Meistgespielte Lieder auf dem Oktoberfest

Das ganze Bierzelt singt von Geld und Gier

Welches Lied wird am häufigsten auf der Wiesn gespielt? Und wieso Andreas Gabalier nur noch selten? Ein Blick auf die Oktoberfest-Hitparade der vergangenen Jahre.

18. September 2025 | Lesezeit: 6 Min.

Das Bierzelt sei ein „einziger gewaltiger Schlund“, schrieb der amerikanische Journalist Thomas Wolfe vor fast 100 Jahren über das Oktoberfest. Das stimmt natürlich noch immer. Jeder, also wirklich jeder, wird in einem Wiesnzelt eingesogen und eins mit der Menge. Junge, Alte, Arme, Reiche, erst die Glücklichen, irgendwann sogar die Traurigen. Das liegt an der Bierseligkeit, aber noch viel mehr an der Bierzeltmusik.

Soll auf der Bank geschunkelt werden, vielleicht sogar geknutscht, oder ist es Zeit für eine Ruhepause? Der Kapellmeister dirigiert nicht nur seine Musiker auf der Bühne, sondern auch die Masse mit Masskrug. Und weiß: Lässt er einen Wiesnhit anstimmen, hopst das ganze Zelt im Takt.

Doch welche Lieder werden auf dem Oktoberfest eigentlich am häufigsten gespielt? Wie hat sich der Soundtrack im Bierzelt in den vergangenen Jahren verändert? Die Süddeutsche Zeitung hat die Listen mit den meistgespielten Liedern aus den Wiesnzelten ausgewertet, die die Gema seit 2017 herausgibt. Manche Songs sind jedes Jahr besonders oft zu hören, manche inzwischen fast aus dem Bierzelt verschwunden und manche werden sicherlich auch 2025 in den Wiesncharts erneut ganz vorn mit dabei sein - Einblicke in Song-Karrieren auf dem Oktoberfest.

Nach dem Anzapfen dauert es meist nicht lang, bis der Ruf „Hodiodioooodiooodie“ in den Zelten ertönt. Es gibt wohl keinen anderen Song, der so unverfroren auf den Erfolg im Bierzelt hin produziert wurde wie „Hulapalu“ von Andreas Gabalier. Es wird im Dialekt gegrölt, es geht anzüglich zu, aber auch ein bisschen kindisch, die Harmoniefolge ist immer gleich: a-Moll, F-Dur, C-Dur, G-Dur.

2022 und 2019 belegte „Hulapalu“ Platz eins in der Wiesn-Hitparade der Gema. 2023, 2018 und 2017 wurde es am zweithäufigsten von den Zelt-Kapellen angestimmt. Aber nun scheint die Zeit von Gabalier vorbeizugehen. Im vergangenen Jahr war es nur der neuntbeliebteste Song. Darauf trotzdem noch einmal ein: „Hodiodioooodiooodie!“

Ein Klassiker auf der Wiesn ist seit Jahren der schnelle Marsch „Dem Land Tirol die Treue“, der nach dem Zweiten Weltkrieg von zwei Brüdern aus Österreich komponiert wurde und seit den Achtzigerjahren von den Blaskapellen häufig auch in bayerischen Bierzelten gespielt wird. Stets taucht das Tirol-Lied in den Listen der zehn meistgespielten Wiesnsongs der Gema auf – 2024 auf Platz sechs.

Ein politisch nicht unumstrittener Text über die Trennung von Nord- und Südtirol, aber im Zelt singt bei dem Lied ohnehin kaum jemand mit, dafür wird umso intensiver geschunkelt.

Mitgesungen wird dagegen umso lauter, wenn die Kapelle „Angels“ von Robbie Williams spielt. Inbrünstig wird von den Bierbänken geschmettert: „She won’t forsake me, I’m loving angels instead.“ Die Wiesn ist eben nicht immer nur derb, sondern oft schön schnulzig.

Der ideale Song, um die vielen Krisen dieser Welt zumindest vier Minuten lang zu vergessen. Nach der Pause wegen der Coronapandemie war „Angels“ der am dritthäufigsten, 2023 dann sogar der am häufigsten gespielte Wiesnhit. Bei der vergangenen Wiesn landete der Schmachtfetzen auf Platz fünf. Im Sommer schaute Robbie Williams im Olympiastadion vorbei, um sich den Münchnern wieder ins Gedächtnis zu spielen. Ob er noch einmal oben in den Charts landet?

Im August 1984 brachte die Band S.T.S. aus der Steiermark „Fürstenfeld“ heraus, nur Wochen später schlug das Lied in den Wiesnzelten ein. Die Heimweh-Hymne gilt als ältester Wiesnhit und ist zu einem Evergreen geworden. „Fürstenfeld“ taucht beständig in den Wiesncharts auf, zuletzt sogar auf Platz drei.

