Laut, stark, rosa

Pink ist die neue feministische Signalfarbe in der Popkultur. "Barbiecore" heißt der neue Trend, der auf Laufstegen, in Sozialen Netzwerken und bald im Kino zu sehen ist

Von David Pfeifer
18. September 2022 - 2 Min. Lesezeit

Rosa kann eigentlich nie schaden, gerade wenn die Welt sonst grau und trist erscheint. Und da Mode weniger Trends setzt als Entwicklungen widerspiegelt, erscheint es logisch, dass derzeit viel Pink zu finden ist – in den Boutiquen von Paris bis Phnom Penh, und bald auch im Kino, im knallrosafarbenen Film „Barbie“, den die kluge Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Greta Gerwig („Lady Bird“) soeben mit Margot Robbie und Ryan Gosling abgedreht hat.

Die Bilder der Superstars in Pink wurden gefeiert, als noch nicht mal bekannt war, wann der Film starten soll. Bislang wird der 20. Juli 2023 angepeilt, doch der neue Farbtrend rollt jetzt schon über die Laufstege und durch die Social-Media-Kanäle weltweit.

Die aktuelle Kollektion des Modehauses Valentino ist von Kopf bis Fuß in Pink gehalten, der Kreativ-Direktor Pierpaolo Piccioli entwickelte mit dem Farbsystemhersteller Pantone dafür sogar eigens einen neuen Farbton.

Die Schauspielerinnen Zendaya („Spiderman“) und Simone Ashley („Bridgerton“) posierten schon komplett in Valentino-Pink, ebenso das singende Gesamtkunstwerk Lizzo, bei der Premiere der eigenen Reality-Show „Big Grrrls“.

Und Kim Kardashian ließ ihre 328 Millionen Follower vor wenigen Tagen eine Garderobe sehen, die nicht nur durchgehend fuchsiafarben ist, sondern auch ihre Hüfte in einer Weise betont, als könne man Unter- und Oberteil in entgegengesetzte Richtungen drehen.

Hier liegt ein Hinweis verborgen, denn verbiegen lassen sich all diese Frauen eher nicht. Und ihre pinke Phase soll auch keine Niedlichkeitssignale senden. Die Farbwahl ist vielmehr ein knallzartes Statement, dass man Rosa tragen kann und trotzdem ernst genommen wird – als Geschäftsfrau und Künstlerin. In diesem Sinn ist Rosa das neue Schwarz.

Die offizielle Bezeichnung des neuen Trends lautet „Barbiecore“. Core kann man als Kern übersetzen, in Kombination mit einem Objekt ist der Begriff aber als pure Härte gemeint. Hardcore bedeutet nicht nur in der Pornografie, dass alles gezeigt und unbarmherzig ausgeleuchtet wird, sondern auch in der Musik, dass es harten Techno, Rap oder Metal zu hören gibt. Barbiecore kann man also als extreme, unbarmherzige Version von Rosa verstehen.

Barbara Millicent Roberts, wie Barbie eigentlich heißt, übte laut Spielzeughersteller Mattel in ihrer langen Karriere seit den 1950er-Jahren mehr als 200 Berufe aus, von der Feuerwehrfrau bis zur Chirurgin. Bereits 1965 reiste sie ins Weltall, 1992 kandidierte sie für das Präsidentenamt und 2004 trennte sie sich von Ken, bevor sie sich 2011 wieder mit ihm versöhnte. Man kann sie also auch als Feministin verstehen, und in diesem Sinn wird auch Greta Gerwig sie wohl inszenieren.

Denn Gerwig gilt selbst als Hardcore – sie wurde mit der sogenannten „Mumblecore“-Bewegung bekannt (als „Extremnuscheln“ übersetzbar). Die Vertreter dieses Genres drehen unabhängige, kleine Filme, die etwas über das wahre Leben erzählen wollen. Und, so viel weiß man schon von ihrem neuen Film: Barbie muss Barbieland aufgrund ihrer Makel verlassen und stellt in der echten Welt fest, wie wenig äußere Schönheit bringt, wenn es drinnen nicht stimmt. Da hilft auch kein Rosa.

