Autobiografien 

Oder man lässt es halt bleiben

Churchill, Springsteen, auch die Obamas haben bewiesen: Autobiografien können große Literatur sein. Aber Erinnerungen wie die Angela Merkels zeigen, dass das Genre in einer Krise steckt.

 Autobiografien 

Oder man lässt es halt bleiben

Churchill, Springsteen, auch die Obamas haben bewiesen: Autobiografien können große Literatur sein. Aber Erinnerungen wie die Angela Merkels zeigen, dass das Genre in einer Krise steckt.

29. November 2024 - 7 Min. Lesezeit

Die Schreckensnachricht erreichte den Premierminister am frühen Morgen. Das Telefon auf seinem Nachttisch schrillte. Winston Churchill hob ab und hörte die Stimme des First Sea Lord, der offenbar weinte: „Sir, ich muss Ihnen mitteilen, dass die Prince of Wales und die Repulse von den Japanern versenkt wurden, wahrscheinlich durch Flugzeuge.“ Zwei der besten Schlachtschiffe der Royal Navy, vernichtet binnen weniger Minuten, das Meer gehörte nun dem Feind. In „Der Zweite Weltkrieg“ hielt Churchill diesen Moment des Horrors fest, der ihn überkam: „Ich legte auf. Ich war dankbar dafür, allein zu sein. Im gesamten Krieg hatte ich noch keinen solchen direkten Schock erlitten.“

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