Angriff und Abwehr

Krieg in der Ukraine. Eine Dokumentation in Bildern.

Der fünfte Tag

Die Offensive der russischen Truppen wird intensiver - und die Schäden immer offensichtlicher, wie hier am Flughafen Kiew-Hostomel.

Doch die ukrainische Armee hält nicht nur Kiew, sondern auch Städte wie Charkiw oder - hier im Bild - Schytomyr.

Berichte über Tote und Verletzte sind sehr unzuverlässig. Doch klar ist: Der Krieg führt zu unermesslichem Leid, auch bei jenen, die aus ihrer Heimat fliehen.

Von Jessy Asmus, Thomas Gröbner, Wolfgang Jaschensky und Stefanie Preuin

28. Februar 2022 - 4 Min. Lesezeit

Charkiw

Aus der zweitgrößten Stadt des Landes werden am Nachmittag Kämpfe gemeldet. Auch Wohngebiete im Nordosten der Stadt sollen mit schweren Waffen beschossen werden, diese Schule brannte aus.

Nicht nur die Schule liegt in Trümmern, auch zivile Opfer werden von offiziellen Stellen gemeldet. "Es ist ein Krieg, ein echter Krieg", sagte Charkiws Bürgermeister Ihor Terekhow gegenüber der Ukrainska Pravda. Russische Truppen waren am Sonntagmorgen in Charkiw eingerückt, konnten aber zunächst offenbar zurückgeschlagen werden, bevor nun erneut erbitterte Kämpfe begonnen haben.

Auch auf russischer Seite gibt es Verluste. Der Blick aus diesem ausgebrannten gepanzerten Militärfahrzeug geht in den trüben Himmel Charkiws, in dem Rauch hängt.

Gomel, Belarus

Während die Kämpfe in Charkiw und Kiew weitergehen, landet ein Helikopter in der Grenzregion Gomel in Belarus. Anstatt Soldaten sind Mitglieder der ukrainischen Delegation an Bord, die Friedensverhandlungen mit Russland führen sollen.

Die Verhandlungsführer nehmen gegenüber an einer Tafel Platz. Auf russischer Seite: der frühere Kulturminister Wladimir Medinskij, eine russische Fahne steht vor ihm auf dem Tisch. Die Delegation trägt Anzug.

Ihnen gegenüber sitzt die ukrainische Abordnung: Verteidigungsminister Oleksij Reznikow im grünen Militärpullover und David Arachamija, Mitglied der Partei "Diener des Volkes", mit einer Kappe auf dem Kopf. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij ist nicht dabei, er gibt sich skeptisch: „Ich glaube nicht an ein Ergebnis dieses Treffens, aber lasst es uns versuchen.“

Kiew

Auch am fünften Tag des Krieges geht die Morgensonne auf über einer Stadt im Ausnahmezustand. Die Straßen liegen verlassen da, die Bewohner der Stadt sind nach wie vor aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Die militärische Lage ist unklar, nach Informationen des britischen Verteidigungsministerium habe sich der Verstoß der russischen Truppen auf Kiew verlangsamt.

Ukrainische Kämpfer haben in manchen Straßen Sperren errichtet und kontrollieren den Verkehr. Der Asphalt ist aufgerissen, doch Panzer wird das kaum aufhalten können.

Iwankiw

Satellitenaufnahmen zeigen, dass Nachschub für die russischen Truppen unterwegs ist. In der Region nördlich von Kiew sind auf den Bildern lange Konvois auf der Straße zu sehen.

Die Bilder stammen vom Sonntag und zeigen russische Bodentruppen mit Militärfahrzeugen, die in Richtung der Hauptstadt unterwegs sein sollen.

Kiew

Die Stadtverwaltung hat die Bewohner über Telegram dazu aufgerufen, ihre Häuser nur zu verlassen, wenn sie zum Beispiel Lebensmittel oder Medikamente besorgen müssten - auch wenn die offizielle Ausgangssperre am Montagmorgen um 8 Uhr geendet hat.

