Debatte

Danke, King Charles, und gute Wünsche, lieber Wal

Auch diese Regierung verendet in Ängsten und Eitelkeiten? In den Medien ist es jeden Tag fünf vor zwölf? Warum es in diesen Zeiten kein Eskapismus ist, mit einem alten König und einem Tier in Not zu fühlen.

29. April 2026 | Lesezeit: 6 Min.

Wenn man jemanden trifft, den man lange nicht gesehen hat, oder wenn man einen Menschen eben erst kennenlernt, fällt der Gesprächsbeginn in diesen Tagen schwer. Das Wetter? Verfänglich. Schon führt es zum menschengemachten Klimawandel und seinen Leugnern. In der großen wie in der kleinen Politik führen fast alle Wege zur Gefahr des Rechtsradikalismus, Elon Musk, die Ukraine, die Regierung in Israel – von der so viele Zeitgenossen anders als von den Herrschern in Teheran oder Moskau wie besessen sind – bei all diesen Themen ist das Risiko, sich sofort zu zanken, größer als die Chance, zum Beispiel mal gemeinsam über etwas lachen oder gar auf etwas hoffen zu können. Außerdem hat man auf all das, ja schon darauf, den Namen des amerikanischen Präsidenten überhaupt aussprechen zu müssen, keine Lust mehr. Jedes Ehemaligen-Klassentreffen, jedes erste Date wird derzeit zur Übung im blitzschnellen Anschneiden und Wiederabschneiden von Themen wie früher: Bayern oder Dortmund?

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.