Ein Land, zwei Welten

Krieg in der Ukraine. Eine Dokumentation in Bildern.

Die 17. Woche

Ein ukrainischer Soldat bewacht das Industriegebiet von Sjewjerodonezk in der umkämpften Region Luhansk.

Währenddessen nimmt in Kiew mit der Aufführung von Rossinis "Der Barbier von Sevilla" die Oper ihren regulären Betrieb wieder auf.

Über die Gleichzeitigkeit von scheinbarer Normalität und Kampf in einem vom Krieg zerrissenen Land.

Von Daniel Hofer, Sabrina Ebitsch, Christine Kokot und Iris Spiegelberger

23. Juni 2022 - 3 Min. Lesezeit

Bachmut

Ein Tag am See: Strahlender Sonnenschein könnte die Menschen selbst im Osten der Ukraine einige Stunden lang die Realität fast vergessen lassen. Fast. Ein schwarzer Raketenschweif hängt wie ein Menetekel am blauen Himmel.

Tschernihiw

Weiter im Westen, bei Tschernihiw nordöstlich von Kiew, versucht ein Mann die Schrecken des Krieges in etwas Buntes und Fröhliches zu verwandeln: Aus alten Munitionskisten baut er ein Spielhaus für die Kinder des Dorfes.

Kiew

In der Hauptstadt bemüht man sich um den Anschein von Normalität: Die Schauspielerin Lilia Grevtsova schminkt sich vor ihrem Auftritt in der Kiewer Oper, in der nun wieder regelmäßig Aufführungen stattfinden.

In einem Stadtpark im Zentrum küsst sich ein Paar. Auch in Kiew liegen Liebe und Leid jedoch nah beieinander.

Unweit der Verliebten gedenken Menschen Oleh Kuzyn, des gefallenen Kommandanten eines ukrainischen Bataillons.

Ukraines Präsident Wolodimir Selenskij, bekannt geworden als Schauspieler, empfängt Hollywoodstar Ben Stiller. Der US-Amerikaner ist auf einer Reise durch mehrere Länder Europas und besucht unter anderem Flüchtlingslager.

Stiller ist Botschafter des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR. In Irpin, einem Vorort von Kiew, macht sich der 56-Jährige ein eigenes Bild von der Zerstörung.

Charkiw

An den Besuch von Weltstars ist in Charkiw nicht zu denken. Ein Anwohner starrt auf einen Krater, den eine Rakete hinterlassen hat. Nach wochenlanger Feuerpause nimmt das russische Militär die Stadt im Nordosten der Ukraine wieder unter Beschuss. 20 Menschen kommen ums Leben.

Auch das Gebäude des Saltiw-Straßenbahndepots liegt nach einem Raketenbeschuss in Trümmern. Nach Einschätzung der ukrainischen Regierung möchte Russland erzwingen, dass Truppen aus der umkämpften Region Luhansk nach Charkiw abgezogen werden müssen.

Druschkiwka

Menschen stehen vor den brennenden Überresten eines Gebäudes in Druschkiwka in der Region Donezk. Das russische Militär konzentriert seine Angriffe weiterhin auf den Donbass.

Lyssytschansk

In der Region Luhansk waren Lyssytschansk, wo russischer Beschuss wie hier nach ukrainischen Angaben "katastrophale Schäden" angerichtet hat, und Sjewjerodonezk lange Zeit die letzten noch nicht von Russland eingenommenen Städte. Am Freitagmorgen hat die Ukraine nun den Abzug der Truppen zumindest aus Sjewjerodonezk angekündigt.

Sjewjerodonezk

Die Stadt sei zum größten Teil von den russischen Streitkräften besetzt, sagte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, im Fernsehen. "Es ist sinnlos, in Stellungen zu bleiben, die über viele Monate hinweg zertrümmert wurden, nur um dort zu bleiben", fügte er hinzu.

