SOS-Kinderdorf

Der ungeheuerliche Missbrauchsverdacht und das große Schweigen

SOS-Gründer Hermann Gmeiner, hier mit Kindern, starb 1986.
SOS-Gründer Hermann Gmeiner, hier mit Kindern, starb 1986.

SOS-Kinderdorf steckt in der größten Krise seiner Geschichte. Der Gründer soll sich an Kindern in Österreich vergangen, sein Nachfolger Fälle vertuscht haben. Was wussten die Verantwortlichen in der deutschen Zentrale?

5. Dezember 2025 | Lesezeit: 11 Min.

Die SOS-Welt ist in Aufruhr. Und das ist keine kleine Welt: Mehr als 6500 Menschen sind für den Verein SOS-Kinderdorf tätig. Er kümmert sich um Tausende Minderjährige, ist einer der größten Jugendhilfeträger in Deutschland. Und nun geben innerhalb weniger Tage vier Mitglieder des Aufsichtsrats ihr Mandat zurück. Unterzeichnen mehr als 200 Angestellte der Münchner Zentrale einen Brief, der den Rücktritt von Gitta Trauernicht fordert, der Aufsichtsratschefin. Diese gibt tatsächlich den Vorsitz ab, bleibt aber im Aufsichtsrat. Der Verein hat einen Krisenstab gebildet, um die wohl größte Krise in der SOS-Geschichte zu managen. Seit den Enthüllungen aus Österreich über das Vertuschen von Missbrauch zittert die gesamte SOS-Welt. Es sind Schockwellen, die weit in die Gesellschaft reichen.

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