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Nach mehr als dreißig Jahren geht Holger Berg in Pension.

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Und sein ehemaliger Schüler? Fängt gerade erst an.

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Dass dieser Job nicht leichter wird, wissen beide. 

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Aber wenn sich die Lehrer nicht um die Zukunft kümmern, wer dann?

Von Pia Ratzesberger (Text) und Anna Ziegler (Fotos)
11. September 2026 | Lesezeit: 21 Min.

Da ist der eine Lehrer, der bald in Pension geht, Holger Berg. Er sitzt vor den großen Ferien mit seiner Ledertasche am Pult, sein schmales, historisches Lexikon in der Hand, eben so wie in einer Netflix-Serie ein Geschichtslehrer ausstaffiert wäre. Nur noch wenige Tage hat er vor sich, unendlich viele hinter sich. Der Zettel für die Schlüsselrückgabe liegt schon in seinem Fach, hier, an einem Gymnasium nahe Ulm.

Und da ist der andere Lehrer, zweihundert Kilometer weiter, der noch so viele Jahre, Jahrzehnte gar vor sich hat. Stefan Gretzinger. An einer Gemeinschaftsschule nahe Heidelberg zieht er den Koffer mit den Tablets hinter sich her wie einen Einkaufskorb bei Rewe, er muss schauen, dass er irgendwann ins Bett kommt, so viele Korrekturen, nur noch wenige Tage bis Notenschluss.

Die Fragen, um die es mit ihnen beiden geht, sind die: Welchen Unterschied kann ein einzelner Lehrer eigentlich machen, einer von mehr als 752 000 im Land? Was kann er bewirken, während dieser Stunden, in denen er in so vielen Leben als zufälliger Nebendarsteller auftaucht? Was muss er auch bewirken, wenn eine Schule heute so viel mehr Aufgaben schultert als früher? In Zeiten, in denen die miserablen Pisa-Ergebnisse nicht gerade Hoffnung spenden und in Sachsen-Anhalt eine dort gesichert rechtsextreme Partei auch noch die Schulpflicht abschaffen will.

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