Queen Elizabeth II.

Im Tod wieder vereint

Er war ihr Halt in all den Jahren als Königin: Elizabeth war acht, als sie Philip kennenlernte, am Ende war das Paar 73 Jahre verheiratet. Öffentlich geküsst haben sie sich nie. Die Beziehung in Bildern.

9. September 2022 - 3 Min. Lesezeit

Die Geschichte ihrer Ehe ist auch die Geschichte eines Rekords, kein Paar im britischen Königshaus war länger zusammen.

73 Jahre und vier Monate waren es am Ende, bis Prinz Philip im Jahr 2021 mit 99 Jahren starb. Nun ist Elizabeth ihm gefolgt.

Schon 1934, die Prinzessin war damals gerade acht Jahre alt, der damalige Prinz von Griechenland und Dänemark 13, begegneten sich die beiden zum ersten Mal.

Sein Geschenk zur Hochzeit war vor allem ein Verzicht: Er gab nicht nur das Rauchen auf, sondern auch seine Karriere bei der Royal Navy und seine Nationalität - so wollte es das Protokoll.

Vom letzten gemeinsamen Hochzeitstag im November 2020 gibt es ein Foto: Die beiden sitzen auf einem bequemen Sofa. Die Queen trägt die Chrysanthemen-Brosche aus den Flitterwochen, Philip blickt lächelnd auf eine bunte Karte der Urenkel. Sie sehen aus, als seien sie ein ganz normales Ehepaar.

Aber das waren sie natürlich nie. Bei der Hochzeit 1947 war Elizabeth, 21, noch Prinzessin. Dem Antrag von Philip soll sie sofort zugestimmt haben. Erst danach fragte er ihren Vater.

Georg VI. soll Philips Herkunft (adlig, aber wenig vermögend) und Manieren (rüde) kritisiert haben, geheiratet wurde trotzdem, vor 2000 Gästen in der Westminster Abbey.

Obwohl sie jung heirateten, kannten sie sich gut. Nach einem zweiten Treffen, Elizabeth war 13, schrieben sie sich jahrelang Briefe. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, sagte die Queen später.

Elizabeth war die Cousine dritten Grades von Philip, in Adelskreisen damals nicht ungewöhnlich. Im Jahr nach der Hochzeit wurde der Thronfolger geboren: Prinz Charles. Zwei Jahre später bekam das Paar eine Tochter, Prinzessin Anne.

Das vergleichsweise unbeschwerte Leben endete mit dem Tod von König George VI. am 6. Februar 1952. Am 2. Juni 1953 wurde Elizabeth gekrönt, Verpflichtungen bestimmten fortan das Leben. Prinz Philip musste jetzt zwei Schritte hinter der Königin gehen, anfreunden konnte er sich damit nie.

Die Familie wuchs. Zehn Jahre nach Tochter Anne brachte die Queen Andrew (re.) zur Welt. Vier Jahre später folgte Edward (li.). Das Familienfoto stammt aus dem Jahr 1979. Heute gibt es zudem zahlreiche Enkel und Urenkel.

Wie glücklich die Ehe der Königin und des Prinzgemahls, König wurde er nie, war, lässt sich nur erahnen. Über Philip hieß es öfter, er sei untreu gewesen, Beweise gab es nie.

Die Queen betonte häufig, wie viel Halt er ihr gebe: "Ich bin ihm mehr schuldig, als er jemals zugeben würde", sagte sie einmal. "Er ist, ganz einfach gesagt, immer meine Stärke und mein Halt in all diesen Jahren gewesen", ein anderes Mal.

Philip, der die Königin neckend "cabbage" (Kohlkopf) und "sausage" (Würstchen) genannt haben soll, hatte die lange Partnerschaft einmal so erklärt: "Das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist, unterschiedliche Interessen zu behalten."

Nicht jeder Hochzeitstag war ein Feiertag. 1992, es war das 45. Jubiläum, brannte es auf Schloss Windsor. Die Goldene Hochzeit des Paares 1997 wurde überschattet durch den Tod von Diana. Die Queen schwieg fünf Tage lang, zu lang für den Geschmack vieler Briten.

Skandale blieben auch danach nicht aus. Ausgerechnet gegen Prinz Andrew, Lieblingssohn der Queen, gab es zuletzt Missbrauchsvorwürfe. Dann zog Harry, angeblich ihr Lieblingsenkel, in die USA und warf dem Königshaus Rassismus vor.

Zu seinem 90. Geburtstag, 2011, kündigte Philip an, kürzerzutreten, fünf Jahre später ging er in den Ruhestand. Während der Pandemie lebte das Paar abgeschottet auf Schloss Windsor - und verbrachte in den letzten gemeinsamen Monaten ungewöhnlich viel Zeit zusammen.

Der Tod von Prinz Philip 2021 markierte auch das Ende eines royalen Vorzeigepaars, das sich nie in der Öffentlichkeit küsste und dennoch über all die Jahre im Namen der Krone zusammenhielt.

Nach dem Verlust nahm die Queen die Arbeit schnell wieder auf, aus dem Palast hieß es aber, sie verkrafte diesen nur schwer. Auch gesundheitlich gab es Probleme: Termine wurden abgesagt, immer öfter bliebt Elizabeth nun daheim.

