
Sagen Sie jetzt nichts
Fühlen Sie sich mehr wie David Bowie oder mehr wie Roland Kaiser, Lotte?
Die Songwriterin und Sängerin im Interview ohne Worte über ihre dreijährige Pause, Pubertätsgefühle und Menschen, die sexy Selfies in der Bahn machen.
Geboren 14. Juli 1995 als Charlotte Rezbach in Ravensburg
Beruf Sängerin
Ausbildung Studium Philosophie in Innsbruck (abgebrochen), Popakademie in Mannheim
Status Auf das, was da noch kommt
Es ist nicht der leichteste Start in den Abend, den Lotte da vor sich hat. Ein Abend in der Isarphilharmonie in München, und die füllt sie an diesem Abend Anfang 2025 mit dem Musiker Clueso und dem Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre.
Die beiden Männer sind ein ausgelassenes, schamfreies, sorgenloses Paar und beherrschen die Bühne mit Pointen, Akrobatik und Lachen. Dann Lotte. Keine Komikerin, sondern deutsche Songschreiberin und Sängerin (gelernt hat sie an der Popakademie in Mannheim), die vor allem mit leisen, nachdenklichen, spürbaren Liedern berührt.
Zwischen den vielen Sängern und Sängerinnen, die inzwischen von Aufbruch, Heimkehr, Suche, Bergen und Meer singen, zwischen den Linas, Lunas, Leas und Larissas ist sie die Suchende, lässt sich Zeit.
In den vergangenen drei Jahren keine neuen Lieder, sie habe Zeit für sich gebraucht, auch Therapie, sich ordnen, sie spricht offen und verwundbar über einen sexualisierten Übergriff auf dem Nachhauseweg in Berlin. Lotte wirkt wie eine, die die Dinge gern in Ruhe macht, ernsthaft.
In Interviews sagt sie auch manchmal: »Ich weiß es grad gar nicht.« So ist es auch auf der Bühne. Man muss ihr lauschen, sich einlassen, laute Laune macht sie nicht. Lotte betritt die Bühne und übernimmt sie wortlos von den beiden Männern, nur mit Präsenz, noch bevor sie singt.
Was haben Sie in drei Jahren Musikpause denn den ganzen Tag so gemacht?

Ihren ersten Song haben Sie mit 13 geschrieben. Welches Pubertätsgefühl musste raus?

Wie kann man sich zuverlässig selbst das Leben schwer machen?

Ihr Gesicht, wenn jemand neben Ihnen in der Bahn sexy Selfies macht?

Sie haben einen sexualisierten Übergriff erlebt. Was würden Sie dem Täter gern noch mitgeben?

Woran halten Sie sich fest, wenn alles zerbricht?

Was wollen Sie vom Leben?

Was muss in jeden Wanderrucksack für den Jakobsweg?

Als Kind hatten sie 15 Minuten Bildschirmzeit pro Tag. Und heute so?
