Und dann war der Fluss weg

Japan ist ein Hightech-Land mit schnellen und pünktlichen Zügen, aber das hat seinen Preis. Wer wüsste das besser als die Bewohner der kleinen Stadt Kuromatsunai.

2. April 2025 | Lesezeit: 5 Min.

Auf einen Fluss hat der Stadtbeamte Takashi Okajima noch nie einen Nachruf gehalten. Er hätte auch nicht gedacht, dass das jemals nötig werden würde, denn die Stadt Kuromatsunai, in deren Rathaus er die Abteilung für Bau- und Wasserwesen leitet, liegt doch im Süden der japanischen Nordinsel Hokkaido, auf einer Landzunge mit ausreichend Regen und vielen Wasserläufen. Der Jinja-no-Sawa-Gawa war einer davon, ein kleiner im Hinterland, der in den bewaldeten Hügeln entsprang und in seinem schmalen Kiesbett an Büschen und dem Kamitaisei-Schrein vorbei zum nächstgrößeren Fluss hin mäanderte. Takashi Okajima zeigt auf der Karte, wo der Fluss sich immer durchs Unterholz schlängelte, bis er im vergangenen Jahr plötzlich und rätselhaft versiegte.

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