Niedrige Wasserstände

Aufgetaucht

In Flüssen und Seen tauchen durch niedrige Wasserstände Alltagsobjekte, aber auch Schiffswracks und ganze Brücken auf, die bisher unter dem Wasser verborgen waren.

Von Christine Kokot, Christina Rebhahn-Roither und Nadja Tausche
19. August 2022 - 3 Min. Lesezeit

Die Pegel der Gewässer in Deutschland und dem Rest Europas sind niedrig, das schwindende Wasser etwa im Rhein macht Schlagzeilen. Ein Satellitenbild des Flusses zeigt, wie der Rhein Mitte August 2021 nahe Düsseldorf von oben betrachtet aussah.

Auf einer Aufnahme vom 13. August dieses Jahres ist deutlich zu erkennen, wie sich der Fluss im Vergleich verändert hat.

Durch den niedrigen Wasserstand kommen allerhand Alltagsgegenstände zum Vorschein, zum Beispiel dieser verrostete Einkaufswagen. Der sieht nicht mehr ganz so aus wie im Supermarkt und ist neuerdings auf einer Sandbank des Rheins in Bonn zu finden - inklusive eines Großaufgebots an Algen.

Einige Kilometer südöstlich, in Bingen am Rhein, hat der Fluss ein verrostetes Kinderfahrrad freigegeben. Der Hinterreifen hat einen ordentlichen Achter - dafür ist sogar die Klingel noch da.

Auch in anderen Teilen Europas fördert die Trockenheit einiges zu Tage, darunter auch echte Schätze. In Ripponden, Großbritannien, ist diese alte Brücke aufgetaucht. Wo früher Packesel und Pferde trabten, vergnügen sich nun Spaziergänger.

Die Brücke verschwindet normalerweise unter der Wasseroberfläche des Baitings Reservoirs. Der Stausee versorgt die Gegend mit Wasser - und ist Teil eines Kriminalfalls: Als es 1989 ebenfalls zu einer Trockenphase kam, wurde dort die Leiche eines Mannes entdeckt, der vermutlich ermordet worden war. Wie es dazu kam und wer der Mörder ist, haben die Ermittler bis heute nicht herausgefunden.

Auch die vierbogige Aseler Brücke im Edersee in Hessen können Fußgänger durch den niedrigen Wasserstand überqueren. Bei Vollstau würde die Brücke mehrere Meter unter Wasser liegen.

Wer unter den niedrigen Wasserpegeln besonders leidet: die Fische, die in den Teichen und Flüssen leben. Im nordrhein-westfälischen Mettmann haben Helferinnen und Helfer mit Keschern über 100 Karpfen aus einem nahezu ausgetrockneten Teich gerettet. Die Tiere wären sonst aller Voraussicht nach gestorben.

Wäre ohne die aktuelle Trockenheit ebenfalls verbogen geblieben: dieses Fossil aus der Steinlach in Baden-Württemberg. Gleich mehrere Versteinerungen von Urtieren sind in dem fast ausgetrockneten Bachbett gefunden worden.

Beeindruckend ist auch dieser Fund. Was aussieht wie ein Haufen morscher Bretter, ist das Wrack eines 123 Jahre alten Frachtschiffes. Es liegt nahe der Stadt Emmerich an der niederländischen Grenze am Boden des Rheins. Von überall kommen Menschen an den Fluss, um das Naturereignis mit eigenen Augen zu sehen.

In deutlich besserem Zustand befindet sich dieses Schiffswrack bei Uedesheim, ebenfalls Nordrhein-Westfalen. Die Steuergeräte sind noch deutlich erkennbar, ebenso die schweren Eisenketten und sogar der Schiffsmast aus Holz. Im Hintergrund zu sehen ist ein Frachtschiff: Sinkt der Wasserstand des Rheins noch weiter ab, können diese den Fluss nicht mehr passieren. Schon jetzt haben Frachter deutlich weniger geladen als sonst, damit sie weniger wiegen und auch flachere Stellen passieren können.

Hungersteine sind Gesteinsformationen, Tafeln oder Steine mit Jahreszahlen und Inschriften, die nur bei niedrigen Wasserständen zu sehen sind. Sie erinnern an Niedrigwasserperioden und die Not, die damit einherging. Mitte August wurden in Deutschland Hungersteine fotografiert, die mit Namen und unterschiedlichen Jahren beschriftet sind - zum Beispiel dem Hitzejahr 2003.

Ein weiterer Hungerstein erinnert an das Jahr 2018. Und auch der Sommer 2022 wird wohl vielen Menschen angesichts der eindrücklichen Bilder im Gedächtnis bleiben.

