Waldbrand in NRW

Wohl größter Waldbrand in NRW bedroht Häuser

Ein Helikopter der Bundespolizei landet im Bereitstellungsraum für den Waldbrand im Hürtgenwald.
Ein Helikopter der Bundespolizei landet im Bereitstellungsraum für den Waldbrand im Hürtgenwald.
Ein Helikopter der Bundespolizei landet im Bereitstellungsraum für den Waldbrand im Hürtgenwald.

Der Waldbrand in der Eifel rückt immer näher an die Gemeinde Hürtgenwald heran. Auch in anderen Regionen Deutschlands brennt der Wald.

14. August 2026 | Lesezeit: 3 Min.

Wegen eines Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen wurden etwa 2000 Bewohner des Ortsteils Gey in Sicherheit gebracht. Am Nachmittag war das Feuer noch rund 150 Meter von der Ortschaft entfernt, berichtete der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU). Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage. Etwa 300 Hektar stehen in Flammen.

Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9000 Einwohner.

Infografik

Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9000 Einwohner.

Alle Bewohner des Gemeindeteils in den nördlichen Ausläufern der Eifel haben einer Sprecherin des Kreises Düren zufolge ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Auch der Ortsteil Großhau sei durch die Flammen gefährdet. Die Ausfahrten Düren und Langerwehe der A4 sind gesperrt.

Was am Donnerstagnachmittag zunächst einer von vielen Waldbränden in dieser Trockenperiode zu sein schien, haben starke wechselnde Winde im Laufe der Nacht zu einer Feuerwalze in der Nordeifel wachsen lassen.

Nach Einschätzung der Landesregierung ist es der größte Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen.

Nach Einschätzung der Landesregierung ist es der größte Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen.

„Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat“, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. Mehrere Hundert Hektar des mit Weltkriegsmunition belasteten großen alten Waldes in der Nordeifel haben die Flammen bereits zerstört.

Im Laufe des Vormittags ist der Waldbrand immer näher gekommen. Das Feuer ist etwa 150 Meter von Wohnhäusern entfernt.

Im Laufe des Vormittags ist der Waldbrand immer näher gekommen. Das Feuer ist etwa 150 Meter von Wohnhäusern entfernt.

Die Warn-App Nina zeigt für die Gegend die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Nach Angaben der Gemeinde breite sich das Feuer weiter aus.

Ein NH90 Hubschrauber der Bundeswehr landet in Großhau zur Unterstützung der Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.
Ein NH90 Hubschrauber der Bundeswehr landet in Großhau zur Unterstützung der Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.
Ein NH90 Hubschrauber der Bundeswehr landet in Großhau zur Unterstützung der Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.
Bergepanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.
Bergepanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.
Bergepanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.

Ursprünglich war ein Gebiet von etwa 25 Hektar von dem Feuer betroffen. Mittlerweile seien es rund 300 Hektar – das entspricht etwa 420 Fußballfeldern.

Am frühen Abend waren nach Angaben des Kreises Düren 400 Einsatzkräfte vor Ort. Hinzu kamen viele freiwillige Helfer, unter ihnen Land- und Forstwirte.

Polizeihubschrauber aus mehreren Bundesländern sind im Einsatz.

Auch die Bundeswehr unterstützt bei den Löscharbeiten.

Wasserwerfer sollen das Feuer von der Seite aus eindämmen.

Zuvor war die Bundeswehr bereits mit zwei Panzern im Einsatz, um Schneisen in den Wald zu schlagen.

Es gebe eine starke Rauchentwicklung und Ascheaustrag, sagte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen.

Infografik

Ursprünglich war ein Gebiet von etwa 25 Hektar von dem Feuer betroffen. Mittlerweile seien es rund 300 Hektar – das entspricht etwa 420 Fußballfeldern.

Am frühen Abend waren nach Angaben des Kreises Düren 400 Einsatzkräfte vor Ort. Hinzu kamen viele freiwillige Helfer, unter ihnen Land- und Forstwirte.

Polizeihubschrauber aus mehreren Bundesländern sind im Einsatz.

Ein NH90 Hubschrauber der Bundeswehr landet in Großhau zur Unterstützung der Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.
Ein NH90 Hubschrauber der Bundeswehr landet in Großhau zur Unterstützung der Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.
Ein NH90 Hubschrauber der Bundeswehr landet in Großhau zur Unterstützung der Löscharbeiten beim Waldbrand im Hürtgenwald.

Auch die Bundeswehr unterstützt bei den Löscharbeiten.

Wasserwerfer sollen das Feuer von der Seite aus eindämmen.

Bergepanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.
Bergepanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.
Bergepanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.

Zuvor war die Bundeswehr bereits mit zwei Panzern im Einsatz, um Schneisen in den Wald zu schlagen.

Es gebe eine starke Rauchentwicklung und Ascheaustrag, sagte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen.

