Mitten ins Herz

Koksende Polizisten, Sammelbestellungen in Privat-Clubs, ein Wiesnwirt mit Existenzangst – und ein Dealer, der erwischt wird und ungeahnte Einblicke in die dunklen Ecken der Münchner Nächte preisgibt.

Von Christian Helten, Felix Hunger, Katja Schnitzler, Viola Konrad (Illustration), Susi Wimmer
24. Dezember 2021 - 21 Min. Lesezeit

Um zehn Uhr vormittags kracht Stefan H. mit seinem Auto in ein Garagentor in der Müllerstraße. Der 8. April 2018 ist ein Sonntag, und Stefan H. kommt von der Arbeit, sozusagen.

Als die Polizisten am Unfallort eintreffen, reagiert der schlaksige Mann am Lenkrad nicht, sein Kopf lehnt am Seitenfenster. Die Polizisten klopfen laut an die Scheibe, öffnen die Tür. Stefan H. schreckt hoch. Vor Gericht sagt er später, er habe telefoniert. Die Beamten sagen: Er schlief.

Auf jeden Fall hatte Stefan H. versäumt, vor dem Eintreffen der Polizisten das Nötigste aufzuräumen: Auf dem Beifahrersitz entdecken die Polizisten Kokain, in Plastik verschweißt.

Um zehn Uhr vormittags kracht Stefan H. mit seinem Auto in ein Garagentor in der Müllerstraße. Der 8. April 2018 ist ein Sonntag, und Stefan H. kommt von der Arbeit, sozusagen.

Als die Polizisten am Unfallort eintreffen, reagiert der schlaksige Mann am Lenkrad nicht, sein Kopf lehnt am Seitenfenster. Die Polizisten klopfen laut an die Scheibe, öffnen die Tür. Stefan H. schreckt hoch. Vor Gericht sagt er später, er habe telefoniert. Die Beamten sagen: Er schlief.

Auf jeden Fall hatte Stefan H. versäumt, vor dem Eintreffen der Polizisten das Nötigste aufzuräumen: Auf dem Beifahrersitz entdecken die Polizisten Kokain, in Plastik verschweißt.

Dealer wickeln es portionsweise in Folie, verdrehen die Enden wie bei einem Bonbon und verschmelzen sie mit einem Feuerzeug. So ist das weiße Pulver nicht nur leicht weiterzureichen. Die „Plomben“ könnten bei Razzien auch verschluckt werden. Oder bevor Polizisten nach einem Verkehrsunfall an die Fensterscheibe klopfen.