Bürgermeister Vitali Klitschko sieht seine Stadt am Rande einer humanitären Katastrophe. Es gebe zwar noch Strom, Wasser und Heizung in den Wohnungen, sagte Klitschko. "Aber die Infrastruktur ist zerstört, um Lebensmittel und Medikamente auszuliefern." Entsprechend gehen den Supermärkten mehr und mehr die Lebensmittel aus.

Angespannt ist auch die Situation im Gesundheitswesen. Das Bild zeigt nicht etwa eine Notunterkunft für Flüchtlinge - sondern das Kinderkrankenhaus in Kiew. Viele Betten wurden in den Keller verlegt, wo die Kinder besser vor möglichen Bombenangriffen geschützt sind.

Donezk

Wer kann, steigt in Severodonetsk hinab in einen Keller, um Schutz zu suchen vor den Kämpfen in dem von prorussischen Separatisten kontrolliertem Gebiet.

Die dicken Mauern bieten ein wenig Sicherheit vor den Raketen, die nicht fragen, auf welcher Seite man in diesem Krieg steht.

Malyn

Aufnahmen aus der Stadt Malyn, gut 100 Kilometer westlich von Kiew, veröffentlicht vom ukrainischen Militär. Sie zeigen, wie russische Truppen von einer Drohne ins Visier genommen werden und schließlich ...

... von einer Rakete getroffen werden. Bei dem Ziel soll es sich um ein mobiles Mittelstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffensystem vom Typ Buk gehandelt haben.

Przemyśl, Polen

Ein Kind erreicht im Bus die polnische Stadt nahe der ukrainischen Grenze. Hier werden auch am fünften Tag des Krieges Tausende Flüchtende mit offenen Armen empfangen.

Ganz Polen scheint von einer Welle der Hilfsbereitschaft erfasst zu sein, "Solidarität mit der Ukraine" ist die Parole der Stunde, berichtet Viktoria Großmann aus der Stadt.

Budapest, Ungarn

Auch in Ungarn kommen inzwischen immer mehr Menschen aus dem Kriegsgebiet an. Am Bahnhof Nyugati im Zentrum der ungarischen Hauptstadt sind Mütter mit ihren Kindern endlich in Sicherheit.

Angriff und Abwehr

Krieg in der Ukraine. Eine Dokumentation in Bildern.

Der fünfte Tag

Die Offensive der russischen Truppen wird intensiver - und die Schäden immer offensichtlicher, wie hier am Flughafen Kiew-Hostomel.

Doch die ukrainische Armee hält nicht nur Kiew, sondern auch Städte wie Charkiw oder - hier im Bild - Schytomyr.

Berichte über Tote und Verletzte sind sehr unzuverlässig. Doch klar ist: Der Krieg führt zu unermesslichem Leid, auch bei jenen, die aus ihrer Heimat fliehen.

Von Jessy Asmus, Thomas Gröbner, Wolfgang Jaschensky und Stefanie Preuin

Charkiw

Aus der zweitgrößten Stadt des Landes werden am Nachmittag Kämpfe gemeldet. Auch Wohngebiete im Nordosten der Stadt sollen mit schweren Waffen beschossen werden, diese Schule brannte aus.

Nicht nur die Schule liegt in Trümmern, auch zivile Opfer werden von offiziellen Stellen gemeldet. "Es ist ein Krieg, ein echter Krieg", sagte Charkiws Bürgermeister Ihor Terekhow gegenüber der Ukrainska Pravda. Russische Truppen waren am Sonntagmorgen in Charkiw eingerückt, konnten aber zunächst offenbar zurückgeschlagen werden, bevor nun erneut erbitterte Kämpfe begonnen haben.

Auch auf russischer Seite gibt es Verluste. Der Blick aus diesem ausgebrannten gepanzerten Militärfahrzeug geht in den trüben Himmel Charkiws, in dem Rauch hängt.

Gomel, Belarus

Während die Kämpfe in Charkiw und Kiew weitergehen, landet ein Helikopter in der Grenzregion Gomel in Belarus. Anstatt Soldaten sind Mitglieder der ukrainischen Delegation an Bord, die Friedensverhandlungen mit Russland führen sollen.

Die Verhandlungsführer nehmen gegenüber an einer Tafel Platz. Auf russischer Seite: der frühere Kulturminister Wladimir Medinskij, eine russische Fahne steht vor ihm auf dem Tisch. Die Delegation trägt Anzug.

