Der Lebenskünstler

Mario Adorf hat kleine Banditen gespielt und große Bosse, Killer und Kommissare. Und einen Klebstofffabrikanten, der ein Leben lang an ihm haften blieb. Abschied von einem der wenigen deutschen Schauspieler, die die Aura eines Weltstars hatten.

9. April 2026 | Lesezeit: 12 Min.

Mario Adorf hat in seinem langen, reichen Schauspielerleben mehr als zweihundert Rollen gespielt, kleine Banditen und große Bosse, Killer und Kommissare, den „Führer des Faschismus“, Benito Mussolini, und den Philosophen des Kommunismus, Karl Marx. Rollen im Theater, im Fernsehen und im Kino, im europäischen wie in Hollywood. Er drehte mit Sam Peckinpah, Claude Chabrol und Billy Wilder, hatte Filmpartnerinnen wie Claudia Cardinale, Sophia Loren, Ursula Andress, Hildegard Knef. Er war einer der wenigen deutschen Schauspieler mit der Kompetenz und Aura eines Weltstars. Doch so prall und international Adorfs Werkbiografie auch ist, es ist eine Episodenrolle im deutschen Fernsehen, die man zuallererst und aufs Süffisanteste mit ihm verbindet: die des Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher in Helmut Dietls Münchner Kultserie „Kir Royal“ aus dem Jahr 1986. Erste Folge. Titel: „Wer reinkommt, ist drin“.

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