SZ-Kostprobe wird 50 Jahre alt

Guten Appetit! Oder lieber doch nicht?

Restauranttester, die anonym bleiben. Seltsame Autorennamen. Furchtlose Zeilen. Aufrichtige Urteile. Würste, die durch die Luft fliegen. Das sind die Zutaten, die eine ziemlich einmalige Restaurantkolumne reifen lassen. Anekdoten zum runden Geburtstag.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren
21. November 2025 | Lesezeit: 17 Min.

Germaine Seliger war vor 50 Jahren gewiss die originellste Feder der Urmannschaft, die die Kostprobe für die Süddeutsche Zeitung konzipiert hat und zu schreiben begann. Germaine prüfte nicht nur den Geschmack, sondern wandte auch mechanische Kriterien an. Beim schon damals selten gewordenen Gericht „Blut- und Leberwurst“ pflegte sie folgende Qualitätsprüfung: Sie ließ die Blunzn aus einer Normhöhe fallen und maß nach dem Aufprall die Sprunghöhe der prallen Wurst. Selbst diese dann im Blatt getreulich beschriebene, doch recht ausgefallene Prozedur ließ Germaines Identität nie auffliegen.

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