Die Geschichte ihrer Ehe ist auch die Geschichte eines Rekords, kein Paar im britischen Königshaus war länger zusammen.

73 Jahre und vier Monate waren es am Ende, bis Prinz Philip im Jahr 2021 mit 99 Jahren starb. Nun ist Elizabeth ihm gefolgt.

Schon 1934, die Prinzessin war damals gerade acht Jahre alt, der damalige Prinz von Griechenland und Dänemark 13, begegneten sich die beiden zum ersten Mal.

Sein Geschenk zur Hochzeit war vor allem ein Verzicht: Er gab nicht nur das Rauchen auf, sondern auch seine Karriere bei der Royal Navy und seine Nationalität - so wollte es das Protokoll.

Vom letzten gemeinsamen Hochzeitstag im November 2020 gibt es ein Foto: Die beiden sitzen auf einem bequemen Sofa. Die Queen trägt die Chrysanthemen-Brosche aus den Flitterwochen, Philip blickt lächelnd auf eine bunte Karte der Urenkel. Sie sehen aus, als seien sie ein ganz normales Ehepaar.

Aber das waren sie natürlich nie. Bei der Hochzeit 1947 war Elizabeth, 21, noch Prinzessin. Dem Antrag von Philip soll sie sofort zugestimmt haben. Erst danach fragte er ihren Vater.

Georg VI. soll Philips Herkunft (adlig, aber wenig vermögend) und Manieren (rüde) kritisiert haben, geheiratet wurde trotzdem, vor 2000 Gästen in der Westminster Abbey.

Obwohl sie jung heirateten, kannten sie sich gut. Nach einem zweiten Treffen, Elizabeth war 13, schrieben sie sich jahrelang Briefe. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, sagte die Queen später.

Elizabeth war die Cousine dritten Grades von Philip, in Adelskreisen damals nicht ungewöhnlich. Im Jahr nach der Hochzeit wurde der Thronfolger geboren: Prinz Charles. Zwei Jahre später bekam das Paar eine Tochter, Prinzessin Anne.

Das vergleichsweise unbeschwerte Leben endete mit dem Tod von König George VI. am 6. Februar 1952. Am 2. Juni 1953 wurde Elizabeth gekrönt, Verpflichtungen bestimmten fortan das Leben. Prinz Philip musste jetzt zwei Schritte hinter der Königin gehen, anfreunden konnte er sich damit nie.

Die Familie wuchs. Zehn Jahre nach Tochter Anne brachte die Queen Andrew (re.) zur Welt. Vier Jahre später folgte Edward (li.). Das Familienfoto stammt aus dem Jahr 1979. Heute gibt es zudem zahlreiche Enkel und Urenkel.

Wie glücklich die Ehe der Königin und des Prinzgemahls, König wurde er nie, war, lässt sich nur erahnen. Über Philip hieß es öfter, er sei untreu gewesen, Beweise gab es nie.

Die Queen betonte häufig, wie viel Halt er ihr gebe: "Ich bin ihm mehr schuldig, als er jemals zugeben würde", sagte sie einmal. "Er ist, ganz einfach gesagt, immer meine Stärke und mein Halt in all diesen Jahren gewesen", ein anderes Mal.

Philip, der die Königin neckend "cabbage" (Kohlkopf) und "sausage" (Würstchen) genannt haben soll, hatte die lange Partnerschaft einmal so erklärt: "Das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist, unterschiedliche Interessen zu behalten."

Nicht jeder Hochzeitstag war ein Feiertag. 1992, es war das 45. Jubiläum, brannte es auf Schloss Windsor. Die Goldene Hochzeit des Paares 1997 wurde überschattet durch den Tod von Diana. Die Queen schwieg fünf Tage lang, zu lang für den Geschmack vieler Briten.

Skandale blieben auch danach nicht aus. Ausgerechnet gegen Prinz Andrew, Lieblingssohn der Queen, gab es zuletzt Missbrauchsvorwürfe. Dann zog Harry, angeblich ihr Lieblingsenkel, in die USA und warf dem Königshaus Rassismus vor.

Zu seinem 90. Geburtstag, 2011, kündigte Philip an, kürzerzutreten, fünf Jahre später ging er in den Ruhestand. Während der Pandemie lebte das Paar abgeschottet auf Schloss Windsor - und verbrachte in den letzten gemeinsamen Monaten ungewöhnlich viel Zeit zusammen.

Der Tod von Prinz Philip 2021 markierte auch das Ende eines royalen Vorzeigepaars, das sich nie in der Öffentlichkeit küsste und dennoch über all die Jahre im Namen der Krone zusammenhielt.

Nach dem Verlust nahm die Queen die Arbeit schnell wieder auf, aus dem Palast hieß es aber, sie verkrafte diesen nur schwer. Auch gesundheitlich gab es Probleme: Termine wurden abgesagt, immer öfter bliebt Elizabeth nun daheim.

Im Tod wird sie nun wieder mit Philip vereint: In der Grabkammer der King George VI. Memorial Chapel sollen die beiden nebeneinander beigesetzt werden.

Team
Text Anna Fischhaber
Digitales Storytelling Anna Fischhaber
Bildredaktion Jörg Buschmann