
Der Kinderkardiologe Boris Schmitt.
15. Juli 2024 - 12 Min. Lesezeit
Es war gegen acht, ein strahlender Freitagmorgen im April, als Jana Cremers eben noch angespannt wirkender Körper sich in einen leblosen Torso verwandelte. Denn so sah er aus, wie er da lag, aus ein paar Metern Entfernung: ein antiker Torso aus Marmor, dem unter dem Druck der Erdmassen von Jahrtausenden Arme, Beine und Kopf verloren gegangen sind. Weiße, willenlose Haut im grellen Licht der OP-Lampen, der Kopf in den Händen der Anästhesie und nicht sichtbar von hier, die Gliedmaßen mit Tüchern abgedeckt. Ein Mensch in narkotischem Schlaf, alles loslassend, alles erhoffend, bevor der Schnitt gesetzt wird.