
Sagen Sie jetzt nichts
Was ist das Türkischste an Ihnen, Filiz Tasdan?
Die Stand-up-Comedienne zeigt im Interview ohne Worte, was Comedy alles darf, ob ihre Familie sie auch lustig findet und wie sie aussieht, wenn sie Witze schreibt.
Geboren 1982 in Reinbek
Beruf Stand-up-Comedienne
Ausbildung Ausbildung zur Werbetexterin
Status Große Klappe
Filiz Tasdan will ihr Publikum nicht nur zum Lachen bringen, sondern »auch irgendwie ärgern«, sagte sie mal im Podcast Deutschland3000. Sie spricht auf der Bühne ungeschönt über Themen, die in der Comedy sonst selten Raum finden.
In ihrem ersten Soloprogramm Super Plus erzählte sie etwa vom Älterwerden, von Frauenkörpern und von ihrer deutsch-türkischen Familiengeschichte. Bekannt geworden war sie zuvor im Vorprogramm von Felix Lobrecht oder Till Reiners.
Darf Comedy alles?

Findet Ihre Familie Sie auch komisch?

In welcher Haltung schreiben Sie Witze?

Was haben Sie als Werbetexterin gelernt, von dem Sie heute noch profitieren?

Sie sagen, es gebe keine guten Fotos von Ihnen. Heute kriegen wir aber welche, okay?

Sie sind großer Fan von türkischen Hochzeiten. Wo findet man Sie auf einer solchen?

Sie sagen selbst, Sie sind krampfhaft bestrebt, keinen Klischees zu genügen. Gibt es ein Klischee, das Sie dennoch erfüllen?

Was macht den türkischen Humor aus?

Was kann die deutsche Comedy-Szene von der Comedy-Szene in den USA lernen?

Den Drang, Regeln zu brechen, spürte sie noch früher: Als Jugendliche zog sie nach Schulschluss mit ihrer Mädchengang namens »Turkish Delight« um die Häuser, klaute Kajalstifte in Drogeriemärkten und schaute Gangsterfilme.
Der Gruppenname war an die klebrige orientalische Süßigkeit angelehnt, ausgewählt hatte ihn Filiz Tasdan. Ihrem Faible für Worte blieb sie treu und arbeitete als Werbetexterin, zog aber nach schweren Depressionen und der anschließenden Diagnose einer bipolaren Störung den Stecker.
Die Krankheit begleitet sie bis heute. »Sie liegt wie ein Schleier die ganze Zeit über einem«, sagte sie bei Deutschland3000. Tasdan fand dadurch aber auch zu etwas Gutem:
Sie belegte einen Stand-up-Kurs in Berlin, schrieb Witze, auch über ihre Depression, und trug diese vor – es habe sich für sie wie eine Befreiung angefühlt.