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Sibylle Berg
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Geboren Mutmaßlich am 2. Juni 1962 in Weimar
Beruf Schriftstellerin, Dramatikerin, Mitglied des Europäischen Parlaments
Ausbildung Ausbildung zur Puppenspielerin, Studium Ozeanografie und Politikwissenschaft
Status Aufrechte Anarchistin
Sibylle Berg zu fassen ist nicht so leicht. Über ihre Vergangenheit streut sie widersprüchliche Informationen, ihr Privatleben teilt sie ungern, zu ihrem Geburtsdatum kursieren verschiedene Angaben. Sicher ist: Aufgewachsen ist Berg in der DDR, seit Mitte der Neunzigerjahre lebt sie in Zürich und wurde zur gefeierten Autorin.
Sie sagen, Sie beneiden Schachweltmeister und Sprachtalente. Wie sieht Neid bei Ihnen aus?

Kann Pessimismus auch Spaß machen?

Ihre Haltung, wenn man Sie nach biografischen Details fragt?

Also: Wie alt sind Sie wirklich?

In ihren Texten seziert Berg den Wahnwitz des kapitalistischen Alltags mit Scharfsinn und Humor, oft wurde sie als Zynikerin missverstanden. Inzwischen klingt sie erstaunlich konstruktiv. Irgendwann habe sie sich gefragt: »Wie kommen wir denn aus dieser Scheiße raus?«, erzählte Berg im Podcast Hotel Matze.
Antworten fand sie bei Forschenden, deren Expertise sie in 93 Vorschläge für ein solidarisches Zusammenleben übersetzte, plastisch erzählt in ihrem neuen Roman PNR: La Bella Vita. Er ist der Abschluss einer Trilogie, die finster begann und nun am Pool in Italien endet, ohne Faschismus, ohne Kriege.
Zu diesen Veränderungen will sie auch mit EU-Mitteln beitragen: Seit Juli 2024 sitzt Berg für die Satirepartei DIE PARTEI als Abgeordnete im Europaparlament, wobei sie sich unsatirisch gegen Antisemitismus und für den Feminismus ausspricht. Dem Schweizer Sender SRF hatte sie kurz nach der Europawahl gesagt: »Wir müssen Hoffnung säen. Panik bringt nichts.«
Haben Sie sich heute schon um den Zustand der Welt gesorgt?

Was stimmt Sie optimistisch?

Was macht eigentlich das Europäische Parlament?

Ihr Gesichtsausdruck, wenn jemand sagt, der Kapitalismus sei alternativlos?

Sie sind in der DDR aufgewachsen. Wie fühlt sich der» real existierende Sozialismus« an?

Und wo endet Ihre Toleranz?

