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Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Voyeurismus, Bruce Gilden?
Der Straßenfotograf zeigt im Interview ohne Worte, was er über seine Heimatstadt New York denkt, was er tun würde, könnte er nicht mehr fotografieren – und welches Foto er immer bei sich trägt.
Geboren 16. Oktober 1946 in Brooklyn, New York
Beruf Straßenfotograf
Ausbildung Studium der Soziologie an der Pennsylvania State University (abgebrochen), New York School of Visual Arts (einzelne Abendkurse)
Status Autodidakt
Seinen Vater bezeichnet er als Ganoven, von seiner Mutter erzählt er, sie sei medikamentenabhängig gewesen. Berühmt geworden ist Bruce Gilden mit Fotos von Bikern, Drogenabhängigen und Außenseitern.
Der Londoner Zeitung Guardian sagte er: »Was ich fotografiere, habe ich selbst erlebt.« Vom Soziologie-Studium gelangweilt, spielte Gilden in den Sechzigerjahren mit der Idee, Schauspieler zu werden, bis er 1967 zur Kamera griff.
Seitdem ist er Straßenfotograf, er arbeitet nach dem Credo von Robert Capa: »Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du nicht nah genug.« Seine Methode: Kamera in der einen Hand, Blitz in der anderen und möglichst nah, möglichst schnell fotografieren.
41 Beispiele dieser Arbeit sind bis zum 23. August in der Fotografiska in Berlin zu sehen. »Alle Bilder sehen gleich aus, weil er nur eine einzige Idee hat: ›Ich werde dich bloßstellen‹«, urteilte der Fotograf Joel Meyerowitz mal über Gilden. Kritik kann er gut wegstecken. New Yorker mit Boxermentalität eben.
Heute lebt der 79-Jährige mit seiner Frau Sophie Darmaillacq, einer französischen Autorin, und seiner Katze Igor in einer Kleinstadt nördlich von New York. Das Bild seiner Geburtsstadt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Heute findet er sie zum Gähnen langweilig, wie er bei unserem Fototermin unmissverständlich klarmacht.
Wenn Sie fotografieren, springen Sie mit einem Blitz vor die Menschen und legen los – wie müssen wir uns das vorstellen?

Gibt es ein Foto, das Sie immer bei sich tragen?

Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Voyeurismus?

Wie nah muss man seinem Motiv kommen, um es wirklich zu verstehen?

Was hat die Straße Sie über die Menschen gelehrt, was Sie sonst nicht wüssten?

60 Jahre unterwegs in New York: Wie hat sich die Stadt verändert?

Angenommen, Sie müssten mit der Fotografie aufhören – was würden Sie dann machen?

Wie fühlen Sie sich wirklich, wenn Sie jemand mit einem Blitzlicht anleuchtet?

Was muss eine Person haben, damit Sie sie bemerken?

Viele Ihrer Motive sind gesellschaftliche Außenseiter, Menschen mit sichtbaren Verletzungen, Narben oder Schwächen. Was fasziniert Sie an Verletzlichkeit?

Sie kommen aus New York. Wie würden Sie die Energie der Stadt in einem körperlichen Ausdruck einfangen?
