
Sturzflut in Nepal und Tibet
Nepal warnt nach Dammbruch vor neuer Sturzflut

Bei der plötzlichen Sturzflut am Mittwoch kamen nach offiziellen Angaben mehr als 500 Menschen ums Leben.

Es ist davon auszugehen, dass die Opferzahlen weiter ansteigen.

Die Sturzflut brach am Mittwochmorgen über den Fluss Bhotekoshi im Gebirgsmassiv Langtang Himal nahe der Grenze zu Tibet herein.

Zahlreiche Siedlungen wurden schlagartig überschwemmt.

Laut nepalesischer Polizei konnten 1545 Verletzte und Gestrandete gerettet werden.

Die Gesamtzahl der Vermissten in Nepal und China stieg zuletzt auf ungefähr 2500.

Unter den Vermissten sind nach Angaben des Auswärtigen Amts auch Deutsche – vermutlich im niedrigen zweistelligen Bereich.

An einem Krankenhaus in Kathmandu wurden Listen von Verletzten ausgehängt.

Auf Satellitenfotos lässt sich das Ausmaß der Ereignisse vom Mittwoch im Vergleich zum Vortag erahnen.

Auf Social Media kursiert das Video einer Überwachungskamera im Kreis Gyirong. Es zeigt den Moment, in dem eine Welle aus Wasser und Schlamm ein mehrstöckiges Gebäude trifft.

Das Gelände ist für Helfende zum Teil schwer zugänglich.

Hunderte Überlebende wurden mittlerweile mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht.

Dort, wo es möglich ist, suchen freiwillige Helfer nach Überlebenden.

Außerdem sind tausende Rettungskräfte aus China und Nepal im Einsatz.

Sie suchen mit Hunden ...

… und Drohnen nach überlebenden.

In den am schwersten betroffenen Gebieten Nepals werfen Hubschrauber Zelte, Lebensmittel und andere Hilfsgüter ab.

Unterstützung kommt auch aus Indien. An einem Luftwaffenstützpunkt werden Hilfsgüter verladen.

Am Freitag verschärft sich die Lage erneut: Nach einem Dammbruch in Tibet sperrt die nepalesische Polizei Straßen nahe der Grenze. Es besteht die Sorge vor einer weiteren Sturzflut.

Nepalesische und chinesische Rettungskräfte haben ihre Arbeit vorübergehend eingestellt.

Der neu entstandene See hatte bereits am Donnerstag für Bedenken seitens der chinesischen Behörden gesorgt, weil sich darin zwei Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt hatten.

Selbst Brücken wurden mitgerissen.

Noch ist vieles zum Ablauf der Ereignisse unklar. Nach Angaben des geologischen Dienstes der USA sei ein riesiger Teil eines Gletschers abgerissen.

Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde vermutete zunächst, dass die Gletscherlawine einen Zufluss blockiert habe, der sich dann schlagartig entlud. Dazu gibt es bisher aber noch keine handfesten Hinweise.

Die Berge waren in Wolken gehüllt. Genaueres zum Ablauf der Ereignisse kann wohl erst dann besser verstanden werden, wenn Satelliten eine genauere Untersuchung ermöglichen.

Experten zufolge begünstigt der Klimawandel derartige Flutkatastrophen. So seien Fels und Eis im Hochgebirge weniger stabil.

Die Folgen des Unglücks sind noch schwer abzuschätzen.

