Explosion auf Krim-Brücke

Schlag gegen Putins Prestigeprojekt

Die 19 Kilometer lange Brücke vom russischen Festland auf die von Russland annektierte ukrainische Krim ist ein wichtiges Symbol der russischen Herrschaft über die Halbinsel.

Vor Angriffen auf die Krim-Brücke hatte Moskau gewarnt. Nun hat eine Explosion Teile der Brücke zerstört.

Von Oliver Klasen und Jana Anzlinger
8. Oktober 2022

2014, als Russland die Krim annektierte, gab es zunächst keine Landverbindung von dort zum russischen Festland. Daher trieb Kremlchef Wladimir Putin den Bau der Brücke mit allerhöchster Priorität und mit einem für ein solches Großprojekt gewaltigen Tempo voran.

Der Präsident selbst weihte im Mai 2018, nur vier Jahre nach der illegalen Annexion der Krim, die Brücke ein.

Das Bauwerk gilt als außergewöhnliche Ingenieursleistung. Es besteht aus einer Eisenbahnverbindung und einer vierspurigen Autobahn, die getrennt und zum Teil auf unterschiedlichen Höhen über die Straße von Kertsch, einer Meerenge zwischen der Krim und dem südlichen Russland, verlaufen.

Die Bedeutung, die diese Brücke für die Verbindung zwischen Russland und der Halbinsel Krim hat, ist nicht nur symbolisch, sondern auch strategisch: Sie ist die einzige Straße auf die Krim, die nicht über ukrainisches Gebiet führt.

Eine Explosion und ein Brand haben die Krim-Brücke nun schwer beschädigt. Mehrere Waggons eines Güterzugs standen am Samstagmorgen in Flammen. Russlands nationales Ermittlungskomitee teilte am Samstagvormittag mit, dass nach vorläufigen Angaben ein Lastwagen auf der Brücke explodiert sei. Durch die Explosion seien sieben mit Treibstoff gefüllte Kesselwägen des Güterzugs in Brand geraten. Es handelt sich aber angesichts der bekannten Bilder bei dem Brand offenbar nicht um die Ursache, sondern um eine Folge der Explosion.

Die Fahrbahn ist an mindestens zwei Stellen eingestürzt. Russische Behörden meldeten am Samstagmittag zunächst drei getötete Menschen. Der Verkehr über die Brücke wurde eingestellt.

Blick auf die brennende Brücke von der Region Kertsch aus: Die Ukraine, die sich gegen einen Angriffskrieg Russlands seit Ende Februar wehrt, hat immer wieder angekündigt, sich die Krim zurückzuholen. Zuletzt kam es in der Region Kertsch, die auf der Krim direkt an die Brücke grenzt, wiederholt zu Zwischenfällen mit Drohnen, die explodierten. Russland wiederum betonte, dass ein Angriff auf die Brücke ein klares Überschreiten der roten Linie sei.

Mit Spezialhubschraubern versuchte die Krim-Verwaltung, das Feuer auf der Eisenbahnbrücke zu löschen. Das russische Zivilschutzministerium teilte am Mittag mit, der Brand sei gelöscht.

Putin hat offiziellen Angaben zufolge bereits eine Kommission zur Untersuchung der Ursachen des Feuers eingesetzt. Bilder zeigen offenbar Mitglieder der Kommission auf der Brücke.

Am Nachmittag teilen russische Ermittler mit, dass drei Leichen aus dem Wasser gezogen worden seien: der Lastwagenfahrer sowie ein Mann und eine Frau, die in einem Auto neben dem explodierten Lastwagen fuhren. Ermittelt worden sei bereits der Halter des Lastwagens, ein Einwohner des Gebiets Krasnodar im Süden Russlands.

Die Internetzeitung Ukrajinska Prawda berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise in Kiew, dass der Geheimdienst SBU hinter der Spezialoperation stecke. Der SBU bestätigte das nicht, veröffentlichte aber wie viele offizielle Stellen in der Ukraine in den sozialen Netzwerken Aufnahmen von der brennenden Brücke – und stellte ein Gedicht dazu.

Postchef Ihor Smyljanskyj kündigte im Nachrichtenkanal Telegram den Druck einer Sondermarke von der Brücke an. Wie diese aussehen könnte, zeigt eine von Künstlern in Kiew aufgestellte menschenhohe Briefmarke.

Wartende Menschen vor dem Eingang des Fähren-Terminals von Kertsch: Die Behörden auf der Krim kündigten an, den Verkehr über Fähren und über den zuletzt in der Ukraine besetzten Landkorridor sicherzustellen. Es drohten keine Versorgungsengpässe, hieß es in der Krim-Hauptstadt Simferopol.

