SZ-Magazin

Das Leben in vollen Zügen

Seit 1988 läuft das Musical Starlight Express in Bochum ununterbrochen. Warum ist es so ein Erfolg? Und gerade dort? Unser Autor war unterwegs hinter die Kulissen einer ganz eigenen Welt – in der Fans mitunter zu Darstellern werden.

von Max Fellmann und Fabian Zapatka (Fotos)
15. Januar 2026 | Lesezeit: 15 Min.

Eigentlich ist das alles ein totaler Wahnsinn. Also: Da fahren Menschen auf Rollschuhen rum. Sie sind verkleidet als Züge. Ja, Züge. Sie rollen und tanzen zwei Stunden lang und singen dabei pathetische Lieder, die klingen wie das Achtziger-Programm eines Oldie-Senders. Die Story spielt in einer Welt der lebenden Eisenbahnen, die meisten Lokomotiven sind männlich, die meisten Waggons weiblich. Im Mittelpunkt steht eine kleine Dampflok, Rusty. Der mag einen Erste-Klasse-Wagen namens Pearl recht gern. Die mag aber auch den etwas fiesen Diesellok-Mann Greaseball. Rusty muss aus irgendeinem Grund in Wettfahrten gegen stärkere Züge antreten. Erst hat er keine Chance, dann erscheint ihm ein guter Geist, der Starlight Express, dann taucht seine Mutter auf, eine alte Dampflok, und macht ihm Mut. Schließlich gewinnt Rusty die Weltmeisterschaft der Züge, und Pearl gewährt ihm ihre Liebe. Am Schluss tanzen und rollen und singen alle in einem schier endlosen Finale durchs ganze Theater.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.