Kein Wunder, es geht um Sehnsucht, geplatzte Träume, Einsamkeit, also um die ganz großen Gefühle. Gesungen wird auf Deutsch, auch das ist natürlich dienlich, um oft im Zelt gespielt zu werden. Und jetzt alle: „I will wieder ham, fühl mi do so allan. I brauch ka grosse Welt, i will ham nach Fürstenfeld.“

In den Sechzigerjahren schrieb der amerikanische Sänger Neil Diamond „Sweet Caroline“, einen seiner erfolgreichsten Songs. Jahrzehntelang ignorierten die Wiesnkapellen das Liebeslied allerdings weitgehend. Erst als DJ Ötzi 2009 eine simpel gestrickte, partytaugliche Coverversion herausbrachte, stimmten es immer mehr Bands an. Im vergangenen Jahr belegte es laut Gema Platz zwei bei den Wiesncharts.

Der am häufigsten gespielte Wiesnhit 2024 war eine ziemliche Überraschung. Denn „Brenna tuats guad“ von Hubert von Goisern ist ungewöhnlich komplex für ein Bierzeltlied. Die Polka-Melodie ist schnell, der Text in derbem Dialekt. Es fällt schwer, das Lied fehlerfrei mitzusingen, erst recht nach zwei Mass: „A jeder woass, dass as Geld ned auf da Wiesen wachst. Und essen kann ma's a ned. Aber brenna dads guat.“

Da war Hubert von Goiserns „Koa Hiatamadl“, ein früherer Wiesnhit, eindeutig eingängiger. In „Brenna tuats guad“ geht es allerdings um Geld und Gier – und deswegen passt es doch wunderbar auf die Wiesn.

Nicht alle Wiesnhits schlagen ein und bleiben dann auch. Viele sind eine Zeit lang angesagt, ehe kaum einer mehr Lust hat, die Zeilen mitzusingen. „Cordula Grün“ etwa, bei dem es um Tanzen, Flirten und Ehebruch geht, war 2022 und 2023 beliebt, die Besucherinnen und Besucher nahmen sich in den Arm, tanzten im Viervierteltakt, flirteten – und einige begingen wenig später womöglich sogar tatsächlich Ehebruch. 

Doch im vergangenen Jahr tauchte „Cordula Grün“ nicht mehr so oft im Bierzelt auf.

Auch „Atemlos durch die Nacht“ gehörte einst zur Wiesn wie der Hendl-Hut, doch seit der Coronapause spielen es die Kapellen nicht mehr häufig an. 2018 und 2019 wurde das Lied von Helene Fischer noch am dritthäufigsten gespielt. Ein neuer Wiesnhit ist der Sängerin bislang nicht gelungen, aber sie arbeitet sicherlich emsig daran.

Auch „Ham Kummst“ des österreichischen Duos Seiler und Speer wird mittlerweile seltener gespielt. Der Text ist recht komplex und der Dialekt nur zu verstehen von denjenigen, die des Dialekts mächtig sind. Womöglich sind das die Gründe, warum der Song sich nicht in den Top Ten halten konnte. Oder auch weil der Refrain „Waunst amoi nu so ham kummst / Sama gschiedane Leid“ realitätsnahe Sorgen vor dem Nachhausekommen wecken. Fest steht: Die Stimmung im Bierzelt ist eben immer Trends unterworfen.

Manche Lieder verschwinden, manche kommen neu hinzu – und manche werden mal seltener, mal häufiger gefordert vom Publikum (für die Titel auf die Platzierungen tippen).

„Skandal im Sperrbezirk“, das Lied mit Rosis Nummer von der Münchner Spider Murphy Gang, tauchte 2018, 2023 und 2024 in den Top Ten der Gema-Wiesncharts auf, „Take Me Home, Country Roads“ von John Denver 2019, 2022 und 2024. In anderen Jahren waren andere Lieder gefragter. Sonst würde es ja auch langweilig werden.

Manche alte Gassenhauer sind plötzlich in einem Jahr unter den ersten Zehn, ehe sie wieder von den Bühnen verschwinden. „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang zum Beispiel wurde 2019 häufig gespielt, 2023 kehrte plötzlich „Ein Kompliment“ der Sportfreunde Stiller zurück ins Bierzelt, obwohl es schon mehr als 20 Jahre ist. Erstmals in die Wiesn-Top-Ten hat es im vergangenen Jahr „Sex on Fire“ von den Kings of Leon geschafft.  

