Hilfe, wir sterben aus

Wer denkt, dass es in Deutschland ein Generationenproblem gibt, sollte nach Südkorea schauen. Nirgends kommen so wenig Kinder zur Welt, in den Dörfern sind nur noch Alte, Seoul saugt die Jugend ab. Und: Die große Sterbewelle kommt erst noch.

Hilfe, wir sterben aus

Wer denkt, dass es in Deutschland ein Generationenproblem gibt, sollte nach Südkorea schauen. Nirgends kommen so wenig Kinder zur Welt, in den Dörfern sind nur noch Alte, Seoul saugt die Jugend ab. Und: Die große Sterbewelle kommt erst noch.

26. November 2025 | Lesezeit: 11 Min.

Dass die Menschen in Südkorea immer weniger werden, stört die Dichterin Lee Hyang-mi nicht wirklich. Sie hat gern ihre Ruhe, unter anderem deshalb ist sie ja vor mehr als dreißig Jahren mit ihrem Mann von der Großstadt Daegu ins Hinterland gezogen, in den Landkreis Goryeong, Provinz Gyeongsangbuk-do. Die Bäume, die Berge, die Mondnächte über dem dunklen Tal – das alles fand sie immer mindestens so inspirierend wie die Leute, denen sie hier begegnet. Eines der Gedichte, das ihr besonders viel bedeutet, handelt davon, wie sie unter der alten Weide vor dem Bürgeramt der Goryeong-Gemeinde Deokgok auf den Bus wartet. Ihr zweiter Gedichtband trägt den Titel „Stille an Stille“.

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