Liebe im Alter

Wie fühlt es sich an, sich mit Anfang 80 noch einmal zu verlieben?

Vier Paare, zwei davon erst seit Kurzem zusammen, sprechen über Liebe im Alter. Was anders ist als in der Jugend, welche Fehler sie nicht mehr machen und wie es gelingt, dass die Beziehung für immer hält.

30. März 2026 | Lesezeit: 9 Min.
Die Süddeutsche Zeitung hat vier Paare getroffen, die in der Seniorenresidenz Augustinum in München-Hadern wohnen, um mit ihnen über das Thema Liebe im Alter zu sprechen.

Da es um Persönliches geht und manche Paare Furcht vor Trickbetrügern haben, werden sie teilweise mit ihrem Vornamen oder mit geändertem Vornamen genannt. Zwei Paare sind seit Langem verheiratet, zwei haben sich erst kennengelernt, als sie schon über 80 Jahre alt waren. Wie ist ihr Blick auf die Liebe – und wie hat er sich verändert?

Gerda, 86, und Hans, 88

Seit fünf Jahren ein Paar

Sie schätzt seine Weisheit und seine Korrektheit, findet, mit ihm kann man sich gut unterhalten. Er sagt: „Sie hat Lebensfreude, Humor. Sie ist hilfsbereit und sieht auch noch toll aus.“ Seit fünf Jahren sind Gerda, 86, und Hans, 88, ein Paar. Beide waren zuvor bereits zweimal verheiratet gewesen – und sind zweimal verwitwet. Mit dem Thema Liebe hatten sie eigentlich abgeschlossen.

Doch es kam anders. Sie kannten sich bereits flüchtig, als Hans sich für einen Ausflug, den die Seniorenresidenz organisierte, eintragen wollte. Die Schlange war lang, er hatte wenig Zeit. Gerda wartete bereits. Also fragte er sie, ob sie ihn mit anmelden könne – und als Dankeschön dafür beschloss er, sie in die Oper einzuladen. „La Bohème“, mit dem Taxi zum Max-Joseph-Platz, zum Ausklang ein Glas Wein im Spatenhaus. „Ich bin richtig hofiert worden“, sagt Gerda. „Es war ein wunderschöner Abend“, sagt Hans. Die Liebe zur Musik verband sie sofort. Bald waren sie beim Du angelangt und an Gerdas Geburtstag stand Hans mit einem Blumenstrauß vor ihrer Tür.

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