2024 erlebte „Sarà perché ti amo“ ein großes Wiesn-Comeback: Das Lied der italienischen Popgruppe Ricchi e Poveri erschien Anfang der Achtziger und tauchte im vergangenen Jahr plötzlich auf Platz vier der Gema-Wiesncharts auf. Der Grund? Fußballfans singen den Song seit einiger Zeit gerne im Stadion, auf Tiktok wurde er bei Tanzvideos verwendet – und schon schwappte der Trend ins Bierzelt.

Welches fast vergessene Lied 2025 wieder in den Zelten auftaucht? Welche Songs neu hinzukommen? Als Favorit für den diesjährigen Wiesnhit gilt „Wackelkontakt“ von Oimara. Aber ob das Lied wirklich häufiger gespielt wird als Hubert von Goiserns „Brenna tuats guat“?

Nach dem Anzapfen dauert es meist nicht lang, bis der Ruf „Hodiodioooodiooodie“ in den Zelten ertönt. Es gibt wohl keinen anderen Song, der so unverfroren auf den Erfolg im Bierzelt hin produziert wurde wie „Hulapalu“ von Andreas Gabalier. Es wird im Dialekt gegrölt, es geht anzüglich zu, aber auch ein bisschen kindisch, die Harmoniefolge ist immer gleich: a-Moll, F-Dur, C-Dur, G-Dur.

2022 und 2019 belegte „Hulapalu“ Platz eins in der Wiesn-Hitparade der Gema. 2023, 2018 und 2017 wurde es am zweithäufigsten von den Zelt-Kapellen angestimmt. Aber nun scheint die Zeit von Gabalier vorbeizugehen. Im vergangenen Jahr war es nur der neuntbeliebteste Song. Darauf trotzdem noch einmal ein: „Hodiodioooodiooodie!“

Ein Klassiker auf der Wiesn ist seit Jahren der schnelle Marsch „Dem Land Tirol die Treue“, der nach dem Zweiten Weltkrieg von zwei Brüdern aus Österreich komponiert wurde und seit den Achtzigerjahren von den Blaskapellen häufig auch in bayerischen Bierzelten gespielt wird. Stets taucht das Tirol-Lied in den Listen der zehn meistgespielten Wiesnsongs der Gema auf – 2024 auf Platz sechs.

Ein politisch nicht unumstrittener Text über die Trennung von Nord- und Südtirol, aber im Zelt singt bei dem Lied ohnehin kaum jemand mit, dafür wird umso intensiver geschunkelt.

Mitgesungen wird dagegen umso lauter, wenn die Kapelle „Angels“ von Robbie Williams spielt. Inbrünstig wird von den Bierbänken geschmettert: „She won’t forsake me, I’m loving angels instead.“ Die Wiesn ist eben nicht immer nur derb, sondern oft schön schnulzig.

Der ideale Song, um die vielen Krisen dieser Welt zumindest vier Minuten lang zu vergessen. Nach der Pause wegen der Coronapandemie war „Angels“ der am dritthäufigsten, 2023 dann sogar der am häufigsten gespielte Wiesnhit. Bei der vergangenen Wiesn landete der Schmachtfetzen auf Platz fünf. Im Sommer schaute Robbie Williams im Olympiastadion vorbei, um sich den Münchnern wieder ins Gedächtnis zu spielen. Ob er noch einmal oben in den Charts landet?

Im August 1984 brachte die Band S.T.S. aus der Steiermark „Fürstenfeld“ heraus, nur Wochen später schlug das Lied in den Wiesnzelten ein. Die Heimweh-Hymne gilt als ältester Wiesnhit und ist zu einem Evergreen geworden. „Fürstenfeld“ taucht beständig in den Wiesncharts auf, zuletzt sogar auf Platz drei.

Kein Wunder, es geht um Sehnsucht, geplatzte Träume, Einsamkeit, also um die ganz großen Gefühle. Gesungen wird auf Deutsch, auch das ist natürlich dienlich, um oft im Zelt gespielt zu werden. Und jetzt alle: „I will wieder ham, fühl mi do so allan. I brauch ka grosse Welt, i will ham nach Fürstenfeld.“

In den Sechzigerjahren schrieb der amerikanische Sänger Neil Diamond „Sweet Caroline“, einen seiner erfolgreichsten Songs. Jahrzehntelang ignorierten die Wiesnkapellen das Liebeslied allerdings weitgehend. Erst als DJ Ötzi 2009 eine simpel gestrickte, partytaugliche Coverversion herausbrachte, stimmten es immer mehr Bands an. Im vergangenen Jahr belegte es laut Gema Platz zwei bei den Wiesncharts.

