Wir müssen reden

Die Gemeinschaft der ultraorthodoxen Juden in Israel wächst enorm. Die Männer konzentrieren sich auf das Studium der heiligen Schriften, die Frauen machen den Rest. Aber in der Knesset sitzt keine von ihnen. Warum eigentlich nicht, fragt Tzipi Lavi.

Wir müssen reden

Die Gemeinschaft der ultraorthodoxen Juden in Israel wächst enorm. Die Männer konzentrieren sich auf das Studium der heiligen Schriften, die Frauen machen den Rest. Aber in der Knesset sitzt keine von ihnen. Warum eigentlich nicht, fragt Tzipi Lavi.

Von Kristiana Ludwig (Text) und Ofir Berman (Fotos)
16. August 2026 | Lesezeit: 12 Min.

Der Kiosk neben dem Perückenladen führt alles, was die Leute in Bnei Brak so brauchen: Blumensträuße, Schokoriegel, Zigaretten. Und natürlich Slush, halb gefrorenes Wassereis in grellen Farben, das die Konsistenz von Schneematsch hat und den Geschmack von Gummibärchen. Es dreht sich unaufhörlich in einem durchsichtigen Behälter, an dem ein großer Hahn ist, durch den es dann in Plastikbecher fließt. In der Hitze schlürft man es durch einen Strohhalm. Also Männer tun das. Frauen, sagt der Kioskverkäufer, fragten hier in seinem Laden meist nach einer kleinen Tüte, in der sie ihr Getränk verstecken können. Denn auf der Straße Slush zu trinken, ist für Frauen keinesfalls anständig.

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