Waldbrand in NRW
Wohl größter Waldbrand in NRW bedroht Häuser
Wegen eines Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen wurden etwa 2000 Bewohner des Ortsteils Gey in Sicherheit gebracht. Am Nachmittag war das Feuer noch rund 150 Meter von der Ortschaft entfernt, berichtete der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU). Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage. Etwa 300 Hektar stehen in Flammen.
Alle Bewohner des Gemeindeteils in den nördlichen Ausläufern der Eifel haben einer Sprecherin des Kreises Düren zufolge ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Auch der Ortsteil Großhau sei durch die Flammen gefährdet. Die Ausfahrten Düren und Langerwehe der A4 sind gesperrt.
Was am Donnerstagnachmittag zunächst einer von vielen Waldbränden in dieser Trockenperiode zu sein schien, haben starke wechselnde Winde im Laufe der Nacht zu einer Feuerwalze in der Nordeifel wachsen lassen.

„Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat“, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. Mehrere Hundert Hektar des mit Weltkriegsmunition belasteten großen alten Waldes in der Nordeifel haben die Flammen bereits zerstört.

Die Warn-App Nina zeigt für die Gegend die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Nach Angaben der Gemeinde breite sich das Feuer weiter aus.





Die bisherigen Betreuungsstellen für Betroffene des Waldbrandes in Hürtgenwald in einer Grundschule im Ortsteil Straß sowie einem nahen Sport- und Schützenheim im selben Ortsteil müssten deshalb geräumt werden, teilte der Kreis mit. Neue Anlaufstelle sei eine Förderschule in Düren. Betroffene würden dorthin gebracht.
In der Nacht auf Freitag war das Feuer zunächst noch etwa 500 Meter von Gey entfernt. Dann habe sich der Wind gedreht, sagte eine Polizeisprecherin. Kurz vor vier Uhr ordnete die Feuerwehr deshalb die Evakuierung an.


Dieser werde die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen besprechen, sagte zuvor die Sprecherin des Kreises. Die Ursache des Waldbrandes ist bislang nicht bekannt. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung und richtet ein entsprechendes Portal ein.
Offen ist auch, ob weitere Ortsteile oder Gemeinden evakuiert werden müssen. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. Hürtgenwald-Gey liegt nur rund zehn Kilometer von der Kreisstadt Düren mit etwa 94 000 Einwohnern entfernt.
Die Löscharbeiten des großen Waldbrandes in Hürtgenwald werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. „Das Gelände ist doch sehr schwierig, und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken“, sagte Ralf Nolten (CDU), Landrat des Kreises Düren, der dpa. Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen. „Wir haben auch die Schläge gehört.“

Auch am Möhnesee und in Sundern im Sauerland sind in den vergangenen Tagen Brände ausgebrochen. Diese seien mittlerweile weitgehend unter Kontrolle gebracht. An beiden Orten werden die Bewässerung der Brandflächen und die Nachlöscharbeiten jedoch noch den Tag über dauern, wie die Feuerwehren mitteilten.
Östlich von Benneckenstein im Landkreis Harz ist am Donnerstag ebenfalls ein Waldbrand ausgebrochen. Etwa viereinhalb Hektar Wald seien von dem Feuer betroffen gewesen, sagte Einsatzleiter Dirk Rieche.

Ein großer Wald- und Wiesenbrand bei Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz ist nach Angaben der Feuerwehr „weitestgehend unter Kontrolle“. Bei dem Brand wurden am Freitag vier Menschen verletzt, so die Angaben eines Landkreissprechers. Mehrere Hundert Einsatzkräfte sind vor Ort. Von dem Feuer sei eine Fläche von etwa 50 Hektar betroffen.

