Erben? Was denn?

Zwei Prozent vom Erbschaftsteueraufkommen: Das ist der Anteil, den die Ostdeutschen haben an dem, was in Deutschland vererbt wird. Im Westen ist das vielen gar nicht klar. Natürlich ist das sozialer Sprengstoff, alte Wunden können so jedenfalls nicht heilen.

Erben? Was denn?

Zwei Prozent vom Erbschaftsteueraufkommen: Das ist der Anteil, den die Ostdeutschen haben an dem, was in Deutschland vererbt wird. Im Westen ist das vielen gar nicht klar. Natürlich ist das sozialer Sprengstoff, alte Wunden können so jedenfalls nicht heilen.

Von Renate Meinhof (Text) und Friedrich Bungert (Fotos)
8. Mai 2026 | Lesezeit: 12 Min.

Ein Zufall war die erste Begegnung, auch wenn ein Freund schon von dem aufstrebenden Bäckermeister erzählt hatte. Der Christian, der so fröhlich wirke. Christian, der den Syrern, die bei ihm arbeiteten, die Sprachkurse bezahle. Christian, dessen Brote eine Erleuchtung, dessen Brötchen Kindheitsahnung seien, dessen Croissants eine Verführung und so weiter. Uferloses Schwärmen, als rauschte man über den Gaumen direkt in verlorene Geborgenheiten zurück, so überschlug sich der Freund, wenn er von Christian sprach. Bäcker- und Konditormeister Christian, wie er in dieser Geschichte genannt werden will, „und bitte: du“.

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