Sicherheit im ÖPNV
Wie vermeide ich gefährliche Situationen in Bus und Bahn?
Ein Mann, der auf dem Bahnsteig herumschreit und andere Fahrgäste beleidigt, ein Betrunkener, der die Leute im U-Bahn-Waggon belästigt: Wo Menschen auf Menschen treffen, können immer wieder unangenehme Situationen entstehen – so auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Weil viele Vorkommnisse glimpflich ablaufen und nicht bei der Polizei landen, aber dennoch ein unangenehmes Gefühl erzeugen, gibt es gerade nachts eine Diskrepanz zwischen Zahlen und Wahrnehmung: Während die Kriminalstatistik München als sichere Großstadt ausweist, fühlt sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln etwa die Hälfte der 14- bis 27-Jährigen zu später Stunde nicht sicher.
Das hat eine repräsentative Studie ergeben, die der Kreisjugendring München in Auftrag gegeben hat. Während die Kriminalstatistik 2025 nur etwa 400 Gewaltverbrechen im ÖPNV verzeichnet hat, gaben drei Viertel der befragten jungen Frauen an, nachts lieber nicht öffentlich nach Hause zu fahren. Von sexueller Belästigung in U- und S-Bahn, Bus und Tram berichtete mehr als ein Viertel der Teilnehmerinnen in der Umfrage vom vergangenen Oktober, die nach ihrer Veröffentlichung breit diskutiert wurde.
Wie sollte man sich in unangenehmen Situationen verhalten? Wann sollte man eingreifen? Und wie macht man das, ohne sich selbst zu gefährden?
All das lernt man bei einem Workshop der Aktion Münchner Fahrgäste im Deutschen Verkehrsmuseum. Weitere Hilfestellungen gibt es in der Kampagne „Sicher unterwegs“ von der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG, der Münchner S-Bahn und der Polizei.
Den Kurs leitet Martin Marino, unterstützt wird er dabei von Jens Habben von der Bundespolizei. Hinter Marinos Engagement steckt eine persönliche Geschichte: Er hat seinen besten Freund Andreas Nagel verloren, den Gründer der Initiative, der vor einem Gebäude zusammengebrochen war und starb. Marino sagt: Hätte einer der Vorbeigehenden eingegriffen, hätte sein Freund vielleicht gerettet werden können.