Die bisherigen Betreuungsstellen für Betroffene des Waldbrandes in Hürtgenwald in einer Grundschule im Ortsteil Straß sowie einem nahen Sport- und Schützenheim im selben Ortsteil müssten deshalb geräumt werden, teilte der Kreis mit. Neue Anlaufstelle sei eine Förderschule in Düren. Betroffene würden dorthin gebracht.

In der Nacht auf Freitag war das Feuer zunächst noch etwa 500 Meter von Gey entfernt. Dann habe sich der Wind gedreht, sagte eine Polizeisprecherin. Kurz vor vier Uhr ordnete die Feuerwehr deshalb die Evakuierung an.

Am Donnerstag waren Flammen am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.
Am Donnerstag waren Flammen am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.
Am Donnerstag waren Flammen am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.

Die Einsatzkräfte versuchen zu verhindern, dass die Flammen den Ort erreichen.

Wegen der sich zuspitzenden Situation wurde zudem der Krisenstab des Kreises Düren einberufen.

Am Donnerstag waren Flammen am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.
Am Donnerstag waren Flammen am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.
Am Donnerstag waren Flammen am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.

Die Einsatzkräfte versuchen zu verhindern, dass die Flammen den Ort erreichen.

Wegen der sich zuspitzenden Situation wurde zudem der Krisenstab des Kreises Düren einberufen.

Dieser werde die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen besprechen, sagte zuvor die Sprecherin des Kreises. Die Ursache des Waldbrandes ist bislang nicht bekannt. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung und richtet ein entsprechendes Portal ein.

Offen ist auch, ob weitere Ortsteile oder Gemeinden evakuiert werden müssen. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. Hürtgenwald-Gey liegt nur rund zehn Kilometer von der Kreisstadt Düren mit etwa 94 000 Einwohnern entfernt.

Die Löscharbeiten des großen Waldbrandes in Hürtgenwald werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. „Das Gelände ist doch sehr schwierig, und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken“, sagte Ralf Nolten (CDU), Landrat des Kreises Düren, der dpa. Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen. „Wir haben auch die Schläge gehört.“

Reste einer gesprengten Bunkeranlage im Hürtgenwald. Im Hürtgenwald kämpften 1944/45 am Ende des Zweiten Weltkrieges die Amerikaner gegen die deutsche Wehrmacht.
Reste einer gesprengten Bunkeranlage im Hürtgenwald. Im Hürtgenwald kämpften 1944/45 am Ende des Zweiten Weltkrieges die Amerikaner gegen die deutsche Wehrmacht.
Reste einer gesprengten Bunkeranlage im Hürtgenwald. Im Hürtgenwald kämpften 1944/45 am Ende des Zweiten Weltkrieges die Amerikaner gegen die deutsche Wehrmacht.

Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Bis heute werden in der Region Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Reste einer gesprengten Bunkeranlage im Hürtgenwald. Im Hürtgenwald kämpften 1944/45 am Ende des Zweiten Weltkrieges die Amerikaner gegen die deutsche Wehrmacht.
Reste einer gesprengten Bunkeranlage im Hürtgenwald. Im Hürtgenwald kämpften 1944/45 am Ende des Zweiten Weltkrieges die Amerikaner gegen die deutsche Wehrmacht.
Reste einer gesprengten Bunkeranlage im Hürtgenwald. Im Hürtgenwald kämpften 1944/45 am Ende des Zweiten Weltkrieges die Amerikaner gegen die deutsche Wehrmacht.

Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Bis heute werden in der Region Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Auch am Möhnesee und in Sundern im Sauerland sind in den vergangenen Tagen Brände ausgebrochen. Diese seien mittlerweile weitgehend unter Kontrolle gebracht. An beiden Orten werden die Bewässerung der Brandflächen und die Nachlöscharbeiten jedoch noch den Tag über dauern, wie die Feuerwehren mitteilten.

Östlich von Benneckenstein im Landkreis Harz ist am Donnerstag ebenfalls ein Waldbrand ausgebrochen. Etwa viereinhalb Hektar Wald seien von dem Feuer betroffen gewesen, sagte Einsatzleiter Dirk Rieche.

Etwa 250 Einsatzkräfte brachten das Feuer mithilfe eines Löschflugzeugs unter Kontrolle. Derzeit laufen noch Nachlöscharbeiten.

Etwa 250 Einsatzkräfte brachten das Feuer mithilfe eines Löschflugzeugs unter Kontrolle. Derzeit laufen noch Nachlöscharbeiten.

Ein großer Wald- und Wiesenbrand bei Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz ist nach Angaben der Feuerwehr „weitestgehend unter Kontrolle“. Bei dem Brand wurden am Freitag vier Menschen verletzt, so die Angaben eines Landkreissprechers. Mehrere Hundert Einsatzkräfte sind vor Ort. Von dem Feuer sei eine Fläche von etwa 50 Hektar betroffen.

Text: Leon Wenz, mit Material aus Agenturen; Digitales Storytelling: Leon Wenz

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.