Niedrige Wasserstände

Aufgetaucht

In Flüssen und Seen tauchen durch niedrige Wasserstände Alltagsobjekte, aber auch Schiffswracks und ganze Brücken auf, die bisher unter dem Wasser verborgen waren.

Die Pegel der Gewässer in Deutschland und dem Rest Europas sind niedrig, das schwindende Wasser etwa im Rhein macht Schlagzeilen. Ein Satellitenbild des Flusses zeigt, wie der Rhein Mitte August 2021 nahe Düsseldorf von oben betrachtet aussah.

Auf einer Aufnahme vom 13. August dieses Jahres ist deutlich zu erkennen, wie sich der Fluss im Vergleich verändert hat.

Durch den niedrigen Wasserstand kommen allerhand Alltagsgegenstände zum Vorschein, zum Beispiel dieser verrostete Einkaufswagen. Der sieht nicht mehr ganz so aus wie im Supermarkt und ist neuerdings auf einer Sandbank des Rheins in Bonn zu finden - inklusive eines Großaufgebots an Algen.

Einige Kilometer südöstlich, in Bingen am Rhein, hat der Fluss ein verrostetes Kinderfahrrad freigegeben. Der Hinterreifen hat einen ordentlichen Achter - dafür ist sogar die Klingel noch da.

Auch in anderen Teilen Europas fördert die Trockenheit einiges zu Tage, darunter auch echte Schätze. In Ripponden, Großbritannien, ist diese alte Brücke aufgetaucht. Wo früher Packesel und Pferde trabten, vergnügen sich nun Spaziergänger.

Die Brücke verschwindet normalerweise unter der Wasseroberfläche des Baitings Reservoirs. Der Stausee versorgt die Gegend mit Wasser - und ist Teil eines Kriminalfalls: Als es 1989 ebenfalls zu einer Trockenphase kam, wurde dort die Leiche eines Mannes entdeckt, der vermutlich ermordet worden war. Wie es dazu kam und wer der Mörder ist, haben die Ermittler bis heute nicht herausgefunden.

Auch die vierbogige Aseler Brücke im Edersee in Hessen können Fußgänger durch den niedrigen Wasserstand überqueren. Bei Vollstau würde die Brücke mehrere Meter unter Wasser liegen.

Wer unter den niedrigen Wasserpegeln besonders leidet: die Fische, die in den Teichen und Flüssen leben. Im nordrhein-westfälischen Mettmann haben Helferinnen und Helfer mit Keschern über 100 Karpfen aus einem nahezu ausgetrockneten Teich gerettet. Die Tiere wären sonst aller Voraussicht nach gestorben.

Wäre ohne die aktuelle Trockenheit ebenfalls verbogen geblieben: dieses Fossil aus der Steinlach in Baden-Württemberg. Gleich mehrere Versteinerungen von Urtieren sind in dem fast ausgetrockneten Bachbett gefunden worden.

Beeindruckend ist auch dieser Fund. Was aussieht wie ein Haufen morscher Bretter, ist das Wrack eines 123 Jahre alten Frachtschiffes. Es liegt nahe der Stadt Emmerich an der niederländischen Grenze am Boden des Rheins. Von überall kommen Menschen an den Fluss, um das Naturereignis mit eigenen Augen zu sehen.

In deutlich besserem Zustand befindet sich dieses Schiffswrack bei Uedesheim, ebenfalls Nordrhein-Westfalen. Die Steuergeräte sind noch deutlich erkennbar, ebenso die schweren Eisenketten und sogar der Schiffsmast aus Holz. Im Hintergrund zu sehen ist ein Frachtschiff: Sinkt der Wasserstand des Rheins noch weiter ab, können diese den Fluss nicht mehr passieren. Schon jetzt haben Frachter deutlich weniger geladen als sonst, damit sie weniger wiegen und auch flachere Stellen passieren können.

Hungersteine sind Gesteinsformationen, Tafeln oder Steine mit Jahreszahlen und Inschriften, die nur bei niedrigen Wasserständen zu sehen sind. Sie erinnern an Niedrigwasserperioden und die Not, die damit einherging. Mitte August wurden in Deutschland Hungersteine fotografiert, die mit Namen und unterschiedlichen Jahren beschriftet sind - zum Beispiel dem Hitzejahr 2003.

Ein weiterer Hungerstein erinnert an das Jahr 2018. Und auch der Sommer 2022 wird wohl vielen Menschen angesichts der eindrücklichen Bilder im Gedächtnis bleiben.

Team
Bildredaktion Christine Kokot
Text und Digitales Storytelling Nadja Tausche, Christina Rebhahn-Roither
Redaktion Moritz Geier