Laut, stark, rosa

Pink ist die neue feministische Signalfarbe in der Popkultur. "Barbiecore" heißt der neue Trend, der auf Laufstegen, in Sozialen Netzwerken und bald im Kino zu sehen ist

Rosa kann eigentlich nie schaden, gerade wenn die Welt sonst grau und trist erscheint. Und da Mode weniger Trends setzt als Entwicklungen widerspiegelt, erscheint es logisch, dass derzeit viel Pink zu finden ist – in den Boutiquen von Paris bis Phnom Penh, und bald auch im Kino, im knallrosafarbenen Film „Barbie“, den die kluge Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Greta Gerwig („Lady Bird“) soeben mit Margot Robbie und Ryan Gosling abgedreht hat.

Die Bilder der Superstars in Pink wurden gefeiert, als noch nicht mal bekannt war, wann der Film starten soll. Bislang wird der 20. Juli 2023 angepeilt, doch der neue Farbtrend rollt jetzt schon über die Laufstege und durch die Social-Media-Kanäle weltweit.

Die aktuelle Kollektion des Modehauses Valentino ist von Kopf bis Fuß in Pink gehalten, der Kreativ-Direktor Pierpaolo Piccioli entwickelte mit dem Farbsystemhersteller Pantone dafür sogar eigens einen neuen Farbton.

Die Schauspielerinnen Zendaya („Spiderman“) und Simone Ashley („Bridgerton“) posierten schon komplett in Valentino-Pink, ebenso das singende Gesamtkunstwerk Lizzo, bei der Premiere der eigenen Reality-Show „Big Grrrls“.

Und Kim Kardashian ließ ihre 328 Millionen Follower vor wenigen Tagen eine Garderobe sehen, die nicht nur durchgehend fuchsiafarben ist, sondern auch ihre Hüfte in einer Weise betont, als könne man Unter- und Oberteil in entgegengesetzte Richtungen drehen.

Hier liegt ein Hinweis verborgen, denn verbiegen lassen sich all diese Frauen eher nicht. Und ihre pinke Phase soll auch keine Niedlichkeitssignale senden. Die Farbwahl ist vielmehr ein knallzartes Statement, dass man Rosa tragen kann und trotzdem ernst genommen wird – als Geschäftsfrau und Künstlerin. In diesem Sinn ist Rosa das neue Schwarz.

Die offizielle Bezeichnung des neuen Trends lautet „Barbiecore“. Core kann man als Kern übersetzen, in Kombination mit einem Objekt ist der Begriff aber als pure Härte gemeint. Hardcore bedeutet nicht nur in der Pornografie, dass alles gezeigt und unbarmherzig ausgeleuchtet wird, sondern auch in der Musik, dass es harten Techno, Rap oder Metal zu hören gibt. Barbiecore kann man also als extreme, unbarmherzige Version von Rosa verstehen.

Barbara Millicent Roberts, wie Barbie eigentlich heißt, übte laut Spielzeughersteller Mattel in ihrer langen Karriere seit den 1950er-Jahren mehr als 200 Berufe aus, von der Feuerwehrfrau bis zur Chirurgin. Bereits 1965 reiste sie ins Weltall, 1992 kandidierte sie für das Präsidentenamt und 2004 trennte sie sich von Ken, bevor sie sich 2011 wieder mit ihm versöhnte. Man kann sie also auch als Feministin verstehen, und in diesem Sinn wird auch Greta Gerwig sie wohl inszenieren.

Denn Gerwig gilt selbst als Hardcore – sie wurde mit der sogenannten „Mumblecore“-Bewegung bekannt (als „Extremnuscheln“ übersetzbar). Die Vertreter dieses Genres drehen unabhängige, kleine Filme, die etwas über das wahre Leben erzählen wollen. Und, so viel weiß man schon von ihrem neuen Film: Barbie muss Barbieland aufgrund ihrer Makel verlassen und stellt in der echten Welt fest, wie wenig äußere Schönheit bringt, wenn es drinnen nicht stimmt. Da hilft auch kein Rosa.

Team
Text David Pfeifer
Digitales Storytelling Friedrich Bungert