Explosion auf Krim-Brücke

Schlag gegen Putins Prestigeprojekt

Die 19 Kilometer lange Brücke vom russischen Festland auf die von Russland annektierte ukrainische Krim ist ein wichtiges Symbol der russischen Herrschaft über die Halbinsel.

Vor Angriffen auf die Krim-Brücke hatte Moskau gewarnt. Nun hat eine Explosion Teile der Brücke zerstört.

2014, als Russland die Krim annektierte, gab es zunächst keine Landverbindung von dort zum russischen Festland. Daher trieb Kremlchef Wladimir Putin den Bau der Brücke mit allerhöchster Priorität und mit einem für ein solches Großprojekt gewaltigen Tempo voran.

Der Präsident selbst weihte im Mai 2018, nur vier Jahre nach der illegalen Annexion der Krim, die Brücke ein.

Das Bauwerk gilt als außergewöhnliche Ingenieursleistung. Es besteht aus einer Eisenbahnverbindung und einer vierspurigen Autobahn, die getrennt und zum Teil auf unterschiedlichen Höhen über die Straße von Kertsch, einer Meerenge zwischen der Krim und dem südlichen Russland, verlaufen.

Die Bedeutung, die diese Brücke für die Verbindung zwischen Russland und der Halbinsel Krim hat, ist nicht nur symbolisch, sondern auch strategisch: Sie ist die einzige Straße auf die Krim, die nicht über ukrainisches Gebiet führt.

Eine Explosion und ein Brand haben die Krim-Brücke nun schwer beschädigt. Mehrere Waggons eines Güterzugs standen am Samstagmorgen in Flammen. Russlands nationales Ermittlungskomitee teilte am Samstagvormittag mit, dass nach vorläufigen Angaben ein Lastwagen auf der Brücke explodiert sei. Durch die Explosion seien sieben mit Treibstoff gefüllte Kesselwägen des Güterzugs in Brand geraten. Es handelt sich aber angesichts der bekannten Bilder bei dem Brand offenbar nicht um die Ursache, sondern um eine Folge der Explosion.

Die Fahrbahn ist an mindestens zwei Stellen eingestürzt. Russische Behörden meldeten am Samstagmittag zunächst drei getötete Menschen. Der Verkehr über die Brücke wurde eingestellt.

Blick auf die brennende Brücke von der Region Kertsch aus: Die Ukraine, die sich gegen einen Angriffskrieg Russlands seit Ende Februar wehrt, hat immer wieder angekündigt, sich die Krim zurückzuholen. Zuletzt kam es in der Region Kertsch, die auf der Krim direkt an die Brücke grenzt, wiederholt zu Zwischenfällen mit Drohnen, die explodierten. Russland wiederum betonte, dass ein Angriff auf die Brücke ein klares Überschreiten der roten Linie sei.

Mit Spezialhubschraubern versuchte die Krim-Verwaltung, das Feuer auf der Eisenbahnbrücke zu löschen. Das russische Zivilschutzministerium teilte am Mittag mit, der Brand sei gelöscht.

Putin hat offiziellen Angaben zufolge bereits eine Kommission zur Untersuchung der Ursachen des Feuers eingesetzt. Bilder zeigen offenbar Mitglieder der Kommission auf der Brücke.

Am Nachmittag teilen russische Ermittler mit, dass drei Leichen aus dem Wasser gezogen worden seien: der Lastwagenfahrer sowie ein Mann und eine Frau, die in einem Auto neben dem explodierten Lastwagen fuhren. Ermittelt worden sei bereits der Halter des Lastwagens, ein Einwohner des Gebiets Krasnodar im Süden Russlands.

Die Internetzeitung Ukrajinska Prawda berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise in Kiew, dass der Geheimdienst SBU hinter der Spezialoperation stecke. Der SBU bestätigte das nicht, veröffentlichte aber wie viele offizielle Stellen in der Ukraine in den sozialen Netzwerken Aufnahmen von der brennenden Brücke – und stellte ein Gedicht dazu.

Postchef Ihor Smyljanskyj kündigte im Nachrichtenkanal Telegram den Druck einer Sondermarke von der Brücke an. Wie diese aussehen könnte, zeigt eine von Künstlern in Kiew aufgestellte menschenhohe Briefmarke.

Wartende Menschen vor dem Eingang des Fähren-Terminals von Kertsch: Die Behörden auf der Krim kündigten an, den Verkehr über Fähren und über den zuletzt in der Ukraine besetzten Landkorridor sicherzustellen. Es drohten keine Versorgungsengpässe, hieß es in der Krim-Hauptstadt Simferopol.

Team
Text Oliver Klasen, Jana Anzlinger
Digitales Storytelling Oliver Klasen, Jana Anzlinger
Weiteres Material Nachrichtenagenturen dpa und Reuters