Der am häufigsten gespielte Wiesnhit 2024 war eine ziemliche Überraschung. Denn „Brenna tuats guad“ von Hubert von Goisern ist ungewöhnlich komplex für ein Bierzeltlied. Die Polka-Melodie ist schnell, der Text in derbem Dialekt. Es fällt schwer, das Lied fehlerfrei mitzusingen, erst recht nach zwei Mass: „A jeder woass, dass as Geld ned auf da Wiesen wachst. Und essen kann ma's a ned. Aber brenna dads guat.“

Da war Hubert von Goiserns „Koa Hiatamadl“, ein früherer Wiesnhit, eindeutig eingängiger. In „Brenna tuats guad“ geht es allerdings um Geld und Gier – und deswegen passt es doch wunderbar auf die Wiesn.

Nicht alle Wiesnhits schlagen ein und bleiben dann auch. Viele sind eine Zeit lang angesagt, ehe kaum einer mehr Lust hat, die Zeilen mitzusingen. „Cordula Grün“ etwa, bei dem es um Tanzen, Flirten und Ehebruch geht, war 2022 und 2023 beliebt, die Besucherinnen und Besucher nahmen sich in den Arm, tanzten im Viervierteltakt, flirteten – und einige begingen wenig später womöglich sogar tatsächlich Ehebruch. 

Doch im vergangenen Jahr tauchte „Cordula Grün“ nicht mehr so oft im Bierzelt auf.

Auch „Atemlos durch die Nacht“ gehörte einst zur Wiesn wie der Hendl-Hut, doch seit der Coronapause spielen es die Kapellen nicht mehr häufig an. 2018 und 2019 wurde das Lied von Helene Fischer noch am dritthäufigsten gespielt. Ein neuer Wiesnhit ist der Sängerin bislang nicht gelungen, aber sie arbeitet sicherlich emsig daran.

Auch „Ham Kummst“ des österreichischen Duos Seiler und Speer wird mittlerweile seltener gespielt. Der Text ist recht komplex und der Dialekt nur zu verstehen von denjenigen, die des Dialekts mächtig sind. Womöglich sind das die Gründe, warum der Song sich nicht in den Top Ten halten konnte. Oder auch weil der Refrain „Waunst amoi nu so ham kummst / Sama gschiedane Leid“ realitätsnahe Sorgen vor dem Nachhausekommen wecken. Fest steht: Die Stimmung im Bierzelt ist eben immer Trends unterworfen.

Manche Lieder verschwinden, manche kommen neu hinzu – und manche werden mal seltener, mal häufiger gefordert vom Publikum (für die Titel auf die Platzierungen tippen).

„Skandal im Sperrbezirk“, das Lied mit Rosis Nummer von der Münchner Spider Murphy Gang, tauchte 2018, 2023 und 2024 in den Top Ten der Gema-Wiesncharts auf, „Take Me Home, Country Roads“ von John Denver 2019, 2022 und 2024. In anderen Jahren waren andere Lieder gefragter. Sonst würde es ja auch langweilig werden.

Manche alte Gassenhauer sind plötzlich in einem Jahr unter den ersten Zehn, ehe sie wieder von den Bühnen verschwinden. „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang zum Beispiel wurde 2019 häufig gespielt, 2023 kehrte plötzlich „Ein Kompliment“ der Sportfreunde Stiller zurück ins Bierzelt, obwohl es schon mehr als 20 Jahre ist. Erstmals in die Wiesn-Top-Ten hat es im vergangenen Jahr „Sex on Fire“ von den Kings of Leon geschafft.  

2024 erlebte „Sarà perché ti amo“ ein großes Wiesn-Comeback: Das Lied der italienischen Popgruppe Ricchi e Poveri erschien Anfang der Achtziger und tauchte im vergangenen Jahr plötzlich auf Platz vier der Gema-Wiesncharts auf. Der Grund? Fußballfans singen den Song seit einiger Zeit gerne im Stadion, auf Tiktok wurde er bei Tanzvideos verwendet – und schon schwappte der Trend ins Bierzelt.

Welches fast vergessene Lied 2025 wieder in den Zelten auftaucht? Welche Songs neu hinzukommen? Als Favorit für den diesjährigen Wiesnhit gilt „Wackelkontakt“ von Oimara. Aber ob das Lied wirklich häufiger gespielt wird als Hubert von Goiserns „Brenna tuats guat“?

Oder sorgt ein anderes Lied dafür, dass die Besucherinnen und Besucher schon bei den ersten Takten eingesogen werden, auf die Bierbank steigen, eins werden mit der Menge und dann drin sind im Schlund des Oktoberfestes?

Dieser Wiesncharts-Text erschien erstmals 2024. Wir haben ihn für 2025 vollständig aktualisiert.

Projektteam
Text Lisa Sonnabend
Entwicklung Stefan Kloiber
Digitales Design Sarah Unterhitzenberger
Redaktion Elisa von Grafenstein, Katja Schnitzler, Barbara Galaktionow

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