Ein Ort, der Menschen verschluckt

Wer am Zoo aussteigt, fällt direkt ins Elend der Stadt. Wie vor 45 Jahren, als Uli Edel hier das Leben der Christiane F. verfilmt hat. Es war und ist ein Ort der Abgründe, auch wenn sie heute andere Drogen konsumieren, andere Ängste durchleben.

Ein Ort, der Menschen verschluckt

Wer am Zoo aussteigt, fällt direkt ins Elend der Stadt. Wie vor 45 Jahren, als Uli Edel hier das Leben der Christiane F. verfilmt hat. Es war und ist ein Ort der Abgründe, auch wenn sie heute andere Drogen konsumieren, andere Ängste durchleben.

Von Renate Meinhof (Text) und Ludwig Nikulski (Fotos)
10. September 2026 | Lesezeit: 13 Min.

An den Gleisen ist aus Zelten ein Dorf gewachsen. Männer sitzen da, auf dem breiten, grünen Streifen, reden Polnisch und Deutsch, Bulgarisch und Ukrainisch. In zerfledderten Polstern sitzen sie, legen Würste auf waghalsige Grillkonstruktionen. Handtücher trocknen, Schuhe dampfen Schweiß aus, viele Flaschen, Müll. Vor manchen Zelten trocknet Geschirr in Plasteschüsseln, liegen Fußmatten, als beträte man ein Haus, denn ein Haus muss sauber sein. Wacklige Illusionen, die der Sommer möglich macht, die gnadenlose Hitze in der Stadt. August. Ein Leichtes jetzt, draußen zu schlafen, im Zelt, im Gras, unter Blättern.

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