Ein Land, zwei Welten

Krieg in der Ukraine. Eine Dokumentation in Bildern.

Die 17. Woche

Ein ukrainischer Soldat bewacht das Industriegebiet von Sjewjerodonezk in der umkämpften Region Luhansk.

Währenddessen nimmt in Kiew mit der Aufführung von Rossinis "Der Barbier von Sevilla" die Oper ihren regulären Betrieb wieder auf.

Über die Gleichzeitigkeit von scheinbarer Normalität und Kampf in einem vom Krieg zerrissenen Land.

Von Daniel Hofer, Sabrina Ebitsch, Christine Kokot und Iris Spiegelberger

Bachmut

Ein Tag am See: Strahlender Sonnenschein könnte die Menschen selbst im Osten der Ukraine einige Stunden lang die Realität fast vergessen lassen. Fast. Ein schwarzer Raketenschweif hängt wie ein Menetekel am blauen Himmel.

Tschernihiw

Weiter im Westen, bei Tschernihiw nordöstlich von Kiew, versucht ein Mann die Schrecken des Krieges in etwas Buntes und Fröhliches zu verwandeln: Aus alten Munitionskisten baut er ein Spielhaus für die Kinder des Dorfes.

Kiew

In der Hauptstadt bemüht man sich um den Anschein von Normalität: Die Schauspielerin Lilia Grevtsova schminkt sich vor ihrem Auftritt in der Kiewer Oper, in der nun wieder regelmäßig Aufführungen stattfinden.

In einem Stadtpark im Zentrum küsst sich ein Paar. Auch in Kiew liegen Liebe und Leid jedoch nah beieinander.

Unweit der Verliebten gedenken Menschen Oleh Kuzyn, des gefallenen Kommandanten eines ukrainischen Bataillons.

Ukraines Präsident Wolodimir Selenskij, bekannt geworden als Schauspieler, empfängt Hollywoodstar Ben Stiller. Der US-Amerikaner ist auf einer Reise durch mehrere Länder Europas und besucht unter anderem Flüchtlingslager.

Stiller ist Botschafter des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR. In Irpin, einem Vorort von Kiew, macht sich der 56-Jährige ein eigenes Bild von der Zerstörung.

Charkiw

An den Besuch von Weltstars ist in Charkiw nicht zu denken. Ein Anwohner starrt auf einen Krater, den eine Rakete hinterlassen hat. Nach wochenlanger Feuerpause nimmt das russische Militär die Stadt im Nordosten der Ukraine wieder unter Beschuss. 20 Menschen kommen ums Leben.

Auch das Gebäude des Saltiw-Straßenbahndepots liegt nach einem Raketenbeschuss in Trümmern. Nach Einschätzung der ukrainischen Regierung möchte Russland erzwingen, dass Truppen aus der umkämpften Region Luhansk nach Charkiw abgezogen werden müssen.

Druschkiwka

Menschen stehen vor den brennenden Überresten eines Gebäudes in Druschkiwka in der Region Donezk. Das russische Militär konzentriert seine Angriffe weiterhin auf den Donbass.

Lyssytschansk

In der Region Luhansk waren Lyssytschansk, wo russischer Beschuss wie hier nach ukrainischen Angaben "katastrophale Schäden" angerichtet hat, und Sjewjerodonezk lange Zeit die letzten noch nicht von Russland eingenommenen Städte. Am Freitagmorgen hat die Ukraine nun den Abzug der Truppen zumindest aus Sjewjerodonezk angekündigt.

Sjewjerodonezk

Die Stadt sei zum größten Teil von den russischen Streitkräften besetzt, sagte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, im Fernsehen. "Es ist sinnlos, in Stellungen zu bleiben, die über viele Monate hinweg zertrümmert wurden, nur um dort zu bleiben", fügte er hinzu.

Team
Text Sabrina Ebitsch, Iris Spiegelberger
Bildredaktion Daniel Hofer, Christine Kokot