Ihnen gegenüber sitzt die ukrainische Abordnung: Verteidigungsminister Oleksij Reznikow im grünen Militärpullover und David Arachamija, Mitglied der Partei "Diener des Volkes", mit einer Kappe auf dem Kopf. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij ist nicht dabei, er gibt sich skeptisch: „Ich glaube nicht an ein Ergebnis dieses Treffens, aber lasst es uns versuchen.“

Kiew

Auch am fünften Tag des Krieges geht die Morgensonne auf über einer Stadt im Ausnahmezustand. Die Straßen liegen verlassen da, die Bewohner der Stadt sind nach wie vor aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Die militärische Lage ist unklar, nach Informationen des britischen Verteidigungsministerium habe sich der Verstoß der russischen Truppen auf Kiew verlangsamt.

Ukrainische Kämpfer haben in manchen Straßen Sperren errichtet und kontrollieren den Verkehr. Der Asphalt ist aufgerissen, doch Panzer wird das kaum aufhalten können.

Iwankiw

Satellitenaufnahmen zeigen, dass Nachschub für die russischen Truppen unterwegs ist. In der Region nördlich von Kiew sind auf den Bildern lange Konvois auf der Straße zu sehen.

Die Bilder stammen vom Sonntag und zeigen russische Bodentruppen mit Militärfahrzeugen, die in Richtung der Hauptstadt unterwegs sein sollen.

Kiew

Die Stadtverwaltung hat die Bewohner über Telegram dazu aufgerufen, ihre Häuser nur zu verlassen, wenn sie zum Beispiel Lebensmittel oder Medikamente besorgen müssten - auch wenn die offizielle Ausgangssperre am Montagmorgen um 8 Uhr geendet hat.

Bürgermeister Vitali Klitschko sieht seine Stadt am Rande einer humanitären Katastrophe. Es gebe zwar noch Strom, Wasser und Heizung in den Wohnungen, sagte Klitschko. "Aber die Infrastruktur ist zerstört, um Lebensmittel und Medikamente auszuliefern." Entsprechend gehen den Supermärkten mehr und mehr die Lebensmittel aus.

Angespannt ist auch die Situation im Gesundheitswesen. Das Bild zeigt nicht etwa eine Notunterkunft für Flüchtlinge - sondern das Kinderkrankenhaus in Kiew. Viele Betten wurden in den Keller verlegt, wo die Kinder besser vor möglichen Bombenangriffen geschützt sind.

Donezk

Wer kann, steigt in Severodonetsk hinab in einen Keller, um Schutz zu suchen vor den Kämpfen in dem von prorussischen Separatisten kontrolliertem Gebiet.

Die dicken Mauern bieten ein wenig Sicherheit vor den Raketen, die nicht fragen, auf welcher Seite man in diesem Krieg steht.

Malyn

Aufnahmen aus der Stadt Malyn, gut 100 Kilometer westlich von Kiew, veröffentlicht vom ukrainischen Militär. Sie zeigen, wie russische Truppen von einer Drohne ins Visier genommen werden und schließlich ...

... von einer Rakete getroffen werden. Bei dem Ziel soll es sich um ein mobiles Mittelstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffensystem vom Typ Buk gehandelt haben.

Przemyśl, Polen

Ein Kind erreicht im Bus die polnische Stadt nahe der ukrainischen Grenze. Hier werden auch am fünften Tag des Krieges Tausende Flüchtende mit offenen Armen empfangen.

Ganz Polen scheint von einer Welle der Hilfsbereitschaft erfasst zu sein, "Solidarität mit der Ukraine" ist die Parole der Stunde, berichtet Viktoria Großmann aus der Stadt.

Budapest, Ungarn

Auch in Ungarn kommen inzwischen immer mehr Menschen aus dem Kriegsgebiet an. Am Bahnhof Nyugati im Zentrum der ungarischen Hauptstadt sind Mütter mit ihren Kindern endlich in Sicherheit.

Team
Text Thomas Gröbner, Wolfgang Jaschensky
Bildredaktion Jessy Asmus, Stefanie Preuin
Digitales Storytelling Thomas Gröbner, Wolfgang Jaschensky