, ist die AfD stark - und andersherum. In den Städten landet die Partei teils unter 10 Prozent. In Tuttlingen-Donaueschingen wählt mehr als jeder Vierte die AfD.

Für die SPD ist es ein historisch schlechtes Ergebnis. Im ländlichen Raum wären die Sozialdemokraten an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, in Biberach landet sie gar bei 3,6 Prozent.

Für die SPD ist es ein historisch schlechtes Ergebnis. Im ländlichen Raum wären die Sozialdemokraten an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, in Biberach landet sie gar bei 3,6 Prozent.

Die Wahlbeteiligung war in ganz Baden-Württemberg hoch, in Freiburg I gaben mehr als drei Viertel der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Die Wahlbeteiligung war in ganz Baden-Württemberg hoch, in Freiburg I gaben mehr als drei Viertel der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Erststimmen

Bisher konnten Wahlberechtigte in Baden-Württemberg nur eine Stimme bei den Landtagswahlen abgeben, die dann sowohl für die Gesamtverteilung der Sitze im Landtag als auch für die Direktkandidaten im Wahlkreis zählte. Zum ersten Mal konnten sie nun in Erst- und Zweitstimme differenzieren.

Die meisten Direktmandate gingen an die CDU, die AfD gewann mit Mannheim I einen Wahlkreis nach Erststimmen. 

Die meisten Direktmandate gingen an die CDU, die AfD gewann mit Mannheim I einen Wahlkreis nach Erststimmen. 

Detaillierte Analysen für jeden Wahlkreis

Die Süddeutsche Zeitung bereitet die Ergebnisse aller Wahlkreise für Sie in automatisch aktualisierten Artikeln auf. Hier gelangen Sie zum Wahlergebnis in einem bestimmten Wahlkreis in der Einzelanalyse:

Text: Berit Kruse, Marie-Louise Timcke; Entwicklung: Markus Hametner, Stefan Kloiber, Sören Müller-Hansen, Theresa Eingartner, Oliver Schnuck; Infografik und Design: Sarah Unterhitzenberger; Testing: Malte Hornbergs

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